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Das sind die Urlaubsziele der Bautzener

Im Kreis Bautzen ist die Hoffnung auf den Sommerurlaub nach Corona groß. Wer risikofrei verreisen will, bucht einen Flug ins Ausland.

Griechenland-Kataloge teilt Henry Reißig vom Bischofswerda Reisbüro Martin derzeit besonders häufig an seine Kunden aus. Wie andere europäischen Länder auch, darf das Land wieder ohne Quarantäne bereist werden.
Griechenland-Kataloge teilt Henry Reißig vom Bischofswerda Reisbüro Martin derzeit besonders häufig an seine Kunden aus. Wie andere europäischen Länder auch, darf das Land wieder ohne Quarantäne bereist werden. © Steffen Unger

Bautzen. Die Temperaturen steigen, die Inzidenzen sinken und die ersten vorsichtigen Lockerungen machen Hoffnung auf die allmähliche Rückkehr in eine Normalität nach Corona. Nach über einem Jahr Pandemie und langem Lockdown lenkt die derzeitige Entwicklung den Blick in die Ferne. Das bemerken auch die Reiseveranstalter im Landkreis Bautzen: "Die Nachfrage ist da", sagt Eliane Putzke, die Inhaberin der gleichnamigen Reiseagentur in Pulsnitz. "Die Leute haben Fernweh, wollen mal wieder raus und etwas anderes sehen als ihr gewohntes Umfeld", bestätigt Andrea Schmidt vom Radiborer Unternehmen Schmidt-Reisen.

Allen Hoffnungen zum Trotz ist die Wahrheit aber leider diese: Der Pandemie gänzlich davonreisen wird man in diesem Jahr nicht können. Aber man kann ihr während des Sommerurlaubs aus dem Weg gehen. Überraschend dabei: Wer eine Flugreise ins europäische Ausland bucht, hat bessere Chancen auf einen reibungslosen Urlaubsablauf als jener, der sich für ein innerdeutsches Reiseziel entscheidet. Bertram Petzold vom Landesverband Sächsischer Omnibus- und Touristikunternehmen fasst dieses Phänomen so zusammen: "Sie können verbindlich 14 Tage Türkei buchen. Warnemünde wird aber schwierig".

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Griechenland und Spanien werden am häufigsten gebucht

Weil viele europäische Länder aufgrund sinkender Inzidenzen Tourismus wieder erlauben und der Flugverkehr wieder Fahrt aufnehme, seien Reisen ins europäische Ausland eine sicherere Bank als innerdeutsche Destinationen per Reisebus, teilen die Reiseveranstalter mit. Der Grund: "Wer an einem Ort ins Flugzeug steigt und am anderen wieder aus, muss lediglich zweimal nachweisen, dass er geimpft, genesen oder nicht infiziert ist", erklärt Petzold.

Griechenland, Spanien, die Türkei und Mallorca seien derzeit pandemiesichere Reiseziele - und werden deshalb gern gebucht. Das berichten die hiesigen Reiseunternehmen unisoni. Zögerlich folgen die Kanaren. Kreuzfahrten werden noch verhalten gebucht. Die Ostsee aber gar nicht: "Was den Inlands-Tourismus angeht, sind die Regelungen aufgrund der Bundesnotbremse derzeit von Bundesland zu Bundesland - ja sogar von Landkreis zu Landkreis - unterschiedlich. Ein innerdeutscher Flickenteppich ist entstanden. Das Ziel, bundeseinheitliche Regelungen zu schaffen, wurde im Hinblick auf die Reisebranche völlig verfehlt. Die Anbieter schaffen deshalb Insellösungen", so Petzold. Profitieren würden von den Folgen vor allem die Konzern-Touristiker wie Tui oder Der. Kleine Reiseanbieter blieben indes auf der Strecke.

Reiseregeln sind in Sachsen besonders streng

Das, fährt Petzold fort, sei insbesondere in Sachsen aus zweierlei Gründen problematisch: Während Busreisen in anderen Bundesländern - etwa Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen - inzwischen wieder erlaubt seien, gelte in Sachsen noch mindestens bis Mitte Juni ein touristisches Reiseverbot. Das zwinge die hiesigen Touristiker, die normalerweise rund vier Wochen Planungsvorlauf brauchen, zunächst zur Tatenlosigkeit. Und das, obwohl auch und insbesondere die Reisebusunternehmen sich auf die geänderten Bedingungen unter der Pandemie eingestellt hätten: "Die Busbranche ist vorbereitet. Die Absicherung gegen die Übertragung des Corona-Virus ist enorm ausgefeilt", sagt Petzold und meint Abstandsregelungen, Virenkiller im Belüftungssystem und Kontaktnachverfolgung wie sie auch in jedem Flugzeug gewährleistet sind.

Und einen weiteren Aspekt merkt er an. Der betrifft die unterschiedlichen Zielgruppen der Reiseanbieter. Während Fernreisen eher von jungen Menschen und Familien gebucht würden, seien es vor allem ältere, inzwischen weitestgehend immunisierte Menschen, die nach Busreisen fragen. Sie, die man jetzt eigentlich aus der Isolation holen müsste, blieben auf der Strecke, sagt Petzold.

Verband: "Reisen muss flächendeckend möglich sein"

Die unklaren Aussichten und die Vielzahl unterschiedlichen Regeln erhöhen den Arbeitsaufwand der Reiseanbieter enorm: "Die Leute wollen nur dort hin, wo sie keine Quarantäne befürchten müssen", hat Henry Reißig vom Bischofswerdaer Reiseunternehmen Martin beobachtet. Die Reisebüros, fährt er fort, müssten deshalb derzeit erheblich mehr Leistungen erbringen als sonst: "Wir haben die Hochrisiko- und Risikogebiete im Blick, kennen die Regeln der verschiedenen Zielländer und beraten die Kundschaft entsprechend", sagt er.

Um sich abzusichern, hat Andrea Schmidt sich angewöhnt, gleich bei den Buchungen den Status der Reisekunden in ihren Unterlagen zu vermerken. Zu erfragen, wer geimpft, genesen oder noch gar nicht immunisiert ist, sei nicht nur aufwendig, sondern auch unangenehm: "Das geht ja schon an die Intimsphäre. Aber wir müssen vorsichtig sein", so Schmidt.

Diese Vorsicht von Kunden und Anbietern, findet Betram Petzold, müsse endlich von der Politik gewürdigt werden. "Reisen müssen bei Einhaltung der Hygiene-Standards endlich wieder flächendeckend möglich sein", fordert er. Unter den derzeit geltenden Voraussetzungen sei in der Bundesrepublik kein Tourismus zu machen.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags stand geschrieben, dass sich das Reisebüro von Eliane Putzke in Putzkau befindet. Das ist falsch. Die Reiseagentur befindet sich in Pulsnitz. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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