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Schäden nach Corona-Impfung: 54 Verdachtsfälle in SOE

Eine Viertelmillion Schutzimpfungen wurden im Landkreis verabreicht. Der Nutzen ist deutlich größer als das Risiko von Nebenwirkungen, sagen Experten.

Von Mareike Huisinga
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Im Landkreis Sächsische Schweiz haben sich im Vergleich zu anderen Landkreisen wenige Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen.
Im Landkreis Sächsische Schweiz haben sich im Vergleich zu anderen Landkreisen wenige Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. © Archiv: dpa/Daniel Schäfer

Corona hat uns weiterhin im Griff. Die Inzidenzzahlen steigen, bundesweit wie im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Grund für die rasant ansteigende Zahl der Erkrankungen ist auch die niedrige Impfquote in Sachsen. Ärzte appellieren insbesondere an die ältere Bevölkerung, sich möglichst rasch eine Auffrischungsimpfung geben zu lassen.

Ungeachtet dessen kursieren immer wieder Gerüchte, dass es zu Impfschäden in Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung kommen könnte. Hier die Fakten: Derzeit liegen dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 54 Verdachtsfälle einer über das übliche Maß hinausgehenden Impfnebenwirkung vor (Stand 12. Oktober 2021), teilt Pressesprecher Thomas Kunz auf Nachfrage von Sächsische.de mit.

Vier Todesverdachtsfälle in SOE gemeldet

Erkrankungen traten hauptsächlich nach Verabreichung des Biontech-Impfstoffes Comirnaty auf, nämlich in 39 Fällen. Außerdem gab es Komplikationen nach einer Impfung der Hersteller AstraZeneca, Moderna und Johnson&Johnson. Betroffen sind sowohl Frauen als auch Männer unterschiedlicher Altersgruppen. Welche Komplikationen konkret auftraten, führt das Gesundheitsamt nicht aus. Außerdem wurden vier Todesfälle gemeldet, die im Zusammenhang mit einer Covid-Schutzimpfung stehen könnten. Betroffen waren Personen im Alter von 78, 82, 85 und 91 Jahren.

Impfquote in SOE liegt bei 51,6 Prozent

Im Vergleich: Bisher wurden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzegbirge 248.462 Covid-Schutzimpfungen durchgeführt. Das teilt das Robert-Koch-Institut mit. Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums beträgt die Impfquote in SOE 51,6 Prozent. Damit liegt der Landkreis im Sachsen-Vergleich im unteren Mittelfeld. Eine niedrigere Impfquote haben nur der Erzgebirgskreis, der Landkreis Bautzen und der Landkreis Zwickau. Allerdings weist das RKI darauf hin, dass sich die Impfungen auf die Impfstellen im Landkreis, nicht auf den Wohnort des Geimpften beziehen. "Eine valide Aussage über die Durchimpfung der Bevölkerung in einem bestimmten Landkreis ist damit nicht möglich. In Sachsen gibt es von Anfang an die Möglichkeit, seinen Impfort bzw. sein Impfzentrum frei zu wählen", heißt es.

Trotz möglicher Nebenwirkungen betont das Sozialministerium: "Das Risiko eines schweren Verlaufs oder Todes durch Covid-19 ist um ein Vielfaches höher, als das Risiko einer über das übliche Ausmaß hinausgehenden Impfnebenwirkung."

Das Landratsamt schließt sich dieser Einschätzung an. "Durch die Impfung schützt man sich selbst, insbesondere auch vor einem schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf. Die Impfungen helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Jeder, der sich impfen lässt, schützt somit nicht nur sich selbst, sondern auch die Gemeinschaft", heißt es vom Gesundheitsamt des Landkreises.

Anspruch auf Entschädigung nach Impfschaden

Liegt ein Verdachtsfall im Zusammenhang mit einer Covid-Schutzimpfung vor, sollte der Betroffene den behandelnden Arzt aufsuchen, um die aufgetretenen Beschwerden behandeln zu lassen. Gegebenenfalls sind weiterführende Untersuchungen und Gutachten notwendig. Verdachtsfälle einer über das übliche Maß hinausgehenden Impfnebenwirkung gemäß Infektionsschutzgesetz sind dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. "Betroffene mit anerkanntem Impfschaden haben einen Anspruch auf Entschädigung. Ein diesbezüglicher Antrag ist an den Kommunalen Sozialverband Sachsen zu stellen", informiert das Sozialministerium.

Wer noch nicht gegen den Corona-Virus geimpft ist, der hat im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge derzeit vielerorts die Möglichkeit, sich unkompliziert und ohne Anmeldung bzw. Termin impfen zu lassen. Mobile Impfteams sind unter anderem in Pirna und Freital unterwegs, aber auch auf dem Land, um Impfwilligen ein Angebot zu machen.

Angeboten werden jeweils Erst- und Zweitimpfungen. Auch Drittimpfungen sind möglich, wenn die letzte Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

Impfwillige sollten neben der Krankenversicherungs-Chipkarte auch den Personalausweis oder Pass mitbringen. Außerdem den Impfausweis, falls dieser vorhanden ist. Den Aufklärungs- und Anamnesebogen gibt es vor Ort. Nach der Impfung ist es notwendig, noch 15 Minuten zu warten, da der Körper nach der Impfung eine Ruhephase benötigt.

Hier wird im Landkreis SOE gegen Corona geimpft

Pirna

  • 5., 6., 8., 9., 12. November: 9 - 16 Uhr, Turnhalle Sonnenstein, Struppener Straße 22.
  • 3., 4. November: 12 - 18 Uhr, Turnhalle Sonnenstein, Struppener Straße 22.
  • 13. November: 10 - 16 Uhr, Stadthaus Pirna, Am Markt 9/10.

Freital


  • 3. November: 10 - 16 Uhr, Rewe, Dresdner Straße 250.

Kipsdorf

  • 4. November: 12 - 18 Uhr: Bahnhof Kipsdorf, Altenberger Str. 22
  • 5. November: 9 - 16 Uhr: Bahnhof Kipsdorf, Altenberger Str. 22
  • 6. November: 9 - 15 Uhr: Bahnhof Kipsdorf, Altenberger Str. 22

Helmsdorf

  • 8., 10. November: 9 – 16 Uhr, Gemeindezentrum, Wesenitzstraße 48
  • 9., 11. November: 10 – 18 Uhr, Gemeindezentrum, Wesenitzstraße 48

Lohmen

  • 10., 12. November: 9 – 15 Uhr, Erbgericht, Basteistraße 17a
  • 11. November: 10 – 18 Uhr, Erbgericht, Basteistraße 17a

Dorfhain

  • 13. November: 15 – 22 Uhr, Gemeindeverwaltung, Schulstraße 4

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