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„Das Gottleubatal wird platt gemacht“

Naturschützer kritisieren erneut heftig Pirnas Südumfahrung. Sie befürchten, dass geschützte Lebensräume flöten gehen.

Die Schneise durch die Viehleite in Pirna für die Gottleubatalbrücke der Ortsumgehung. © Daniel Förster

Anlässlich des Baustarts an der neuen Südumfahrung-Brücke über das Gottleubatal haben Naturschützer das Straßenbauprojekt erneut heftig kritisiert. Die Regionalgruppe Pirna des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) befürchtet, dass die Ortsumgehung die Natur im Baubereich nachhaltig ramponiert. „Die Straße wird enormen Schaden an Natur und Umwelt anrichten“, sagt Sebastian Schmidt, erster Leiter der Regionalgruppe. 

So sei es wahrlich kein Grund zum Feiern, wenn bald eine gigantische Brücke das höchst sensible Gottleubatal überspannt, ein Tunnel das Naherholungsgebiet am Kohlberg schneidet sowie eine Betonpiste den Stadterholungswald in der Viehleite durchzieht. Schon die Bauarbeiten im Seidewitztal hätten nach Aussage von Schmidt das Areal beschädigt. Nun werde auch das Gottleubatal platt gemacht und der Viehleite der Rest gegeben. Schwere Landschaftsschäden seien schon längst sichtbar, beispielsweise aufgrund der massiven Baumfällungen in einem der wenigen Auenwälder Pirnas. Seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten würden bedenkenlos dem Straßenbau geopfert. Bedenken der Naturschützer, dass die Trasse FFH-Gebiete – spezielle europäische Schutzgebiete – sowie EU-Landschaftsschutzgebiete tangiert, seien schon im Vorfeld lapidar zurückgewiesen worden.

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Zudem zweifeln die Naturschützer daran, ob die Ortsumgehung Pirnas staugeplagte Innenstadt tatsächlich vom Verkehr entlastet. Denn Berechnungen der Verkehrsströme hätten ergeben, dass zwei Drittel der Pkws und Lkws die Südumfahrung auf Höhe der Abfahrt Zehistaer Straße wieder verlassen und sich dann in Richtung Zentrum kämpfen. Darüber hinaus würden bei dem Straßenbau unverhältnismäßig viele Steuermittel verschwendet. Die Trasse sei mit Baukosten von 100 Millionen Euro viel zu teuer.

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