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Deutscher Hersteller übernimmt Hanf-Werk

Der kanadische Konzern Wayland hat Europas größte Produktionsstätte für medizinisches Cannabis verkauft - an den deutschen Großhändler Demecan.

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Erst marrican, dann Wayland - jetzt Demecan: Die Cannabis-Produktion in Naunhof hat neue Eigentümer.
Erst marrican, dann Wayland - jetzt Demecan: Die Cannabis-Produktion in Naunhof hat neue Eigentümer. © privat

Naunhof. Die Hanfproduktion im ehemaligen Schlachthof Naunhof bei Radeburg ist erneut verkauft worden. Der kanadische Konzern Wayland hat Europas größte Produktionsstätte für medizinisches Cannabis an die Firma Demecan verkauft - den nach eigenen Angaben einzigen unabhängigen deutschen Pharmazie-Produzenten und Großhändler von medizinischem Cannabis. Die Produktionsstätte, die ursprünglich von der kanadischen Firma marrican aufgebaut wurde, ist 30.000 Quadratmeter groß und war einst ein Löblein-Schlachthof. "Der Kaufvertrag wurde bereits im Juni unterzeichnet und ist nun rechtskräftig geworden", heißt es von der Demecan-Holding mit Sitz in Berlin. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Demecans Ziel ist laut einer Pressemitteilung die flächendeckende Versorgung mit hochwertigem medizinischem Cannabis in Deutschland. Das Unternehmen sei der einzige deutsche Betrieb, der im Auftrag des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte medizinisches Cannabis national anbauen darf. Durch den Kauf der Naunhofer Anlage gelangte die Holding in den Besitz der zukünftig größten Indoor-Cannabis-Produktionsstätte Europas.

Unter Verwendung moderner und automatisierter Anbaumethoden werden die Cannabispflanzen in der speziell für Betäubungsmittel hergerichteten und gesicherten Produktionshalle mit künstlicher Beleuchtung nach pharmazeutischen Produktstandards angebaut und weiterverarbeitet. Dabei sichern computergesteuerte Wachstumsbedingungen eine gleichmäßige Blütenqualität, so dass Qualitätsschwankungen ausgeschlossen werden.

Dr. Adrian Fischer, Geschäftsführer und Mitgründer der Demecan, erklärt: „Wir sind sehr glücklich über diesen Zukauf." Die Produktionsstätte biete den nötigen Raum für weiteres Wachstum. In Naunhof könne man nicht nur bei Bedarf schnell und effizient erhebliche Mehrmengen an Cannabisblüten produzieren und damit den gesamten deutschen Markt versorgen. Sondern diese auch zu anderen Darreichungsformen, wie z. B. Cannabisextrakten, weiterverarbeiten. 

Auch Forschung soll in Naunhof betrieben werden. "Damit wird die Anlage das Fundament, um zum führenden Hersteller von medizinischen Cannabisprodukten in Deutschland und Europa zu werden”, so Geschäftsführer Fischer. Eine inländische Produktion von medizinischem Cannabis sei dringend nötig, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten und unabhängiger von Importen zu werden. Dies gelte besonders in Zeiten, in denen der internationale Warenverkehr durch die Covid-19- Pandemie unsicher geworden ist. 

In diesem Zusammenhang sei der Kauf des Areals ein wichtiger Schritt, die Medizincannabis-Industrie in Deutschland dauerhaft zu etablieren. Und das enorme Potential der natürlichen Therapie zum Wohl der Patienten weiterzuentwickeln.

Die Demecan-Holding ist nach eigenen Angaben das einzige deutsche Unternehmen, das die gesamte Produktionskette für medizinisches Cannabis – vom Anbau über die Weiterverarbeitung und Lagerung bis hin zur Distribution an Apotheken – abdeckt. Das Unternehmen wurde 2017 von Dr. Adrian Fischer, Dr. Cornelius Maurer und Dr. Constantin von der Groeben gegründet. „Made in Germany“-Qualität zu garantieren, sei ihr Ziel, heißt es. Im Mai 2019 erhielt Demecan vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als einziges deutsches Unternehmen den Zuschlag zum Anbau und Vertrieb von medizinischem Cannabis in Deutschland. Als pharmazeutischer Großhändler arbeitet Demecan mit Cannabisproduzenten weltweit zusammen und importiert medizinisches Cannabis, das den eigenen hohen Qualitätsstandards genügt. (SZ/krü)

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