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Forststeig bekommt Designer-Hütten

Studenten der TU Dresden haben Ideen, damit Wanderer nicht im Regen sitzen müssen. Im Sommer soll der beste Entwurf gekürt und auch aufgebaut werden.

Im letzten Jahr neu eröffnet: Das Zehrborn Biwak am Forststeig Elbsandstein, nahe der Grenzplatte im hinteren Bielatal.
Im letzten Jahr neu eröffnet: Das Zehrborn Biwak am Forststeig Elbsandstein, nahe der Grenzplatte im hinteren Bielatal. © Uwe Borrmeister/Sachsenforst

Wandern und schlafen an der frischen Luft - auf dem Forststeig Elbsandstein ist das möglich. Entlang der rund 110 Kilometer langen Trekkingroute in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz gibt es fünf Trekkinghütten und sechs Biwakplätze, an denen man naturnah übernachten kann.

Nachdem die Biwakplätze, an denen im eigenen Zelt campiert werden kann, im letzten Jahr einen wahren Ansturm erlebt haben, sollen diese 2021 weiter ausgebaut werden. Das kündigt der Forstbezirk Neustadt an, der die Trekkingroute betreut. Konkret geht es um zwei neuen Biwaks, die in der letzten Saison eröffnet wurden: Das "Quirl-Biwak" südlich von Pfaffendorf, unweit vom Quirl sowie das "Zehrborn-Biwak" im hinteren Bielatal unterhalb der Grenzplatte.

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Fünf Trekkinghütten und sechs Biwakplätze gibt es am 110 Kilometer langen Forststeig Elbsandstein.
Fünf Trekkinghütten und sechs Biwakplätze gibt es am 110 Kilometer langen Forststeig Elbsandstein. © Sachsenforst

Vor Ort gibt es bislang eine Komposttoilette für das menschliche Bedürfnis. Auch Sitzmöglichkeiten mit Tischen und Bänken wurden aufgebaut. Zur Ausstattung gehört zudem eine feuerfeste Unterlage, auf der gekocht werden kann. Bei starkem Regen können sich die Wanderer unter ein kleines Holzdach flüchten. Mehr Schutz vor Wind und Wetter gibt es bislang nicht. Das will der Forstbezirk ändern.

Sicherer Unterschlupf für vier Personen

An den beiden Biwaks sollen je eine Schutzhütte aufgebaut werden. Bei Unwetter sollen darin bis zu vier Wanderer einen sicheren Unterschlupf finden können. "Wir hoffe, dass die Hütten Ende August eingeweiht werden können", kündigt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt an. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, liegt an Studenten der Technischen Universität Dresden.

Studenten der Fakultät Architektur beschäftigen sich im aktuellen Wintersemester mit dem Forststeig. In einem Seminar geht es darum, neue Schutzhütten für Wanderer zu entwerfen. Diese sollen aus Holz gebaut, transportabel und wartungsarm sein. Die ersten Entwürfe sind bereits auf Papier. Dort sollen sie jedoch nicht bleiben. Ziel ist es, zwei der Entwürfe tatsächlich umzusetzen.

Welche das sind, das entscheidet eine Fachjury, zu der auch Vertreter des Sachsenforstes gehören. Dann beginnt für die angehenden Architekten der zweite Teil der Aufgabe. Denn sie liefern nicht nur den Entwurf, sondern übernehmen auch den Aufbau vor Ort. "Damit sich die Studenten ein genaues Bild von der Umgebung machen können, war eigentlich eine Exkursion zu den Biwaks am Quirl und der Grenzplatte geplant", sagt Borrmeister. Wegen der Corona-Pandemie musste dieser Ausflug jedoch ausfallen. Das Projekt wird dennoch fortgesetzt.

Die Kooperation zwischen Sachsenforst und TU Dresden besteht schon seit mehreren Jahren. Architekturstudenten hatten bereits 2016 für die beiden Biwaks am Taubenteich und Zschirnstein zwei Schutzhütten entworfen und auch aufgebaut.

Doppelt so viele Besucher an Biwaks

Dass in die Biwaks weiter investiert wird, hängt auch mit der Corona-Situation zusammen. Im vergangenen Sommer haben deutlich mehr Wanderer die Plätze angesteuert, an denen sie mit Abstand ihr eigenes Zelt aufschlagen können. Den Freiraum gibt es in den Trekkinghütten nicht. Hier teilen sich die Wanderer größere Schlafsäle. Statistisch gesehen haben zwei von drei Übernachtungsgästen - insgesamt rund 6.200 Personen - 2020 das Biwak der Hütte vorgezogen. Am beliebtesten war das Spitzstein-Biwak nahe Cunnersdorf. Insgesamt 1.500 Camper wurden hier registriert. Das waren mehr als doppelt so viele wie noch 2019, als 670 Gäste hier übernachteten. Einen ähnlichen Ansturm gab es auf das Zschirnstein-Biwak nahe der tschechischen Grenze mit rund 1.100 Besuchern. Hier verdoppelte sich die Besucherzahl ebenfalls.

Sollte der Boom am Forststeig anhalten, sollen weitere Übernachtungsmöglichkeiten geprüft werden, teilt der Sachsenforst mit.

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