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Hartha: Kirchgemeinde ändert Friedhofsgebühren

Nachlässe sind in der neuen Gebührenordnung nicht mehr zu finden. Weshalb, erklärt Pfarrerin Maria Beyer.

Sebastian Markert ist in Hartha für die Unterhaltung des Friedhofes verantwortlich. Mit den ersten Frühblühern sorgt er in den nächsten Tagen für Farbtupfer auf dem parkähnlichen Areal.
Sebastian Markert ist in Hartha für die Unterhaltung des Friedhofes verantwortlich. Mit den ersten Frühblühern sorgt er in den nächsten Tagen für Farbtupfer auf dem parkähnlichen Areal. © Lars Halbauer

Hartha/Großweitzschen. In dieser Woche ist eine neue Gebührenordnung für die Friedhöfe in Kraft getreten, die die Kirchgemeinde Hartha in Hartha selbst sowie in Gersdorf, Schönerstädt, Seifersdorf, Wendishain, Großweitzschen und Mockritz betreibt. Für einige Hinterbliebene, die Grabstellen auf einen der genannten Gottesäcker pflegen oder pflegen lassen, ist das mit Mehrausgaben verbunden – zum überwiegenden Teil aber mit solchen, die Pfarrerin Maria Beyer auch vertreten kann.

Als Beispiel dafür nennt sie die Friedhofsunterhaltungsgebühr. Die beträgt ab sofort auf allen Friedhöfen 20 Euro pro Grablager und Jahr. Mit diesem Geld werden, wie der Name schon sagt, alle Ausgaben bestritten, die zum Unterhalt eines Friedhofes nötig sind. Die Pflege der Wege und Anlagen gehört da genauso dazu wie, dass im Frühjahr und Sommer ganz selbstverständlich und zuverlässig Wasser für die Pflege der Gräber zur Verfügung steht.

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Bisher unterschiedliche Gebühren

„Bisher gab es auf den Friedhöfen unterschiedliche Unterhaltungsgebühren“, sagt Maria Beyer. In Großweitzschen und Wendishain hätten die Nutzer bisher zum Beispiel 18 Euro Jahresbetrag bezahlt. Zwei Euro Rabatt habe es noch für jene gegeben, die die Gebühr bis spätestens April beglichen hatten. „Das haben viele Leute gern genutzt, besonders auf den Dörfern und jene, die mehrere Grabstellen nutzen“, so die Pfarrerin.

Mit der Abschaffung dieses Rabattes seien die Kirchenvorstände einem Hinweis des Rechnungsprüfungsamtes nachgekommen. Das hatte diese Art Bonus bemängelt. Nun müssen die Nutzer aller Friedhöfe der Kirchgemeinde Hartha den gleichen Betrag zahlen. Maria Beyer hält den für angemessen und verweist auf die überwiegend sehr gut gepflegten Friedhöfe.

Der Harthaer habe sogar parkähnlichen Charakter und werde häufig auch im Sinne eines Parkes genutzt. Dass den Nutzern dies gefällt, zeigt, dass in letzter Zeit auch Bäume und Bänke von Bürgern gespendet worden sind. Das beweise den Kirchenvorständen, dass die Veränderungen, die in den letzten Jahren auf dem Friedhof in Hartha passiert sind, bei den Hinterbliebenen und Nutzern auf Zustimmung stößt.

Unterstützung durch Freiwilligendienste

Insgesamt sei es viel Arbeit, die Friedhöfe in Ordnung zu halten, urteilt die Pfarrerin. Daher hält sie eine Anpassung der Gebühren auch deshalb für richtig, dass von dem Geld genauso Beschäftigte ordentlich bezahlt werden sollen. „Und das“, so meint sie, „dürfte auch im Interesse der Nutzer sein.“ Sie erinnert sich noch gut daran, dass sich auf einem Friedhof eine Zeit lang niemand wie gewohnt kümmern konnte. Das hätten die Leute sehr wohl bemerkt. Und: Gefallen habe ihnen das nicht. Dass es mittlerweile wieder anders sei, das bekommt die Pfarrerin immer mal wieder zu hören.

Die wenigsten Mitarbeiter, die die Kirchgemeinde auf den Friedhöfen einsetzt, sind ganztags beschäftigt. Manche sind an verschiedenen Standorten im Einsatz, einige sogar ehrenamtlich. Überdies gibt es zumindest in Hartha mehr oder weniger regelmäßig Unterstützung durch junge Leute, die Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leisten. Hinzu kommt bisweilen Hilfe von Männern und Frauen, die auf richterlichen Beschluss hin Sozialstunden nachweisen müssen.

Programm errechnet Kosten

Außer der Unterhaltungsgebühr ist in den einzelnen Gebührenordnungen auch festgelegt, was welche Art von Grabstätte kostet, welche Verwaltungs- oder Nutzungsgebühren entstehen, wenn Leichenhalle oder Kapelle gemietet werden. Auch da versucht die Gemeinde nach den Worten der Pfarrerin, eine Angleichung zu erzielen. Gleich sind alle Gebühren noch nicht. Zum einen, weil schon die örtlichen Gegebenheiten beachtet werden und zum anderen schauen die Kirchenvorstände, was zumutbar ist.

Den neuen Gebühren ist eine Kalkulation vorausgegangen. Ein Programm errechnet auf der Grundlage verschiedener Ausgaben, welche Kosten erhoben werden müssten, damit sich der Friedhofsbetrieb am Ende trägt. „Bei kleineren Friedhöfen wäre eine Unterhaltungsgebühr von 46 Euro pro Jahr fällig“, sagt die Pfarrerin. Da hätten die Kirchvorstände gegengesteuert und sich auf den genannten einheitlichen Preis von 20 Euro geeinigt, um die Anwohner im ländlichen Raum nicht über die Maßen zu belasten.

Intension sei auch gewesen, dass nicht nur die Kirche, sondern der Friedhof im Dorf bleibt, und zwar als ein für viele wichtiger Ort zur Trauerbewältigung und nicht zuletzt für Begegnungen. Das Regionalkirchenamt hat die neuen Gebühren mittlerweile bestätigt.

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