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Ein Zeugnisbonus für Sachsens Schüler

Das Homeschooling wird verlängert. Sollte es in den Ländern unterschiedlich lang dauern, muss das berücksichtigt werden. Ein Kommentar.

Schulschließungen sollten bei der Benotung berücksichtigt werden, findet SZ-Redakteur Thilo Alexe.
Schulschließungen sollten bei der Benotung berücksichtigt werden, findet SZ-Redakteur Thilo Alexe. © Jan Woitas/dpa/SZ

Zu den Anstrengungen, die die Corona-Pandemie dem Bildungswesen aufbürdet, zählt die für Chancengleichheit. Und zwar in einer besonderen Facette. Zur ohnehin bestehenden Herausforderung, Schülern aus unterschiedlichen Milieus möglichst gleiche Bildungschancen zu bieten, kommt eine, die sich banaler anhört. Die, Schülern möglichst gleich viel gleichwertigen Unterricht zu ermöglichen.

Dass Sachsen angesichts des Infektionsgeschehens im Freistaat die Schulen geschlossen lassen will, ist nachvollziehbar. Auch wenn die Studienlage nicht einheitlich ist: Eine Öffnung, so sehr sie manche Eltern wie Jugendliche wünschen, wäre im Bundesland mit den hohen Inzidenzen riskant. Andere Länder drängen ebenfalls auf die Fortsetzung des Lockdowns. Doch Einigkeit besteht nicht.

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Susanne Eisenmann, Kultusministerin des bevölkerungsreichen Baden-Württemberg und CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagwahl, plädiert für eine Öffnung der dortigen Grundschulen ab kommender Woche. Über kurz oder lang wird das eine drängende Frage. Länder mit geringem Infektionsgeschehen wollen Kindern und Jugendlichen das Fernbleiben von der Schule nicht länger zumuten. Verständlich ist das. Aber sollte es große regionale Differenzen geben, benötigt es einen Ausgleich.

Es braucht einen Ausgleich

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Schüler können von Lehrern nun mal besser im Präsenzunterricht betreut werden. Vor allem für Schulabgänger ist das relevant – mit Blick auf Studien- und Ausbildungsplätze. Es braucht also, sollte Homeschooling in den Ländern künftig unterschiedlich intensiv betrieben werden, einen Ausgleich. Abschlüsse müssen bundesweit vergleichbar sein. Regeln lassen dürfte sich das, trotz aller föderaler Eigenheiten, etwa mit einem Bonussystem bei Zeugnissen von Jugendlichen, die kaum Präsenzunterricht hatten. Denn Unterschiede bleiben, auch wenn es einheitliche Maßstäbe für Öffnungen wie etwa die Infektionsdynamik geben soll.

Am Montag übrigens hatte die zentrale Berliner Onlineplattform Lernraum Startschwierigkeiten. In Sachsen sind solche Probleme auch bekannt. Das ist die zweite Herausforderung, die Corona der Kultuspolitik auferlegt.

E-Mail an Thilo Alexe

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