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Kreis Bautzen plant keine lokalen Impfzentren

Um beim Impfen gegen Corona schneller voranzukommen, wollen einige Regionen in Sachsen eigene Zentren einrichten. Der Kreis Bautzen setzt auf einen anderen Weg.

Corona-Schutzimpfungen sollen bald beim Hausarzt möglich sein. Das Landratsamt Bautzen setzt vor allem auf diese Variante, um schneller und mehr Menschen impfen zu können.
Corona-Schutzimpfungen sollen bald beim Hausarzt möglich sein. Das Landratsamt Bautzen setzt vor allem auf diese Variante, um schneller und mehr Menschen impfen zu können. ©  Symbolbild/dpa

Bautzen. Im Landkreis Bautzen mit seinen rund 300.000 Einwohnern haben bisher 15.123 Menschen ihre Erst- und 7.157 ihre Zweitimpfung bekommen (Stand 10.03.). Um hier das Tempo zu erhöhen, setzt der Kreis laut Sprecherin Sabine Rötschke auf die niedergelassenen Ärzte. „Grundsätzlich plädieren wir für den Einbezug der Hausärzte, um wesentliche Fortschritte zu erzielen.“

Bund und Länder hatten vor Kurzem beschlossen, dass dies ab April möglich sein soll. Im Landkreis Bautzen wären die Hausärzte auch jetzt schon dazu in der Lage. Niedergelassene Ärzte drängen darauf, dass sie in die Impfkampagne eingebunden werden. Sie sehen darin viele Vorteile wie die Nähe und das persönliche Verhältnis zu ihren Patienten. Zudem sei ihnen deren Krankengeschichte bekannt, und die meisten Patienten würden ihren Hausärzten vertrauen.

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Kreis prüft Verknüpfung von Test- und Impfzentrum

Das Landratsamt verweist beim Thema Impfen auf die Zuständigkeit des Freistaates Sachsen, der damit das Deutsche Rote Kreuz beauftragt hat. Das betreibt bisher in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein zentrales Impfzentrum. Sabine Rötschke: "Gern unterstützen wir hier, auch in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden. Allerdings gibt es nach mehreren Wochen der Diskussion immer noch kein abschließendes Konzept des Freistaates.“

Einige Regionen in Sachsen sind schon vorgeprescht. So verkündete der Landkreis Görlitz kürzlich, dass er 18 lokale Impfzentren plant. Bereits Anfang März ging es auch dem Bürgermeister von Colditz mit dem Impfen nicht schnell genug. In der 8.600-Einwohner-Stadt im Landkreis Leipzig wurde deshalb eine Sportarena zu einem Impfzentrum umgerüstet.

Der Landkreis Bautzen plant jedoch keine eigenen lokalen Impfzentren. Stattdessen soll jetzt geprüft werden, ob eine Verzahnung von Testzentren und Impfstationen sinnvoll wäre. Wie das Landratsamt mitteilt, arbeitet es „derzeit an einem dezentralen Testkonzept". Nach Informationen von Sächsische.de sind Testzentren in den großen Kreisstädten Bautzen, Bischofswerda, Hoyerswerda und Kamenz geplant. Das Landratsamt erklärt derzeit lediglich, dass erste Vorplanungen erfolgt seien, man im Gespräch mit Dienstleistern sei, aber zunächst die Abstimmung mit den Städten und Gemeinden vornehmen wolle, bevor Näheres mitgeteilt werde.

Kreis Bautzen setzt auf Impfungen bei Hausärzten

Bislang sind Schnelltests in einigen Apotheken des Landkreises möglich, dort allerdings kostenpflichtig. Darüber hinaus gibt es das kostenlose Testangebot des Gesundheitsamtes. Die nächsten freien Termine sind allerdings erst am 15. April (Stand 10.03.).

Die geplanten Testzentren sollen von privaten Anbietern in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt betrieben werden. Und genau dort könnten auch die Hausärzte zum Einsatz kommen, wie Kreissprecherin Sabine Rötschke erklärt, zumindest bei entsprechender Größe.

Die Ärzte würden ihren Impfdienst demnach auslagern und hätten einen festen Platz. „Es handelt sich aber zunächst um eine Idee, die noch nicht mit den Hausärzten besprochen ist. Wir gehen aber davon aus, dass die Impfungen auch analog der Grippeschutzimpfungen im laufenden Betrieb der Praxen vorgenommen werden könnten“, sagt Rötschke.

Eine andere Frage ist, ob es jetzt überhaupt noch Sinn macht, Geld, Zeit und weitere Ressourcen für die Planung solcher Impf-Standorte zu investieren. Schließlich soll ja laut Bund in knapp vier Wochen die Impfung beim Hausarzt möglich sein.

Sachsenweit täglich bald 20.000 Impfungen?

Dann sollen auch die Menschen ab 70 Jahren geimpft werden. Zudem könnten dann auch Menschen mit Vorerkrankungen drankommen, ebenso bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen, die zu Hause leben. Auch Ärzte bekommen eine Impfung.

Zudem erwartet der Freistaat Sachsen eine deutliche Steigerung der Impfstofflieferung in den nächsten Wochen. Bis zum Ende des zweiten Quartals, also bis Ende Juni, rechnet Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) mit weiteren 4,7 Millionen Dosen.

Ziel sei es, im zweiten Quartal landesweit täglich 20.000 Menschen zu immunisieren. Die derzeitige Kapazität von 13.000 Impfungen täglich wird aktuell nicht voll ausgelastet. Dennoch ist die Impfquote in Sachsen etwas höher als im Bundesdurchschnitt.

Im Vogtlandkreis soll jetzt sogar die Priorisierung beim Impfen aufgehoben werden, weil die Region als Corona-Hotspot eingestuft wird. Geplant sind Impfungen für alle Einwohner des Vogtlandkreises ab 18 Jahre mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Vogtland laut Robert-Koch-Institut aktuell bei 207,5 und damit deutlich höher als sachsenweit, wo die Inzidenz bei 75,6 liegt (Stand 10.03.). Im Kreis Bautzen beträgt sie 71,1 laut RKI beziehungsweise 93,66 laut Landkreis-Angaben.

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