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Dippser Oberbürgermeisterin traut selbst

Eine Fortbildung noch, dann kann Kerstin Körner als Standesbeamtin arbeiten. Die ersten Termine sind schon eingeplant.

Kerstin Körner, die Oberbürgermeisterin von Dippoldiswalde, drückt noch einmal die Schulbank und macht eine Fortbildung zur Standesbeamtin.
Kerstin Körner, die Oberbürgermeisterin von Dippoldiswalde, drückt noch einmal die Schulbank und macht eine Fortbildung zur Standesbeamtin. © Egbert Kamprath

In Dippoldiswalde geht in diesem Jahr eine neue Standesbeamtin an den Start. Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) höchstselbst will ab Mai 2021 Ehepaare trauen. Die Absicht hat Körner schon länger. Aber das ist gar nicht so einfach. Selbst die Stadtchefin darf nicht einfach so Ehepaare trauen. „Voraussetzung hierfür ist eine Weiterbildung, die aufgrund der Corona-Pandemie mehrfach verschoben wurde, jedoch nunmehr im Mai stattfinden soll“, informierte ihre Büroleiterin Linda Knetsch. Für acht Brautpaare ist in diesem Jahr eine Trauung bei der Chefin eingeplant. Wenn andere das wollen, können diesen Wunsch auch äußern.

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Die Oberbürgermeisterin will diese Aufgabe zum einen gerne mit übernehmen, zum anderen bildet sie damit eine personelle Reserve für Engpässe. Derzeit ist eine Standesbeamtin in Elternzeit. Und es kann wegen Corona oder einer Quarantäneanordnung schnell zu ungeplanter Unterbesetzung kommen. Mit der Unterstützung durch die Oberbürgermeisterin sollte es möglich sein, auch dieses Jahr alle Paare wie geplant zu trauen.

Das Gewölbe im Trauzimmer des Dippser Rathauses gilt als Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst. Ob die Brautpaare, die hier heiraten, wohl dafür ein Auge haben?
Das Gewölbe im Trauzimmer des Dippser Rathauses gilt als Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst. Ob die Brautpaare, die hier heiraten, wohl dafür ein Auge haben? © Egbert Kamprath
Adelheid Peglau steht hier im Trauzimmer des Hauses Seeblick. Hier können Brautpaare seit 2019 mit einem Blick auf die Talsperre Malter heiraten.
Adelheid Peglau steht hier im Trauzimmer des Hauses Seeblick. Hier können Brautpaare seit 2019 mit einem Blick auf die Talsperre Malter heiraten. © Egbert Kamprath
Die erste Trauung in der Alten Schäferei in Sadisdorf fand vergangenen Mai statt. Das Ehepaar Kamphöfener aus Dresden, hier mit Standesbeamtin Corinna Jordan, hatte den Anfang gemacht.
Die erste Trauung in der Alten Schäferei in Sadisdorf fand vergangenen Mai statt. Das Ehepaar Kamphöfener aus Dresden, hier mit Standesbeamtin Corinna Jordan, hatte den Anfang gemacht. © Andreas Weihs

Drei Trauorte gibt es im Stadtgebiet

Im vergangenen Jahr haben in Dippoldiswalde insgesamt 88 Eheschließungen stattgefunden, informiert die Stadtverwaltung weiter. Die meisten davon waren im Trauzimmer im Rathaus, insgesamt 73. Weitere Möglichkeiten, sich das Ja-Wort zu geben, bestehen im Haus Seeblick in Paulsdorf. Das haben zwölf Paare genutzt, und drei haben sich in der Alten Schäferei in Sadisdorf trauen lassen. Dieser Trauort ist 2020 neu eingeführt worden. Früher gab es in Dipps noch die Möglichkeit, in Reichstädt im Schloss zu heiraten.

Schon wieder 40 Eheschließungen geplant

Für das laufende Jahr 2021 sind bisher 40 Eheschließungen in Dippoldiswalde angemeldet. Viele Paare suchen sich ja ein markantes Hochzeitsdatum, beispielsweise eines, das sich symmetrisch liest, wie der 12.2.21. Diese besonderen Daten fallen in diesem Jahr auf die Monate Januar und Februar. Dies sind jedoch eher untypische Monate, um zu heiraten. Außerdem gelten derzeit ja besonders strikte Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Bevorzugte Daten, die auch den Vorteil haben, dass sie auf einen Sonnabend fallen, sind beispielsweise der 15. Mai, der 17. Juli oder der 28. August. Hier sind die Termine gefragt.

Die meisten Trauungen finden im historischen Trausaal im Rathaus statt. Dieser steht immer für diesen Zweck zur Verfügung. Die beiden anderen Trauorte im Seeblick in Paulsdorf und in der Alten Schäferei in Sadisdorf können nur zu bestimmten Terminen genutzt werden.

Kreative Ideen helfen gegen die Corona-Regeln

Insgesamt beobachten die Standesbeamten in Dipps, dass die Heiratslust auch in Coronazeiten ungebrochen ist. Lediglich eine Handvoll Paare haben ihre standesamtliche Trauung verschoben. Das betraf vor allem diejenigen, die ihre Hochzeit gerne groß feiern wollten, teilweise aber ohne Gäste hätten bleiben müssen.

Auf jeden Fall mussten die Paare mehr Aufwand bei der Organisation treiben. „Gemeinsam konnten angenehme Lösungen für die Paare und die zuständige Standesbeamtin gefunden werden“, teilt Linda Knetsch mit. Kreative Ideen waren gefragt. Damit erlebten die Brautpaare trotz der Rahmenbedingungen einen einzigartigen Tag. So wurde der Mundschutz beispielsweise zum originellen Hochzeitsaccessoire. Der Empfang der frisch Vermählten fand häufig unter freiem Himmel mit Mindestabstand statt - und Gäste, die zu Hause bleiben mussten, nahmen per Video-Liveübertragung teil. Der Aufwand zur Planung und Absprache sowohl für die Paare als auch die Standesämter ist indessen stark gestiegen. Jede neue Corona-Schutz-Verordnung bringt angepasste Auflagen für Eheschließungen mit sich, die besprochen und umgesetzt werden müssen.

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