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So funktioniert Sachsens Impfportal

Montags, mittwochs und freitags gibt es Termine: Wann ist die beste Zeit zum Login? Wie lange bleibt man in der Warteschlange? Alle Infos zum Impfportal.

Dieser Bildschrim verursacht bei vielen Impfwilligen Frust, die noch keinen Termin bekommen haben.
Dieser Bildschrim verursacht bei vielen Impfwilligen Frust, die noch keinen Termin bekommen haben. ©  Screenshot Sächsische.de

Im aktuellen CoronaCast auf Sächsische.de gibt Björn Händler einen Einblick in das digitale Impfportal Sachsens. Der DRK-Mitarbeiter und IT-Verantwortliche für die sächsischen Impfzentren kennt die Tücken des Systems und gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Fast alle Impfwilligen landen, wenn sie auf das sächsische Buchungsportal gehen, in der Warteschlange. Viele aktualisieren dann schnell ihre Seite und versuchen es wieder. Ist das ein Fehler?

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Ja. Denn der Wartebereich ist essenziell für das Buchungsportal. Das System sei so ausgelegt, dass jeder den Buchungsprozess von Anfang bis Ende durchführen kann. „Das heißt, damit nicht während des Prozesses ein Server überlastet ist und abschaltet, wird der Wartebereich vorgeschalten“, so Björn Händler. Und so funktioniert die Warteschlange: "Wer am längsten wartet, kommt am ehesten dran." Alle dreißig Sekunden entscheidet das System, wer sich anmelden darf. Das ermöglicht, nur so viele Personen auf das Impfportal zu lassen, wie Kapazitäten vorhanden sind.

Sollte man sich mehrere Stunden vor Bereitstellung neuer Termine in die Warteschlange stellen oder erst kurz davor?

Wer sich zwischen 23 und 5 Uhr anmeldet, kommt ohne Wartebereich zur Anmeldung. Aber: „Wir prüfen trotzdem, ob Sie im System aktiv sind“, sagt Björn Händler. Nach 30 Minuten Inaktivität wird der Nutzer aus dem System entfernt. Nicht alle Menschen, die sich irgendwann mal eingeloggt haben, können dauerhaft im System bleiben. So kann es passieren, dass man sich eine Stunde vor der Freischaltung der Impftermine mit seinen Daten anmeldet, eine halbe Stunde später den Wartbereich passiert und am Ende trotzdem aus dem System fliegt. Denn man war etwas mehr als eine halbe Stunde inaktiv, bevor man auf „Weiter“ für die Terminvorschläge drückt. Björn Händel meint deshalb, sich kurz vorher anzumelden, reicht aus. Das ist aber keine Garantie, einen Termin zu bekommen.

Könnten volle Warteschlangen nicht vermieden werden, wenn schon vorher bekannt wäre, dass keine passenden Termine verfügbar sind?

Beim DRK ist das aktuell im Gespräch, die Countee-Seite (Liveübersicht über freie Impftermine) und die Informationen zu den Impfterminen entsprechend anzupassen. Aber Schnittstellenanpassung in Richtung Countee, die Änderung auf deren Webseite und die auf dem Buchungsportal werden Zeit brauchen. Sie seien derzeit nicht die oberste Priorität, meint Björn Händel. Frühestens nächste Woche könnte man damit beginnen. Ob dann die Änderungen noch zur rechten Zeit kommen, wenn das DRK bald gar nicht mehr das Impfen großflächig koordiniert, bleibt laut dem IT-Experten fraglich. Countee-Optimierungen wird es aber immer wieder geben, versichert er.

Ein Beispiel: Ab und zu gab es dort Termine, die gar nicht buchbar wären. Dieser Anzeigenfehler sei dadurch entstanden, dass ein Zweittermin mit Astrazeneca storniert wurde, aber kein neuer Ersttermin daraus entstehen konnte. Das lag daran, dass kurzzeitig die Impfzentren schon am 30.6. schließen sollten.

Ist es sinnvoll, sich mit mehreren Geräten gleichzeitig anzumelden?

Momentan gibt es keine Beschränkungen, mit vielen Geräten man sich gleichzeitig einloggt. „Wir können es niemanden verbieten. Es hat allerdings keinen Vorteil, wenn man nur einen Termin möchte“, sagt Björn Händel. Für das DRK hat das eher den Nachteil, dass die Warteschleife frühzeitig geschlossen wird. Denn das System muss herausfinden, ob derjenige noch aktiv ist und wartet. „Das ist aber unser Problem und nicht das des Bürgers.“

Manchmal fliegt man beim letzten Schritt, der Terminbestätigung, raus: Warum passiert das?

