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Lockdown: Dresdner Dampfer stellen Betrieb ein

Für die Dresdner Ausflugsflotte ging es gerade aufwärts. Doch die letzten zwei Monate des Jahres könnten die positive Entwicklung ausbremsen.

Das sogenannte Glitzerschiff ist ein Angebot für die Adventszeit. Das soll in diesem Jahr auf jeden Fall fahren, planen die Flottenchefs.
Das sogenannte Glitzerschiff ist ein Angebot für die Adventszeit. Das soll in diesem Jahr auf jeden Fall fahren, planen die Flottenchefs. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Es lief gerade richtig gut für die Dresdner Dampfer. Die Zahlen im September waren besser als in den fünf Jahren zuvor, nur der September 2017 reichte mit knapp 71.000 Passagieren fast an das Ergebnis aus diesem Jahr heran. 

Mehr als 75.000 Fahrgäste registrierte die Flotte im ersten Monat nach der Übernahme durch die neuen Eigentümer aus der Schweiz. Das Oktoberwetter war zwar durchwachsen, doch Geschäftsführer Stefan Bloch war auch da mit den Buchungen zufrieden. Zahlen konnte er bisher noch nicht nennen, aber das war ein "normaler Monat", sagte Bloch im SZ-Gespräch. 

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Und nun das: Corona, der zweite Gastro-Lockdown in diesem Jahr, bremst die Flotte jäh aus. Mindestens ein ganzer Monat geht verloren beim Kampf um gute Zahlen und Einnahmen. 

Wegen Corona: Sehr gutes Geschäft im September

Gerade wegen Corona waren die Passagierzahlen im September gut, meint Stefan Bloch. Deutsche Urlauber hätten mehr Städtereisen gemacht, das bekam auch die Flotte zu spüren. 

Nun wird nicht nur von Reisen abgeraten, auch innerhalb von Deutschland: Die Gastronomie bekam einen neuen Lockdown verordnet, ab Montag müssen Bars, Restaurants, Kneipen und Hotels vorerst geschlossen bleiben. 

"Deshalb ist es für uns nicht möglich, im November Leistungen zu erbringen", sagt Bloch. Die Konsequenz: Die Weiße Flotte stellt die Schifffahrt ab Montag ein, bis Ende November wird weder ein Dampfer noch ein Salonschiff mit Passagieren auf Tour gehen.

Dampfer auch im Winter bereit

Wie es danach weitergeht, ist offen. Die Verantwortlichen der Flotte wollen mehr fahren, als bislang im Winter üblich war. Deshalb haben sie entschieden, auch in der kalten Jahreszeit zusätzlich zu den Salonschiffen "Gräfin Cosel" und "August der Starke" die Dampfer Dresden und Pillnitz für Fahrten bereitzuhalten. 

In den vergangenen Jahren wurden sie stets winterfest gemacht und lagen mit Planen geschützt am Terrassenufer oder der Werft. Sie setzten auf den Christmas Garden im Schlosspark Pillnitz und die coronabedingte Ausweitung des Striezelmarktes bis ans Terrassenufer. 

Doch der Christmas Garden ist abgesagt, das Kombi-Angebot mit Dampfer-Ticket und Eintrittskarte deshalb hinfällig. Und der Striezelmarkt 2020 steht seit den jüngsten Corona-Entscheidungen in Berlin auf der Kippe.

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Stefan Bloch versichert: Die Flotte ist trotzdem nicht in Gefahr. Bei der Übernahme der Flotte Anfang September verfügte der neue Eigentümer, die River Advice AG aus Basel, nicht nur über das nötige Geld, um die Schiffe zu übernehmen. 

Auch dann sei vorgesorgt, wenn Einnahmen zum Beispiel wegen Corona fehlen. Unterdessen planen die Verantwortlichen die Saison 2021. Mit neuem Fahrplan, gleichen Preisen wie 2020 und einem geänderten Gastroangebot auf den Schiffen.

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