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Abtauchen in die Geschichte

Das Denkmal- und Kultur- Gästehaus „Zum Pfarrlehen“ in Wendishain bei Hartha vereint Nostalgisches und Modernes.

Die Restauratoren Thomas Schmidt und Diana Berger-Schmidt haben dem mehr als 300 Jahre alten Pfarrlehn in Wendishain leben eingehaucht. Hier kann nicht nur übernachtet, sondern auch gefeiert werden.
Die Restauratoren Thomas Schmidt und Diana Berger-Schmidt haben dem mehr als 300 Jahre alten Pfarrlehn in Wendishain leben eingehaucht. Hier kann nicht nur übernachtet, sondern auch gefeiert werden. © Dietmar Thomas

Hartha. Jedes Möbelstück hat im Denkmal- und Kultur-Gästehaus „Zum Pfarrlehen“ eine Geschichte. Und nicht nur die. Wer durch das eiserne Tor aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schreitet, fühlt sich um mehr als 100 Jahre zurückversetzt.

Der Garten, in dem es fast zu jeder Jahreszeit blüht, wird von einem Staketenzaun aus Kastanienholz eingefasst. Der Bereich vor dem barocken Haupthaus, das in der Zeit zwischen 1717 und 1719 erbaut wurde, wird oft genutzt, um eine lange Tafel für Feierlichkeiten zu stellen. Hier sind der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt.

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Gästeempfang in der Eingangshalle

Das ehemalige Pfarrgebäude betreten die Gäste durch eine Jahrhunderte alte, restaurierte doppelte Holztür. Sie hat einen neuen Anstrich nach historischem Vorbild bekommen. Die mondäne Eingangshalle nimmt die Gäste in Empfang. Nach dem großen Staunen stellt sich sofort ein Wohlfühl-Gefühl ein. Die Wände der Eingangshalle sind rosenholzfarben und mit einer alten Pinseltechnik gestrichen, der Raum liebevoll dekoriert.

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Der Eingangshalle schließen sich ein kleiner und ein großer Gastraum an. „Der kleinere der beiden wird oft für das Aufstellen des Buffets verwendet“, sagten Diana Berger-Schmidt und Thomas Schmidt. Die beiden Restauratoren aus Minkwitz sind nach Abschluss der Bauarbeiten auch zu Gastgebern geworden. Sie bieten seit dem Jahr 2016 das historische Gebäude für Feierlichkeiten, Schulungen und Übernachtungen an.

Für Feierlichkeiten wird auch der große Gastraum genutzt, der früher einmal das Pfarrzimmer war. In diesem steht ein riesiger weißer Kachelofen, der vom kleinen Gastraum aus geheizt werden kann. Die Kacheln des Ofens sind ein Nachbau nach historischem Vorbild.

Drei Gästezimmer im Obergeschoss

„Die hat meine Frau angefertigt“, so Thomas Schmidt. Die Wandfarbe des Raumes wurde der von 1719 nachempfunden. Ein zarter Grauton wird durch einen weinroten Strich aufgefangen und geht in Richtung Fußboden in ein dunkleres Grau über. Die weiße Decke des Raumes zieren Stuckarbeiten und ein großer Leuchter.

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Die Schmidts nennen ihn „die Krake“. „An diesen Leuchter erinnern sich diejenigen, die hier zur Christenlehre oder Konfirmationsstunde gegangen sind“, sagte Thomas Schmidt. Während der Bauphase wurde die „Krake“ immer behandelt wie ein rohes Ei, damit sie ja nicht kaputtgeht.

Im Obergeschoss sind drei Gästezimmer entstanden. Wer diese bezieht, wird keinen Komfort vermissen, dafür aber eine Zeitreise bezüglich der Einrichtung erleben.

Für jedes Möbelstück gibt's eine Geschichte

„Die Möbel haben wir Stück für Stück erworben. Die meisten fanden wir bei Ebay. Oft war es so, dass wir beim Abholen eines Möbelstücks weitere angeboten bekamen. So war es auch bei dem großen Bett mit einer Breite von 2,40 und einer Länge von 2,20 Metern, welches keinen Nutzer fand. Bis wir kamen“, erzählte Thomas Schmidt.

Neben dem Riesenbett stehen zwei weitere besondere Betten im Schlafzimmer. Dabei handelt es sich um historische Reisebetten. In einem anderen Gästezimmer steht ein Himmelbett zum Träumen. Neben den Schlafräumen gibt es jeweils ein großes Bad mit Dusche. In einigen Zimmern sind sogar die Stuckdecken erhalten.

Weil alle Türen, die von der Frühstücksdiele ausgehen, gleich aussehen, bekommt jedes, um Verwechselungen auszuschließen, eine persönliche Bezeichnung mit dem Namen der Gäste.

