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Mittelsachsen sind reisehungrig

Die Angebote der Reisebüros sind nach der Corona-Pandemie sehr gefragt. Diese können aber nicht alle Kundenwünsche erfüllen.

Viel Andrang herrschte in der vergangenen Woche beim Reisebüro Reiseservice May sowohl in Waldheim als auch in Hartha. Vor allem Busreisen und Flüge nach Griechenland werden im Harthaer Büro bei Leiterin Tina Görlitz gebucht.
Viel Andrang herrschte in der vergangenen Woche beim Reisebüro Reiseservice May sowohl in Waldheim als auch in Hartha. Vor allem Busreisen und Flüge nach Griechenland werden im Harthaer Büro bei Leiterin Tina Görlitz gebucht. © Lars Halbauer Lars Halbauer

Region Döbeln. In den Reisebüros der Region geben sich die Kunden sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Die Reiselust der Mittelsachsen ist mit sinkender Inzidenz und wegfallenden Einschränkungen geweckt.

Doch einfach eine günstige Reise buchen und ab geht es, ist kaum noch möglich. Dabei müssen die Entscheidungen für die jeweilige Reise schnell getroffen werden. Die Hotels und Schiffe dürfen wegen Corona nur die Hälfte der Gäste aufnehmen. Von Dresden und Leipzig starten wesentlich weniger Flieger in Richtung Süden, sodass die Plätze begehrt sind.

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Das kann Tina Görlitz, Büroleiterin von Reiseservice May in Hartha bestätigen. Sind zum Beispiel vor der Pandemie täglich drei bis vier Flugzeuge von Leipzig und Dresden nach Mallorca gestartet, so sind es jetzt pro Woche vier.

Kreuzfahrten erst im nächsten Jahr

Am begehrtesten seien im Harthaer Büro zurzeit Busreisen in Deutschland, nach Polen oder Österreich. „Wer mit dem eigenen Auto fährt, will oft an die Ostsee. Doch da können wir nur noch auf freie Plätze in teuren Hotels verweisen. Bezahlbare Angebote gibt es so gut wie nicht mehr“, so Tina Görlitz.

Diejenigen die ins Ausland fliegen wollen, würden hauptsächlich Urlaub auf Rhodos, Kreta oder Korfu buchen. Mallorca geht auch, ist aber teurer als in den Jahren vor der Pandemie. „Seit Juni wird wieder die Türkei nachgefragt“, so Tina Görlitz. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Leute vorsichtiger und ihnen sichere Reiseziele wichtig sind.

Schon wenn Einreiseformulare für das jeweilige Land auszufüllen sind, sei das für manche Leute ein Grund, nicht dorthin zu fahren. Außerdem gebe es den sogenannten Flex-Tarif, bei dem fast alle Reisen 14 Tage zuvor kostenlos storniert werden können, seit März nicht mehr kostenfrei zu den Reisen dazu.

„Fernreisen und Kreuzfahrten buchen die meisten für das kommende Jahr. Einige mussten ihre Reisen wegen Corona bereits zum zweiten Mal verschieben“, so die Büroleiterin.

Reisebüro in Döbeln überrascht von großer Nachfrage

Seit Anfang Juni hat auch Andreas Gerhardt von Reisen & Service an der Ritterstraße in Döbeln viel zu tun – endlich kann er wieder Kunden glücklich machen und Reisen verkaufen. „Die Prognosen vor der Wiedereröffnung gingen von verhaltenem Abwarten bis zum überrannt werden“, sagte der Inhaber des Reisebüros. Trotzdem sei er von der großen Nachfrage überrascht worden.

Gerhardt schaut nicht nur täglich nach, welche Reisen noch zu haben sind, sondern auch, wie die Corona-Regeln für die entsprechenden Länder sind. „Diese ändern sich zurzeit täglich“, sagte Gerhardt. Die Kunden würden vor allem Reisen in die Länder buchen, die relativ sicher sind.

Zu den Lieblingsreisezielen der Mittelsachsen gehören Spanien, Griechenland, Italien und Österreich. Es würden aber auch Urlaubsreisen in der Ferne zum Beispiel in die Dominikanische Republik und auf die Malediven gebucht.

Flüge sind begrenzt, Hotels ausreichen da

„Wichtig ist den Kunden, dass sie nach der Reise nicht noch in Quarantäne müssen. Schließlich ist das Budget der Urlaubstage begrenzt“, so Gerhardt. Wer sich für eine Reise entschieden hat, sollte nicht lange mit dem Buchen warten.

„Wenn ich am Freitag ein Angebot unterbreite, kann es am Montag schon nicht mehr da sein. Die Kunden müssen entscheidungsfreudig sein“, so der Reisefachmann. Zwar gebe es in den Urlaubsländern genügend Unterkünfte, aber die Flüge dahin und wieder zurück sind begrenzt.

Auch die Nachfrage nach Urlaubsplätzen im Inland haben zugenommen, so Gerhardt. Doch viele Hotels oder Pensionen sind schon ausgebucht. Gefragt seien bei diesem Wetter vor allem Urlaub an der Ostsee oder einem anderen Gewässer.

"Kunden wollen ans Meer, sich erholen"

Die Inhaberin des Reisebüros Topp Tours Irene Johnke spricht von einem starken Interesse der Kunden, seit sie wieder Reisen verkaufen darf. „Es läuft wieder an.“ Darüber und dass die Leute ihr das Vertrauen schenken, freut sich die Reisefachfrau. Sie setzt zurzeit fast ausschließlich auf Pauschalreisen, damit die Kunden abgesichert sind – außer es wird ausdrücklich eine Individualreise gewünscht.

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„Die meisten Kunden wollen ans Meer, um sich zu erholen. Favoriten sind dabei Spanien und Griechenland“, so Irene Johnke. Eine Reise nach Portugal sieht sie bei der derzeitigen Corona-Lage schon etwas kritischer.

So wird vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Lissabon und auf die Azoren derzeit gewarnt. Manche Reise muss schon wieder rückabgewickelt werden. „Es ist ein ständiges Auf und Ab. Die Informationen zu den einzelnen Ein- und Ausreisebestimmungen werden täglich aktualisiert. Da müssen wir ständig informiert sein“, so Johnke.

Urlaubs-Schnäppchen für den Sommer sind weg

Sie und ihr Team wollen den reisehungrigen Mittelsachsen mit Rat und Tat zur Seite stehen und für sie den optimalen Urlaub planen. Dabei ist es jetzt gar nicht mehr so einfach – vor allem in Deutschland ein preisgünstiges und attraktives Angebot zu machen.

Besonders für die Ferienzeit im Juli und August sei das Interesse groß. Auch bei Topp Tours wollen die meisten Kunden an einen See oder an die Ostsee. „Wer sich bisher nicht um einen Urlaubsplatz in diesen Regionen gekümmert hat, wird es schwer haben, etwas zu finden“, so Johnke.

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Für Anfang Juli seien alle guten und preiswerten Urlaubsplätze weg. Alles sei etwas preisintensiver geworden. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, so die Reisefachfrau. Wer ein größeres finanzielles Urlaubsbudget habe, für den ließe sich durchaus noch etwas finden.

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