In der Regel sind das nur wenige Fälle, wenn die Server stark ausgelastet sind. Wer sich einen Termin anschaut, hat etwa eine halbe Stunde Zeit diesen zu überprüfen. „Wir sorgen dafür, dass keiner diesen wegnehmen kann, wenn jemand schneller klickt“, sagt Björn Händel. Wer aber länger als eine halbe Stunde inaktiv ist, verliert den Termin. Ein anderes Problem erzeugte eine Fehlermeldung am Ende des Buchungsprozesses. Diese sei wiederum behoben worden. Änderungen in der Termin- und Logistikdatenbank führten während der Terminauswahl des Nutzers zu Fehlern. Updates des Portals können diese beheben, falls sie wieder häufiger auftreten sollten.

Bis zu 5.000 solcher Buchungsvorgänge können im System gleichzeitig bearbeitet werden: Was bedeutet das für den Nutzer?

„Unter Normallast können 20.000 Termine pro Stunde vergeben werden“, so Björn Händel. Das heißt, die Warteschlange sorgt dafür, dass nicht alle Termine sofort online verfügbar sind. So hätten ein paar Menschen die Chance, über die Hotline einen Impftermin zu buchen. „Dann hoffe ich einfach, das sind die Bedürftigsten, die kein Internet haben. Denn dafür war die Hotline ursprünglich gedacht.“ Hintergrund dessen ist: „Ganz grundsätzlich reservieren wir keine Kontingente. Egal, auf welchem Weg man bei uns einen Termin haben möchte.“

An der Stelle deswegen sein Aufruf: Jeder, der die Möglichkeit hat, online zu buchen, sollte es auch tun. „Seine Chance ist dadurch nicht nur besser, sondern er schafft auch Kapazitäten für die Menschen, die es online nicht können.“ Am 7. Mai gab es insgesamt 1,8 Millionen Anruf-Versuche in der Hotline. Von 36.000 möglichen Impfterminen wurden ungefähr 5.000 über die Hotline vergeben. Wenn man bei der Terminvergabe online nicht durchkommt, ist die Wahrscheinlichkeit in der Hotline deshalb nicht größer.

Lohnt sich der Blick auf Impfzentren, die weiter weg von meinem Wohnort liegen?

Als nur die ersten beiden Prioritätsgruppen für das Impfen freigeschaltet waren, hat sich das gelohnt. So konnten Björn Händel und sein Team zum Beispiel gut beobachten, wie erst die Dresdner Termine weggingen und dann nach und nach die der angrenzenden Impfzentren. Mittlerweile seien auch die Termine in diesen Impfzentren schnell ausgebucht, seitdem die dritte Prioritätsgruppe freigeschaltet ist.

Wie viel Zeit habe ich, um mich bei der Terminwahl zu entscheiden?

Etwa eine halbe Stunde, bevor das System den Nutzer entfernt.

Was passiert, wenn mir der Zweittermin nicht passt?

Erst- und Zweittermin werden fest und gemeinsam vergeben, nach Vorgabe der Ständigen Impfkommission und dem Beipackzettel des Impfstoffs. Das heißt, wenn einer von beiden nicht passt, müssen beide zurückgegeben werden. "Das ist natürlich etwas ungünstig, da wir keine Kontingente freihalten. Trotzdem bitte den Termin stornieren, dann wird sich ein anderer freuen."

Kann ich einen Termin auch noch online buchen, wenn ich mich zuvor in der Hotline registriert habe?

Ja. Wer sich in der Hotline registriert, erhält in der Regel eine C-Nummer. Das C steht für Call Center. Die Unterlagen zum Termin gibt es dann nur per Post. Wenn ein Impfwilliger aber nun online einen Termin buchen möchte, muss er erneut die Hotline anrufen. Dort wird die alte Buchungskennung in eine A-Nummer umgewandelt. Dafür braucht man nur eine gültige E-Mail-Adresse, um das Passwort zu erhalten. Im Übrigen: Wer der Weitergabe seiner Daten aus dem Einwohnermeldeamt widerspricht, muss sich ebenfalls über die Hotline registrieren.

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