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Politik

Politische Polarisierung nimmt zu

Tief gespalten sind die Deutschen laut einer Studie nicht. Gut sieht es um den Zusammenhalt aber auch nicht aus. Das hat nicht nur mit Arm und Reich zu tun.

Bundestags-Wahlplakate in Weißwasser: Die Kluft von Anhängern der AfD und der Grünen ist besonders groß.
Bundestags-Wahlplakate in Weißwasser: Die Kluft von Anhängern der AfD und der Grünen ist besonders groß. © Matthias Rietschel (Symbolbild)

Berlin. Die Kluft zwischen Menschen mit sehr unterschiedlichen politischen Ansichten ist in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewachsen. So groß wie in den 1980er Jahren war sie aber zuletzt nach einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) nicht. Die Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stützt sich vor allem auf zwei repräsentative Umfragen in den Jahren 2019 und 2020.

Die jüngste Befragung zeigt: Politisch motivierte Vorbehalte sind aktuell besonders zwischen den Unterstützern der AfD auf der einen Seite und Anhängern der Grünen auf der anderen Seite zu finden. In etwas geringerem Ausmaß trifft das auch auf die Anhänger von AfD und Linkspartei zu. In den ersten Jahren nach Gründung der Grünen 1980 war der Graben zwischen Wählern von CDU und CSU auf der einen und den Anhängern der neuen Öko-Partei auf der anderen Seite besonders groß gewesen.

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Als Beispiele für Politikfelder, in denen die Meinungen zuletzt weiter auseinandergingen als früher nennt die Studie Zuwanderung sowie Steuern, Sozialleistungen und Klimaschutz. Etwa in der Frage des Klimaschutzes in Konkurrenz zum Wirtschaftswachstum haben sich die Anhänger verschiedener Parteien auseinanderbewegt. 2013 betrug der Abstand zwischen den beiden am weitesten voneinander entfernten Parteien - damals Union und Grüne - 2,2 Punkte. Ende 2019/Anfang 2020 lag der maximale Abstand zwischen den Parteien bei 3,8 Punkten auf der Skala, nun zwischen der AfD und den Grünen.

Viele mögen die Grünen, nur wenige die AfD

Politiker und Wähler der AfD fühlen sich - besonders im Westen Deutschlands - manchmal gesellschaftlich nicht akzeptiert. Ganz falsch ist diese Beobachtung nicht. Bei einer Befragung im August und September vergangenen Jahres gaben der KAS zufolge 62 Prozent der Deutschen an, mit AfD-Wählern nichts zu tun haben zu wollen. Über die Wähler der Grünen sagten dies nur 13 Prozent der Wahlberechtigten. 9 Prozent der Befragten wünschten den Angaben zufolge keinen Kontakt zu CDU-Wählern. Jeder Fünfte gab an, er wolle mit Klimaaktivisten persönlich nichts zu tun haben. Noch mehr Menschen (22 Prozent) wollten nicht mit SUV-Fahrern in Kontakt sein.

Wie die Studie der CDU-nahen Stiftung zeigt, werden die Grünen auch über die eigene Wählerschaft hinaus als sympathische Partei wahrgenommen. 55 Prozent der Wahlberechtigten gaben an, die Grünen zu mögen. Über die SPD sagten dies bei einer Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 immerhin 45 Prozent. 44 Prozent der Befragten nahmen damals die CDU als sympathische Partei war. Jeweils rund 30 Prozent der Teilnehmer der Umfrage fanden CSU, FDP und Linke sehr oder eher sympathisch.

Die AfD wurde dagegen lediglich von 13 Prozent der Wahlberechtigten als sympathische Partei wahrgenommen. Das entspricht in etwa dem Ergebnis der Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl 2017. Damals hatte die Partei 12,6 Prozent der Zweitstimmen erhalten. Bei der Bundestagswahl im vergangenen September gaben 10,3 Prozent der Wähler ihre Stimme der AfD, wobei die Zustimmung für die Partei im Osten deutlich höher war als in den westlichen Bundesländern.

Die meisten wollen in die Mitte

Eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten verortet sich politisch selbst in der Mitte. Am rechten Rand sehen sich laut KAS-Studie lediglich rund sechs Prozent der Deutschen. 13 Prozent der Wahlberechtigten ordnen sich dem ganz linken Spektrum zu.

Starke Veränderungen stellen Meinungsforscher im Langzeitvergleich unter anderem bei den Einstellungen zu Geschlechterrollen und Migration fest. Während sich 2009 noch rund 40 Prozent der Deutschen dafür aussprachen, die Zuzugsmöglichkeiten für Ausländer einzuschränken, so vertrat Anfang 2020 nur noch jeder Fünfte diese Ansicht. Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Zahl der Deutschen mit ausländischen Wurzeln zugenommen hat.

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