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Dresden

Der Polsterer vom Weißen Hirsch 

Ralf Leuter bespannt Möbel mit Naturstoffen. Sein Handwerk ist trotz Onlineshops gefragt. 

Ralf Leuter in seinem Geschäft auf dem Rißweg 70. Auf dem Holztresen legt er die verschiedenen Naturstoffe für seine Kunden aus, um sie besser zu präsentieren. © Sven Ellger

Von Isabell Köhler

Farbige, bestickte und glänzende Stoffe wohin das Auge reicht. Dieser Anblick bietet sich im Geschäft von Ralf Leuter. Der gebürtige Dresdner kennt keinen Tag ohne seine Stoffe. Auch in Zeiten von Onlineshops ist sein Geschäft gefragt. Seine meist exquisiteren Kunden wünschen sich eine Auswahl aus einer hochwertigen Herkunft und Herstellung.

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Der 49-Jährige wollte eigentlich eine Ausbildung zum Koch absolvieren. Doch ein Mediziner riet ihm davon ab. Zwischen dampfenden Kochtöpfen zu arbeiten und den ganzen Tag zu stehen, sei nicht gesund. Daraufhin erlernte er den Beruf des Polsterers. Von Ende der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre arbeitete er in Baden-Württemberg. 

Als fertiger Meister und Restaurator im Raumausstatter-Handwerk kam er nach Dresden zurück. 1997 eröffnete Leuter sein erstes Geschäft – damals noch in Pieschen. Inzwischen beherbergt er seine Stoffe in einem Altbau im Stadtteil Weißer Hirsch. „Angefangen habe ich als Ein-Mann-Betrieb. Nun habe ich einen weiteren Mitarbeiter und eine Teilzeitkraft für die Auslieferung“, sagt der Dresdner. Auch der Laden hat sich vergrößert, und die Ausstattung ist hochwertiger.

Seit 22-Jahren führt Leuter nun sein Geschäft Ihr Einrichter Deco & Interieur. Er berät seine Kunden zu Polstern, Gardinen und Wandbespannungen. Bei seinem Sortiment achtet er stark auf die Materialien – synthetische Stoffe sind für ihn ein Tabu. „Ein Stoff darf nicht nur schön aussehen, sondern muss sich auch gut anfühlen. Deshalb setze ich nur auf Naturmaterialien“, sagt Leuter. Sein Sortiment füllt er bei internationalen Messen auf. Von einfarbig bis bunt, von klassisch bis modern und von bestickt bis bedruckt ist alles dabei. 

Besonders gefallen ihm die bestickten Seidenstoffe aus Italien. Seine teuersten Stoffe können pro Meter mehrere Hundert Euro kosten. Bei Tausenden unterschiedlichen Stoffen können die Großhändler ihm keine Kunden abgewinnen. „Handgewebte Stoffe gibt es bei Höffner und Co. nicht zu kaufen“, sagt Leuter. Trotzdem hat er früher auch auf das Angebot in den großen Einrichtungsläden geschaut. „Als ein Großhandel denselben Hersteller um zehn Prozent günstiger anbot, flog dieser aus meinem Sortiment.“

Außer auf seinem Spezialgebiet der Stoffe, musste Leuter für einen Kunden bereits ein komplettes Konzept für dessen Bad ausarbeiten. Eine Herausforderung, die für den 49-Jährigen eher selten vorkommt.

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