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Soll Dresden weltweiten Corona-"Gipfel" ausrichten?

Dresden soll an die Tradition der Hygiene-Ausstellungen von 1911 und 1930/31 anknüpfen, fordert ein Politiker. Die Pandemie habe ihn dazu "inspiriert".

Holger Zastrow zeigt ein Plakat der Hygiene-Ausstellung von 1930/31. Diese will er wiederholen.
Holger Zastrow zeigt ein Plakat der Hygiene-Ausstellung von 1930/31. Diese will er wiederholen. © René Meinig

Dresden. "Das Thema betrifft die ganze Welt", sagt Dresdens FDP-Fraktionschef Holger Zastrow. Und: "Dresden hat großes Renommee."

Zastrow meint nicht nur die früheren Hygiene-Ausstellungen, zu einer Zeit, als das Gesundheitsamt hier in Bezug auf Konzepte als führend galt, sondern eben auch Wissenschaft, Forschung und Unternehmen aus dem Pharma- und Medizin-Sektor - damals wie heute.

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Dresden eigne sich wie keine andere Stadt, um eine neue internationale Hygiene-Ausstellung wie früher durchzuführen. Anlass sei Corona. "Der kleinste Fall wäre ein Gipfel mit internationalen Experten", so Zastrow. "Die ganze Welt würde dann nach Dresden gucken."

Er könne sich aber auch viel mehr vorstellen, von einem Kongress über eine Fachtagung oder eine Messe bis hin zu einer Art Welt-Ausstellung.

Dafür will die FDP-Fraktion per Stadtratsantrag Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragen, die Voraussetzungen zu prüfen. Bund und Freistatt sollen die Stadt dabei unterstützen. Zastrow rechnet mit rund drei Jahren Vorbereitungszeit.

"Das könnte eine Art Ersatz für die gescheiterte Kulturhauptstadt-Bewerbung werden", sagt er. So eine Ausstellung könne viele Experten, aber auch Touristen anlocken. Die Hygiene-Ausstellung 1911 war mit 5,2 Millionen Besuchern die bis heute am besten besuchte Ausstellung in Dresden. 1930/31 kamen rund 4,75 Millionen Besucher.

Bei den früheren Hygiene-Ausstellungen wurden die neuesten wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Standards im Bereich Hygiene und Gesundheit aus aller Welt gezeigt. Etliche Länder beteiligten sich daran.

In der neuen Ausstellung soll es ebenfalls um aktuelle Standards und neueste Forschungsergebnisse gehen, nicht nur in Bezug auf Corona. Es sollte natürlich um einen Erfahrungsaustausch bezüglich der Pandemie gehen. "Der Umgang mit Corona ist in den deutschen Bundesländern bereits sehr unterschiedlich, weltweit gibt es noch viel mehr Herangehensweisen", so Zastrow. Es solle aber auch um Themen wie Krankenhaus-Hygiene gehen, weil multiresistente Keime ein enormes Problem darstellen.

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Dann kann der Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob das Thema ernsthaft verfolgt wird.

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