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Lugturm versteckt sich hinterm Gerüst

Der Turm soll wieder so schön werden, wie er vor 141 Jahren war. An den Kosten beteiligen sich viele, die mit ihm Erinnerungen verbinden.

Der Lugturm eingerüstet: Dieses Jahr soll das Gerüst wieder fallen und der Turm nach der Sanierung auch wieder begehbar sein.
Der Lugturm eingerüstet: Dieses Jahr soll das Gerüst wieder fallen und der Turm nach der Sanierung auch wieder begehbar sein. © Norbert Millauer

Vor vier Jahren schauten die Leute, was sich da rund um den Lugturm wieder tat. Das Bauwerk war hinter all dem Wildwuchs kaum noch zu sehen. Heute schauen die Leute wieder und sehen viel mehr. Nicht nur den Turm. Der ist jetzt eingerüstet. Wenn das Gerüst in diesem Jahr wieder abgebaut wird, soll der das historische Gebäude saniert sein.

Begonnen wurde mit Arbeiten, die man nicht sieht. Der Keller wurde entmüllt, der lose Putz im Inneren abgehackt. Sobald es etwas wärmer ist, wird der Zimmermann die beiden Türen ausbauen und aufarbeiten. Sie können erhalten bleiben, was für den historischen Wert des 1880 eingeweihten Turmes ein großes Plus ist. Die Sanierung soll sich weitgehend an dem Original orientieren. Der Turm wird künftig auch wieder begehbar sein.

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Symbolischer Kauf als Dankeschön

Langsam geht dann auch die äußere Sandstein-Sanierung des Turmes weiter. Dazu gehören die drei großen Schwerpunkte: Die vier Sandsteintafeln, die acht Brüstungselemente und die vier Eingangsstufen. Mit dem symbolischen Kauf eines der 16 Teile kann man sich an den Kosten für die Sanierung beteiligen. Einer der Ersten, der das tat, war Bernd Schubert. Der Schausteller war im vergangenen Jahr mehrere Monate mit seinem Riesenrad am Lugturm zu Gast. Das half ihm, durch das Corona-Jahr zu kommen. Seine Hilfe für den Turm ist gewissermaßen ein Dankeschön.

Erinnerungen von Generationen

Von den vier großen Tafeln sind zwei Patenschaften verkauft, von den acht Brüstungselementen zu je 750 Euro fünf, von den Stufen zu je 350 Euro sind noch drei übrig. Oft seien es Familien, die sich so beteiligen, sagt Bauherr Jens Genschmar, der auch als Dresdner Stadtrat der Freien Wähler bekannt ist. "Und irgendwie haben alle eine Beziehung zum Lugturm." Hier lernten sich Generationen von Heidenauern kennen, heirateten, feierten, tanzten.

Der Turm musste zwar schon 1938 wegen Baufälligkeit geschlossen werden, aber es gab in unmittelbarer Nähe zwei Gaststätten. Das Gasthaus Lugturm wurde lange als Ausflugs- und Tanzlokal betrieben. Später übernahm eine Textilfirma das Objekt und richtete hier ein Kinderferienlager mit Betriebsferienheim ein. Nach zwei Bränden musste es schließen. Anfang der 1990er-Jahre folgte der Abriss, und das Areal verfiel bis Anfang 2017. Seither ist Familie Genschmar der Pächter.

Sechs Laternen und eine Idee

Seit ein paar Tagen ist dem Lugturm auch noch ein Licht aufgegangen, genauer gesagt sechs Lichter. Sechs den alten Dresdner Straßenlampen nachempfundene Laternen wurden installiert. Die technischen Voraussetzungen wurden schon voriges Jahr geschaffen. Als in Vorbereitung der Turmsanierung ein zweiter Stromkasten aufgestellt wurde, dachte man schon an die Kabel für die Laternen.

Sechs Laternen sorgen jetzt für Licht rund um den Lugturm.
Sechs Laternen sorgen jetzt für Licht rund um den Lugturm. © privat

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Die Pächter haben einiges vor. Erst einmal wird aber am Sonntag ein Geburtstag des Heidenauer Ausflugsziels gefeiert.

Der Lugturm ist nach wie vor ein beliebtes Ziel für Wanderer, Spaziergänger, Radler, Ausflügler. Als der Imbiss geschlossen war, brachten sich viele ihre Verpflegung selbst mit und genossen sie rund um das Areal, von dem man einen herrlichen Blick hat. Inzwischen ist der Imbiss am Wochenende wieder offen, mit allen Regeln und Maßnahmen rund um Corona. "Die Gäste halten sich dran, weil sich alle freuen, wenn wieder offen ist", sagt Genschmar. Und er hat da auch schon wieder eine Idee...

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