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Cannabis-Hersteller bauen im Schlachthof

Die Krombacher Brauerei und Spielzeughersteller Schleich stehen hinter dem Naunhofer Start-up Demecan. Der bekam jetzt eine Teilbaugenehmigung.

Dr. Adrian Fischer, Dr. Cornelius Maurer und Dr. Constantin von der Groeben (v.l.), die Gründer von Demecan. Der Firmenname ist die Abkürzung für Deutsches medizinisches Cannabis
Dr. Adrian Fischer, Dr. Cornelius Maurer und Dr. Constantin von der Groeben (v.l.), die Gründer von Demecan. Der Firmenname ist die Abkürzung für Deutsches medizinisches Cannabis © www.engelmann-photographie.de

Naunhof. Der große Kran ist schon wieder weg, der am ehemaligen Löblein-Schlachthof für vorbereitenden Abbruch und Entkernung aufgestellt war. Nun gestaltet das Start-up Demecan den ehemaligen Schlachthof Naunhof nach seinen Wünschen um. Der Firmenname der drei einstigen Studienfreunde Dr. Adrian Fischer (Arzt), Dr. Cornelius Maurer (Ökonom) und Dr. Constantin von der Groeben (Jurist) ist die Abkürzung für Deutsches medizinisches Cannabis - kurz Demecan. Die neue Wirkungsstätte der Berliner ist grundsätzlich gut geeignet für das, was sie hier vorhaben. 

Ein Massivbau mit sicherheitstauglichen Wänden ist die Voraussetzung für den Anbau von medizinischem Cannabis für Apotheken. 2.600 Kilogramm davon können die Investoren jährlich produzieren - und das vorerst für vier Jahre. Diese Menge sei auch schon verkauft. "Unser Auftraggeber und Kunde ist die deutsche Cannabisagentur", sagt Dr. Constantin von der Groeben. Mit Bauplaner Martin Pilz stellte er sich jetzt den Ebersbacher Gemeinderäten vor. 

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Von der Groeben war früher Jurist im öffentlichen Dienst. Als der medizinische Cannabisanbau in Deutschland freigegeben wurde, bewarb er sich mit Demecan neben 99 weiteren Konkurrenten und wurde letztlich mit zwei kanadischen Firmen ausgewählt. "Als Start up haben wir uns zuerst in Naunhof eingemietet", sagt der Jurist. Die hier ansässige Firma Wayland Deutschland musste laut von der Groeben Insolvenz anmelden. Und so wurden die Mieter zu Eigentümern des ehemaligen Schlachthofs. 

Hinter den drei geschäftsführenden Gesellschaftern stehen interessante Finanzinvestoren: die Eigentümer der Krombacher Brauerei sowie die Spielzeugfirma Schleich. Dr. Constantin von der Groeben wohnt nun schon in Dresden, seine Bauarbeiter wollen loslegen. Die ehemaligen Bereiche B und C des Schlachthofes sollen für die Cannabis-Pflanzenzucht und -herstellung vorbereitet werden. Dazu sind rundherum 24 Zentimeter Stahlbetonwände zu schaffen. Zudem eine Sicherheitsaufschaltung zur Polizei. 

Demecan züchtet bereits drei Auswahlpflanzen für medizinisches Cannabis selbst. Im nächsten Jahr sollen sie nach Naunhof kommen. Künftig müssen die Rahmenbedingungen zur kontinuierlich gleichbleibenden Produktion exakt gesteuert werden. Gearbeitet wird auf zwei Ebenen. Doch nur in 5.000 der vorhandenen 30.000 Quadratmeter Fläche. 

Mit diesem Kran wurde in Naunhof bereits abgebrochen und entkernt, bevor bald der Ausbau beginnt.
Mit diesem Kran wurde in Naunhof bereits abgebrochen und entkernt, bevor bald der Ausbau beginnt. © Demecan

Jetzt werden Mitarbeiter eingestellt

Zuerst muss nun das Dach abdichtet werden, dann kommt ein Sprinkler-Zentrum im Außenbereich mit 600 Kubikmeter Wasser im Bereich der Lkw-Fläche. Besonders die Feuerwehrleute unter den Ebersbacher Gemeinderäten interessieren sich auch für die Löschteiche und Löschbehälter, die erweitert werden. Noch steht eine Einweisung der örtlichen Wehr im Gelände aus. Gemeindewehrleiter Richard Weiß hat sich mit den Anforderungen aber schon vertraut gemacht. Die Bauarbeiten sollen noch vor dem Winter abgeschlossen sein.  

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Befragt nach dem Arbeitskräftebedarf sagte von der Groeben, dass derzeit 30 bis 50 Mitarbeiter eingestellt werden: Gärtner, Pharmazeuten, Labor-Angestellte.  "Wir wollen diese Zahl hochfahren bis zur Verdopplung", so der Geschäftsführer.     

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