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Kapazitäten an Dresdens Kliniken werden knapp

An der Dresdner Uniklinik füllen sich die Intensiv-Betten mit Corona-Patienten, im Städtischen Klinikum ist die Lage ähnlich. Ein Überblick.

Die Lage auf den Intensivstationen in Dresden wird ernster.
Die Lage auf den Intensivstationen in Dresden wird ernster. © Symbolbild: dpa/Marcel Kusch

Dresden. Die Coronalage in Dresden spitzt sich weiter zu. Am Donnerstag musste das Gesundheitsamt 216 Neuinfektionen und drei Krankenhauseinweisungen melden, am Mittwoch waren es über 200 Neuinfektionen und zehn Einweisungen. Wie groß sind die Kapazitäten in den Krankenhäusern noch? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Die Lage auf den Intensivstationen wird ernster. Mit Stand Donnerstagnachmittag sind knapp 20 Prozent der 42 derzeit verfügbaren Intensiv-Betten auf der Corona-Station des Dresdner Uniklinikums frei.

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Auch am Städtischen Klinikum sind die Kapazitäten beinahe erschöpft. "Zum aktuellen Zeitpunkt halten wir 27 Intensivbetten für die Behandlung von Covid-19-Patienten vor. Hiervon sind 22 belegt", so Viviane Piffczyk, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit am Städtischen Klinikum.

Im St.-Joseph-Stift stehen keine Intensivbetten zur Verfügung. Dies ist sowohl räumlich als auch personell nicht möglich, da die dringende Versorgung von Nicht-Covid-19-Patienten weiter aufrechterhalten werden muss. Werden Covid-19-Patienten während der Behandlung intensivpflichtig, sollen sie vom St.-Joseph-Stift auf die Intensivstation der Uniklinik oder eines anderen Krankenhauses in Dresden verlegt werden. Dazu bestehen enge Absprache zwischen den Krankenhäusern. Die Corona-Leitstelle der Uniklinik Dresden koordiniert die Dispositionen im Stadtgebiet und ganz Ostsachsen.

Wie viele Betten sind auf der Corona-Normalstation frei ?

Es wird immer knapper in den Dresdner Kliniken. Mit Stand Donnerstagnachmittag sind gut 25 Prozent der 50 Normalstationsbetten auf den Corona-Stationen des Dresdner Uniklinikums frei, erklärt Sprecher Holger Ostermeyer.

Auch das Städtische Klinikum ist stark gefordert. Dort gibt es im Bereich der Normalstationen derzeit 111 Betten: 84 Betten davon auf Normalstationen, 15 für Verdachtsfälle sowie zwölf im Bereich der Psychiatrie. Mit 74 Covid-19-Patienten ist die Normalstation hoch ausgelastet. Acht Betten sind mit Verdachtsfällen belegt und drei im Bereich der Psychiatrie", teilt Sprecherin Viviane Piffczyk mit.

Im Krankenhaus St.-Joseph-Stift stehen derzeit 20 Betten für die normalstationäre Versorgung von Covid-19-Patienten zur Verfügung. Diese ist räumlich und personell strikt vom regulären Krankenhausbetrieb getrennt. Aktuell werden dort 18 Patienten betreut, so Sprecherin Julia Mirtschink. Im St.-Joseph-Stift finden wie auch im Uniklinikum und Städtischen Klinikum weiterhin geplante Behandlungen und wichtige Operationen statt.

Wie viele Kapazitäten zusätzlich könnten die Kliniken durch Umstrukturieren schaffen?

"Das Dresdner Uniklinikum hat einen weitergehenden Eskalationsplan entwickelt. In diesem Rahmen gibt es die Möglichkeit, in weiteren drei Stufen die Gesamtzahl aller am Klinikum verfügbaren Intensiv-Betten mehr als zu verdoppeln", sagt Holger Ostermeyer. Im Bereich der Normalstationen können die Kapazitäten noch deutlicher erweitert werden.

Bei steigendem Bedarf werden sukzessiv weitere Kapazitäten geschaffen, sagt auch Viviane Piffczyk vom Städtischen Klinikum. "Die Situation ist sehr ernst. Seit Mitte Oktober mussten wir binnen kurzer Zeit eine hohe Anzahl von Covid-positiven Patienten versorgen – Infrastruktur sowie Personal hierfür bereitstellen", betont sie. Die Patientenzahlen würden kontinuierlich auf hohem Niveau steigen.

Die Versorgung dieser Patienten sei sehr herausfordernd und aufwendig. Für die optimale Betreuung bedürfe es insbesondere in der Pflege eines höheren Personaleinsatzes. "Damit vor allem ausreichend Fachpersonal verfügbar ist, sind geplante operative Eingriffe zum Teil verschoben worden. Dies ist auch für diese Patienten eine enorme Belastung, da sie einer medizinischen Versorgung bedürfen", sagt sie. Zudem wurde Personal aus anderen Bereichen freigeschaufelt, 317 internistische wie chirurgische Betten an den vier Standorten habe man dafür temporär geschlossen.

Das Josephstift kann die Kapazität noch steigern. Es besteht die Möglichkeit, die Bettenkapazität auf insgesamt 26 Betten zu erhöhen.

Wie ist die Personallage? Können alle Schichten abgedeckt werden?

"Die Personalsituation am Universitätsklinikum Dresden ist durch hohen Krankenstand angespannt", betont Uniklinik-Sprecher Ostermeyer. Durch Schließungen von Stationen, einen Rückbau planbarer Eingriffe sowie eine Neustrukturierung der Personalressourcen lassen sich am Uniklinikum noch alle Schichten auf den Stationen abdecken. Die Quarantänefälle seien überschaubar, relevant für das Klinikum sei der Anteil an Mitarbeitern, der aufgrund einer Krankschreibung nicht verfügbar ist. "Insgesamt liegt in der Pflege der Krankenstand derzeit bei rund zehn Prozent", so Ostermeyer.

"Unter unseren Mitarbeitern aller Bereiche gibt es positiv Getestete", sagt auch die Sprecherin vom Städtischen Klinikum. Den temporären Ausfall von Mitarbeitern durch Quarantäne kompensiere das Krankenhaus durch die Schließung von Betten. Dies sei mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden, den aktuell alle Krankenhäuser leisteten. Parallel zur Versorgung von Corona-Patienten laufe der reguläre Klinikbetrieb weitestgehend weiter - schwere Verkehrsunfälle, Schlaganfall, ein Herzinfarkt oder Tumor richten sich nicht nach einem Virus. "Geplante Leistungen bieten wir weiterhin an, allerdings kommt es hier zu Verschiebungen“, so die Sprecherin.

"Personelle Engpässe gibt es derzeit im Joseph-Stift noch nicht", so die Sprecherin. Diese Situation könne sich allerdings ändern, wenn Mitarbeiter erkranken und ausfallen.

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