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Wer wird Bürgermeister in Glashütte?

In der Uhrenstadt wurde die Kandidatensuche gestartet. Einige Stadträte trauen sich das Amt zu, andere halten sich noch bedeckt.

Im Sommer verlässt Bürgermeister Markus Dreßler das Rathaus in Glashütte. In der Stadt werden nun mögliche Nachfolger gesucht..
Im Sommer verlässt Bürgermeister Markus Dreßler das Rathaus in Glashütte. In der Stadt werden nun mögliche Nachfolger gesucht.. © Egbert Kamprath

Glashütte muss sich einen neuen Bürgermeister suchen. Denn Amtsinhaber Markus Dreßler geht im Sommer nach Pirna, um dort Beigeordneter des Oberbürgermeisters zu werden. Wie dieser Wechsel im Stadtrat gewertet wird, wollte Saechsische.de von den Fraktionen und den Stadträten wissen. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus. Auch zum möglichen Wahltermin gibt es unterschiedliche Ansichten.

Haben die Stadträte damit gerechnet, dass Dreßler vorzeitig geht?

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Jörg Paulusch, Sprecher der vierköpfigen CDU-Fraktion, war überrascht, als er von Dreßlers Plänen hörte, sich in Pirna zu bewerben. Er habe aber damit gerechnet, dass sich Dreßler weiter entwickeln wolle. AfD-Fraktionschef Tilo Bretschneider sagt, dass er es geahnt habe und über den konkreten Schritt von der AfD in Pirna informiert wurde. Dass sich Dreßler beruflich verändern wolle, sei nachvollziehbar.

Andere Räte hatten nicht damit rechnet. Dazu gehören Andreas Dießler, Klaus Köhler (beide Wählervereinigung Reinhardtsgrimma), Manuel Schneider (WV Schlottwitz), Steffen Barthel (WV Johnsbach), Uwe Ahrendt und Frank Zimmerhäckel (beide Grüne). "Aber wir freuen uns für Markus Dressler – ein Karriereschritt!", so Ahrendt.

Wie werten die Stadträte Dreßlers Wechsel nach Pirna?

Für Klaus Köhler ist das ein Verlust: "Ich bedauere den Weggang, kann es aber verstehen bei den vielen Anfeindungen, die es immer wieder gegeben hat." Ähnlich urteilt Jörg Paulusch (CDU). Als sein Freund könne er den Wechsel nach Pirna "gut verstehen. Das ist eine persönliche Entscheidung, die man akzeptieren muss", so Steffen Barthel (Johnsbach). Grünen-Stadtrat Uwe Ahrendt attestiert Dreßler, dass er sich "für unsere Stadt engagiert" habe und man ihm dafür dankbar sein müsse. Nun bekomme er einen Nachfolger. "Mitunter kann auch eine Änderung neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen."

Tilo Bretschneider (AfD) sieht "die Chance für einen Neuanfang auch für Glashütte". Und Stadtrat Dießler plädiert dafür, nun "gemeinsam nach vorn zu schauen." Dreßler habe für Glashütte viel erreicht, sagt Manuel Schneider (Schlottwitz). Von seinem Nachfolger erhofft er sich "mehr Nähe zu den Bürgern" und eine bessere Zusammenarbeit im Stadtrat.

Kann sich eine Kandidatur vorstellen: AfD-Fraktionschef Tilo Bretschneider
Kann sich eine Kandidatur vorstellen: AfD-Fraktionschef Tilo Bretschneider © Egbert Kamprath
Auch der CDU-Fraktionschef Jörg Paulusch würde offenbar gern Bürgermeister werden.
Auch der CDU-Fraktionschef Jörg Paulusch würde offenbar gern Bürgermeister werden. © Egbert Kamprath
Steffen Barthel von der Wählergemeinschaft Johnsbach hat vorerst keine Ambitionen.
Steffen Barthel von der Wählergemeinschaft Johnsbach hat vorerst keine Ambitionen. © Egbert Kamprath
Auch Manuel Schneider von der Wählergemeinschaft Schlottwitz hält sich noch alles offen.
Auch Manuel Schneider von der Wählergemeinschaft Schlottwitz hält sich noch alles offen. © Egbert Kamprath
Maik Lehmann von der Wählervereinigung Zeitlos trat schon mal an, möchte sich aber derzeit zu seinen Plänen nicht äußern.
Maik Lehmann von der Wählervereinigung Zeitlos trat schon mal an, möchte sich aber derzeit zu seinen Plänen nicht äußern. © Andreas Weihs

Welche Parteien und Vereinigungen wollen einen Kandidaten aufstellen?