Der Außenbereich des Pfarrlehens in Wendishain wird gern für größere Feierlichkeiten genutzt. Überall grünt und blüht es. Im hinteren Bereich des Gartens kann ein Pavillon aufgestellt werden. Vor dem Hauseingang kann eine lange Tafel gestellt und Pavillons aufgebaut werden. Das Denkmal- und Kulturgästehaus ist zum Mittelpunkt von Wendishain geworden.
Der Außenbereich des Pfarrlehens in Wendishain wird gern für größere Feierlichkeiten genutzt. Überall grünt und blüht es. Im hinteren Bereich des Gartens kann ein Pavillon aufgestellt werden. Vor dem Hauseingang kann eine lange Tafel gestellt und Pavillons aufgebaut werden. Das Denkmal- und Kulturgästehaus ist zum Mittelpunkt von Wendishain geworden. © Dietmar Thomas
Das Frühstück wird an einer langen Tafel im Gemeinschaftsraum im Obergeschoss eingenommen. Wer will, kann sich von Familie Schmidt am Morgen verwöhnen lassen oder in der Küche gleich nebenan das Frühstück selbst zubereiten. Auch dieser Raum wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet und bietet ein Wohlfühlambiente.
Das Frühstück wird an einer langen Tafel im Gemeinschaftsraum im Obergeschoss eingenommen. Wer will, kann sich von Familie Schmidt am Morgen verwöhnen lassen oder in der Küche gleich nebenan das Frühstück selbst zubereiten. Auch dieser Raum wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet und bietet ein Wohlfühlambiente. © Dietmar Thomas
Die Zimmer sind prunkvoll und liebevoll eingerichtet.
Die Zimmer sind prunkvoll und liebevoll eingerichtet. © Dietmar Thomas
Umrundet wird das Übernachtungsangebot mit einem modernen Bad samt Wanne und Dusche.
Umrundet wird das Übernachtungsangebot mit einem modernen Bad samt Wanne und Dusche. © Dietmar Thomas
Im gesamten Haus gibt es viele Details zu entdecken, die das i-Tüpfelchen der Gestaltung sind. Mal sind es Blumen, Schalen oder andere Dinge. Manchmal haben sie Geschichte zu erzählen, manchmal sind sie auch einfach nur schön anzuschauen. Nicht nur Diana Berger-Schmidt hat ein Händchen dafür. Auch ihr Mann entdeckt immer wieder etwas zum Dekorieren.
Im gesamten Haus gibt es viele Details zu entdecken, die das i-Tüpfelchen der Gestaltung sind. Mal sind es Blumen, Schalen oder andere Dinge. Manchmal haben sie Geschichte zu erzählen, manchmal sind sie auch einfach nur schön anzuschauen. Nicht nur Diana Berger-Schmidt hat ein Händchen dafür. Auch ihr Mann entdeckt immer wieder etwas zum Dekorieren. © Dietmar Thomas

„Auf die Ausstattung der Schlafräume mit einem Fernseher haben wir bewusst verzichtet. Da bei uns aber auch Monteure übernachten, gibt es wenigstens ein Gerät im Aufenthaltsraum. Außerdem liegt WLAN“ an, so Diana Berger-Schmidt.

Weitere Gästeräume befinden sich im Seitengebäude, das um 1840 angebaut und als Schule genutzt wurde. In diesem Bereich ist der barrierearme Zugang zum Obergeschoss möglich. Eigens dafür wurde eine Rampe angebaut.

Nach den Bauarbeiten, die eine längere Zeit einnahmen, da Familie Schmidt vieles in Eigenleistung bewältigte, wurde im Jahr 2016 zum ersten Mal im Gästehaus gefeiert. Seit dem Jahr 2018 ist alles fertig und das Gästehaus gut nachgefragt, vor allem an den Wochenenden.

Da nimmt Diana Berger-Schmidt schon Bestellungen bis ins Jahr 2025 an. „Viele nutzen die Kombination feiern und schlafen in einem Haus für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Familientreffen“, so Thomas Schmidt.

Das besondere Flair des alten Hauses

Er und seine Frau bekommen immer wieder zu hören, dass dieses historische Haus auch „etwas mit seinen Gästen macht“. In manchen Fällen seien die Probleme weg, weil die Gäste ihre Seele baumeln lassen können. Das Ambiente und die Ruhe bieten auch für Schulungen in der Woche den richtigen Rahmen.

„Das Pfarrlehen ist das geworden, was wir wollten, der Ortsmittelpunkt von Wendishain“, so die Schmidts. Sie wollten auch zeigen, dass ein Haus behutsam saniert, viele historische Details erhalten werden können, sowie der Spagat zwischen Moderne und Nostalgie zu meistern ist. Sie sind Gastgeber im Nebenjob. Das bedeutet für sie viel Organisation. „Wir müssen unsere Aufträge als Restauratoren so legen, dass immer jemand da ist“, sagen die beiden.

Seit dem vergangenen Jahr ist das Pfarrlehen auch eine Außenstelle des Harthaer Standesamtes. Die erste Trauung vor Ort gab es in diesem Sommer.

Gästehaus "Zum Pfarrlehen" in Wendishain bei Hartha

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  • Das Denkmal- und Kulturgästehaus hat fünf Zimmer und bietet Platz für zehn Schlafgäste. Frühstück gibt es auf Wunsch. Es steht aber auch eine Küche zur Eigenversorgung zur Verfügung.
  • Das Ensemble in der Dorfmitte von Wendishain ist seit 2020 eine Außenstelle des Harthaer Standesamtes.
  • Im Pfarrlehen und auf dem Grundstück kann gefeiert werden. Platz ist für etwa 50 Personen.
  • Das Gästehaus ist unter Telefon 0170/4147621 oder im Internet unter www.Gaestehaus-zum-Pfahrlehen.de zu erreichen.
  • Das barocke Pfarrhaus zu Wendishain wurde im Zeitraum von 1717 bis 1719 durch und für den damaligen Pastor Christian Ernst Weise erbaut.
  • In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand das Seitengebäude als Schule. Später befanden sich darin zum Beispiel ein Friseursalon und die Poststelle von Wendishain.
  • Bis zum Verkauf des Pfarrlehens im Jahr 2003 befanden sich im Gebäude die Wohnung und die Diensträume des jeweiligen Pfarrers sowie Räume für die Kirchgemeindenutzung.

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