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Mehrere Corona-Hotspots in Dresden

Nicht nur die Corona-Infektionszahlen steigen weiter in Dresden, es sind auch mehrere lokale Ausbrüche bekannt. Nun wurden 30 Fälle in der JVA öffentlich.

Im Dresdner Gefängnis haben sich 30 Inhaftierte mit dem Coronavirus infiziert. Wie das passieren konnte, sei noch unklar, teilte die Anstaltsleitung mit.
Im Dresdner Gefängnis haben sich 30 Inhaftierte mit dem Coronavirus infiziert. Wie das passieren konnte, sei noch unklar, teilte die Anstaltsleitung mit. © Archivbild: Robert Michael

Dresden. Das Dresdner Gesundheitsamt hat am Dienstag insgesamt 119 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei 132. Nun wird klar, es gibt auch mehrere größere Ausbrüche in der Stadt.

In den vergangenen zwei Wochen gab es laut Gesundheitsamt einen größeren Ausbruch in einem Altenpflegeheim, welches die Stadt aus Datenschutzgründen nicht nennt, und in zwei Erstaufnahmeeinrichtungen; außerdem war eine Kita überdurchschnittlich betroffen. Wann genau die Ausbrüche begannen, teilt die die Stadt aus Datenschutz ebenso wenig mit wie einzelne Zahlen und Einrichtungen.

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Hinzu kamen mehrere Schulen und Kitas, in denen einzelne Gruppen und Klassen in Quarantäne gehen mussten. Mit Stand vom Dienstagmittag befinden sich insgesamt 1.136 Menschen einer Gemeinschaftseinrichtung in Quarantäne. Betroffen sind neben Kindern, Schülern, Erziehern und Lehrern auch Pflegeheimbewohner und Pfleger.

Wie viele Fälle gibt es in Seniorenheimen?

Nach jetzigen Stand gab es in Altenpflegeheimen im Oktober 55 positive Corona-Nachweise mit Quarantäne bis in den November hinein, im November sind es bisher 27. Aktuell sind vier Einrichtungen betroffen. Nach SZ-Informationen gilt in einem betroffenen Heim KS-Residenz auf der Königsbrücker Straße jetzt Quarantäne, keiner darf rein und keiner raus. Der Betreiber schreibt auf Anfrage: „Die Ergebnisse der firmeneigenen Testreihe liegen jetzt vor und ergaben, dass derzeit siebzehn Bewohner und vier Mitarbeiter Corona-positiv sind. Die Betroffenen sind symptomfrei und das Infektionsgeschehen ist auf den Wohnbereich 1 begrenzt, der auf Anordnung des Gesundheitsamtes unter Quarantäne steht. Damit können wir dort derzeit keine Besuche und therapeutische Anwendungen ermöglichen. Die Bewohner haben jedoch die Möglichkeit, den direkten Gartenzugang alleinig zu nutzen.“ 

In der als besonders gefährdet geltenden Gruppe der über 60-Jährigen gibt es in Dresden bislang 723 nachgewiesene Infektionen, darunter 260 bei den über 80-Jährigen.

Wie ist das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas?

Die schnell steigenden Infektionszahlen haben nun auch deutliche Auswirkungen auf Dresdner Kitas und Schulen. Am Dienstag hat sich die Zahl der Schüler, Lehrer und Kita-Kinder, die nun daheim bleiben müssen, nahezu verdoppelt. Das Gesundheitsamt hat für mehr als 360 Schüler und Lehrer sowie für fast 380 Kita-Kinder und Erzieher Quarantäne angeordnet. 

Betroffen sind im Vergleich zum Montag drei weitere Kitas und elf Schulen. Zu den bislang betroffenen Kitas kommen am Dienstag die Kita "Zwergenland" in Prohlis, die AWO-Kita in Plauen sowie die Kita KIZ in Langebrück. In den drei Einrichtungen befinden sich nun rund 140 Personen in Quarantäne, stadtweit betrifft das am Dienstag 367 Kinder und Erzieher.

Rasant schnellt auch die Zahl der Dresdner Schüler und Lehrer, die nun zu Hause bleiben müssen, nach oben: Gleich elf Schulen kommen am Dienstag zu den fünf bislang betroffenen dazu. Unter anderem arbeiten jetzt Schüler und Lehrer der Christlichen Schule in Großzschachwitz, der 32. Grundschule in Blasewitz und der Universitätsgrundschule zu Hause. 

Gleich 40 Personen wurden am Kreuzgymnasium in Quarantäne geschickt, sogar 53 Schüler und Lehrer sind davon in der 139. Grundschule betroffen. Insgesamt ist die Zahl der Quarantäne-Fälle an Dresdner Schulen von 91 am Montag auf 378 am Dienstag gestiegen. 

