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Dresdner fahren ihre Kontakte zurück

Daten zeigen, wie sehr die Menschen ihre Mobilität einschränken. Ein Vergleich zum Dezember 2019 und zum Ostersonntag.

Auf Dresdens Straßen waren an Heiligabend deutlich weniger Menschen unterwegs.
Auf Dresdens Straßen waren an Heiligabend deutlich weniger Menschen unterwegs. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Feiern Sie im engsten Familienkreis! Verreisen Sie nicht! Die Worte des RKI-Präsidenten Lothar Wieler kurz vor Weihnachten waren deutlich. Leben stünden schließlich auf dem Spiel. Wie erst haben die Dresdner diese Mahnung genommen?

Seit Beginn der Pandemie untersuchen das RKI und die Berliner Humboldt-Universität, wie reisefreudig die Menschen in Deutschland sind. Auch das ist wichtig, um die Ausbreitung des Virus vorherzusagen. Dabei greifen die Wissenschaftler auf Mobilfunkdaten zurück. Anonymisierte Durchschnittsdaten für größere Gebiete. Die Forscher sehen also nicht, wie sich eine einzelne Person bewegt.

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Auf Neustädter Elbseite war es am ruhigsten

Diese Daten stehen nun auch für Heiligabend zur Verfügung. Dazu muss man sagen, dass die Dresdner, die Leipziger und die Chemnitzer ihre Mobilität bereits in den vergangenen Tagen weit zurückgefahren hatten. Das heißt, dass die Dresdner mit ihrem Handy deutlich seltener eine Funkzelle verließen und später für mindestens 15 Minuten ihre Position nicht mehr änderten. Eine Funkzelle ist übrigens ein Gebiet, das in Innenstädten einen Durchmesser von weniger als 100 Metern messen kann. Im ländlichen Bereich können Zellen deutlich größer sein. Eine Übersicht zu den Standorten finden Sie hier.

An Heiligabend haben noch weniger Dresdner das Haus verlassen, zeigt die Auswertung. Auf der Altstädter Elbseite zwischen Heidenau und einer Linie Flügelwegbrücke – Emerich-Ambros-Ufer – Tharandter Straße sind am 24. Dezember 48 Prozent weniger Reisen unternommen worden, vergleichen mit einem durchschnittlichen Donnerstag im Dezember 2019. Auf der Neustädter Elbseite zwischen Pillnitz und Leipziger Vorstadt waren es sogar 57 Prozent weniger. Im Dresdner Norden zwischen Weixdorf und Hellerau sank die Mobilität um 48 Prozent. Am agilsten waren die Menschen in Mickten, Kaditz, Trachau, Cotta, Gorbitz, Löbtau und Cossebaude. Dort fiel der Rückgang mit 34 Prozent etwas niedriger aus.

© COVID-19 MOBILITY PROJECT/Research on Complex Syst

Aber was sagen die Zahlen aus? Sind 50 Prozent weniger Reisen ein Zeichen dafür, dass die Dresdner Wielers Appell erstgenommen haben? Oder waren an Heiligabend 2019 nicht genauso wenige Menschen auf Achse? Ein direkter Vergleich zum 24. Dezember des vergangenen Jahres lässt der Mobilitätsmonitor nicht zu, da die Messungen nur bis zum Pandemiebeginn im März zurückreichen. Allerdings lässt sich die Reisefreudigkeit mit der Mobilität zu Ostern vergleichen.

Auch damals mussten sich die Sachsen an Ausgangsbeschränkungen halten und duften sich nicht weiter als 15 Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. Das Ergebnis: Zu Ostern waren die Dresdner deutlich mobiler. Altstädter Seite am Ostersonntag: minus 27 Prozent; Neustädter Seite: minus 36 Prozent; Dresdner Norden: minus 17 Prozent; Kaditz, Cotta und Co.: minus 13 Prozent. Wobei man sagen muss, dass das Wetter im April deutlich mehr zu Ausflügen ins Grüne animierte. Es waren die ersten warmen Tage des Frühjahrs.

Dresden ähnlich stark belebt wie Berlin und Hamburg

Um die Weihnachtszahlen einzuordnen, lohnt auch ein Blick auf andere deutsche Großstädte. Sachsen wurde im zweiten Lockdown lange nachgesagt, sich zu wenig an die Zuhause-Bleiben-Appelle gehalten zu haben. Tatsächlich gibt es Städte, in denen es noch ruhiger geworden ist. Heidelberg, München, Köln und Jena zum Beispiel. Dort sind an Heiligabend bis zu über 70 Prozent weniger Ausflüge unternommen worden. Die meisten Großstädte – Berlin, Hamburg und Düsseldorf etwa – hatten aber ähnlich viel Verkehr auf den Straßen wie Dresden.

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