Die CDU sieht sich in der Verantwortung, einen Kandidaten aufzustellen, der "den erfolgreichen Weg der Stadt" fortsetzt, sagt CDU-Fraktionschef Jörg Paulusch. Der Nachfolger müsse "eine hohe Kompetenz mitbringen" und Format haben, um Glashütte "mit Blick auf die Uhrenindustrie auch auf internationalem Parket" zu vertreten, so Paulusch. Die CDU sucht innerhalb und außerhalb der eigenen Reihen nach einem Kandidaten.

Auch die AfD wird einen Kandidaten aufstellen: "Das erwarten unsere Wähler", so Fraktionschef Tilo Bretschneider. Die Grünen haben noch nicht entschieden, ob sie selbst einen Bewerber ins Rennen schicken oder einen anderen Kandidaten unterstützen werden, so Uwe Ahrendt. Die WV Reinhardtsgrimma wird noch darüber beraten, ob sie sich mit einem Bewerber an der Wahl beteiligt, erklärten Klaus Köhler und Andreas Dießler. Von der Wählervereinigung Zeitlos wollte sich kein Stadtrat zu dieser Frage positionieren.

Wird ein Kandidat aus den Reihen des Stadtrates antreten?

Das ist durchaus möglich. AfD-Stadtrat Tilo Bretschneider, der bei der letzten Stadtratswahl die meisten Stimmen erhalten hat, ist dazu bereit. "Nach derzeitigem Stand ja", ergänzt er. Auch Jörg Paulusch (CDU) traut sich eine Kandidatur grundsätzlich zu, verweist auf seine Erfahrungen im Stadt- und im Ortschaftsrat und seine gerade abgeschlossene Verwaltungsqualifikation.

Einer, den viele auf der Karte haben, winkt jedoch ab: Uwe Ahrendt, Geschäftsführer der Uhrenfirma Nomos Glashütte. Er habe einen "Traum-Job und damit auch eine Verantwortung. Und das soll auch so bleiben", erklärt der Grüne.

Offen ist, ob Maik Lehmann von der Wählergemeinschaft Zeitlos kandidiert. Er war bei der letzten Bürgermeisterwahl Dreßlers Herausforderer und hat nur knapp verloren. Er werde sich zum Thema voraussichtlich erst äußern, wenn Dreßler einen Wahltag vorschlägt und klar ist, wie es bis dahin weitergeht. Auch Steffen Barthel (Johnsbach) und Manuel Schneider (Schlottwitz) halten sich zu ihren Ambitionen bedeckt. Klaus Köhler und Andreas Dießler (WV Reinhardtsgrimma) werden nicht kandidieren.

Soll die Bürgermeisterwahl zusammen mit der Bundestagswahl stattfinden?

Die CDU-Fraktion möchte sich noch nicht festlegen. Man warte auf den Vorschlag der Verwaltung, so Fraktionschef Jörg Paulusch. Die AfD hingegen will den neuen Bürgermeister am 26. September zusammen mit dem Bundestag wählen lassen. "Das ist allein wirtschaftlich sinnvoll, also geradezu zwingend - und terminlich ja auch passend", so Fraktionschef Tilo Bretschneider.

Auch Klaus Köhler, Andreas Dießler (beide WV Reinhardtsgrimma) und die Grünen befürworten den 26. September. Das würde die Wahlbeteiligung erhöhen. Zudem würde sich der Aufwand für Stadt, Wahlhelfer und Wähler reduziert, so Uwe Ahrendt (Grüne). Aber ob dieser Termin auch gut für Glashütte ist, müsse der Stadtrat entscheiden, schränkt der Grüne ein.

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Markus Dreßler wird als Beigeordneter von OB Hanke unter anderem für Bau zuständig sein. Das Wahlergebnis im Rat war sehr deutlich.

Manuel Schneider (Schlottwitz) und Steffen Barthel (Johnsbach) möchten einen anderen Termin: "Die aktuelle Situation ist schwierig und es wird zur Bundestagswahl viele Protestwähler geben", so Schneider. "Am Bürgermeisterwahltag sollte es nur um Glashütte gehen", erklärt Barthel.

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