Wie stark betroffen sind die Flüchtlingsunterkünfte?

Aktuell gibt es unter den Bewohnern der Dresdner Unterkünfte der Erstaufnahmeeinrichtung 20 Corona-Infizierte, teilt Ingolf Ulrich von der Landesdirektion Sachsen auf SZ-Anfrage mit. Die Infizierten wurden in den Unterkünften an der Hamburger Straße und an der Bremer Straße festgestellt. 

Sie sind während der Quarantäne in der Unterkunft am Hammerweg untergebracht, wohin sie jeweils zeitnah nach Feststellung der Infektionen verlegt werden. Die genauen Daten der Verlegung werden nicht statistisch erfasst, so Ulrich. Außerdem sind laut Stadt zwei Wohnheime in Dresden betroffen. Die Absonderung findet in den Einrichtungen selbst statt und berechne sich nach dem üblichen Schema des Robert Koch-Institutes. Die Absonderungen laufen daher zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus, so die Stadt.

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Laut Stadt sind 360 Bewohner von drei Dresdner Asylunterkünften in Quarantäne. Welche die dritte neben Hamburger und Bremer Straße ist, nennen weder Stadt noch Landesdirektion.

Zuerst hatte sich Mitte Oktober eine Frau mit Fieber und weiteren Symptomen beim Med-Point der Einrichtung gemeldet, so die Landesdirektion Sachsen. Ein Test fiel am 16. Oktober positiv aus. Einen Tag später teilte das Gesundheitsamt mit, dass eine der Kontaktpersonen ebenfalls positiv getestet wurde. An der Unterbringung der Menschen auf engem Raum hatte es immer wieder Kritik vom Flüchtlingsrat gegeben. 

Wie viele Fälle gibt es im Gefängnis?

Seit Ende vergangener Woche gibt es die ersten positiven Corona-Fälle in der Dresdner Justizvollzugsanstalt (JVA). Das teilte die stellvertretende Anstaltsleiterin Rebecca Stange am Dienstagabend auf SZ-Anfrage mit. Die beiden Fälle seien per Labortest bestätigt worden. Weitere 28 Gefangene seien durch anschließende Schnelltests aufgefallen, eine Bestätigung durch das Laborergebnis stehe noch aus.

Die meisten Betroffenen zeigten keinerlei Symptome, in wenigen Fällen seien leichte Erkältungssymptome aufgetreten. Der medizinische Dienst der JVA sei in regelmäßiger Rücksprache mit den Betroffenen, um sich ein Bild über ihren Gesundheitszustand zu machen, so Stange.

Derzeit könnten noch keine abschließenden Angaben über die Infektionsketten gemacht werden. Schon seit März würden neu aufgenommene Gefangene zwei Mal getestet und erst mit zwei negativen Ergebnissen in die einzelnen Hafthäuser verlegt.

Am Dienstag hat die Dresdner JVA am Hammerweg ihre Abläufe erheblich eingeschränkt, um weitere Ansteckungen innerhalb der Anstalt zu vermeiden. Die Gefangenen können etwa nur noch mit Maske zum gemeinsamen Hofgang. Alle weiteren Maßnahmen würden einzeln durchgeführt. Auch die Beschäftigungsmöglichkeiten der Gefangenen wurden eingeschränkt, weil sie mit einer Vielzahl von Kontakten einhergingen.

Nur für die JVA zwingend notwendige Arbeitsbereiche würden aufrechterhalten. Der Einkauf der Gefangenen werde etwa über ein Bestellsystem organisiert, Besuche seien wie schon Anfang 2020 vorübergehend ausgesetzt worden.

Diese Einschränkungen seien unumgänglich, um die Gesundheit von Bediensteten und Gefangenen zu schützen, sagte Rebecca Stange. „Ich bin froh über das bisher gezeigte Verständnis der Gefangenen in dieser schwierigen und besorgniserregenden Zeit.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisteten ihr Bestes, um die Situation zu bewältigen.

Die Frage, ob unter den Infizierten auch Bedienstete sind, beantwortete die stellvertretende Anstaltsleiterin nicht. Seit Ende Oktober wurden auch positive Covid-19-Infektionen in anderen sächsischen JVAs bekannt. 

Wie viele Menschen müssen im Krankenhaus versorgt werden?

Das Gesundheitsamt hat am Dienstag vier neue Krankenhaus-Einweisungen gemeldet. Insgesamt benötigten bislang 190 Covid-19-Patienten eine stationäre Versorgung. Bei mittlerweile 26 Dresdnern wird der Tod auf das neuartige Virus zurückgeführt. Zu den drei neuen Todesfällen von Dienstag liegen bisher keine genaueren Informationen vor.

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