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Harthaer Firma schnappt sich Großauftrag

Die Haba Bau setzt auf die digitale Zukunft. Auch dank dessen hat sie den Zuschlag für ein Projekt in Leipzig erhalten.

Die Firma Haba Bau aus Hartha übernimmt die Rohbauarbeiten für ein Wohnprojekt in Leipzig.
Die Firma Haba Bau aus Hartha übernimmt die Rohbauarbeiten für ein Wohnprojekt in Leipzig. © Dietmar Thomas

Hartha. Die Firma Haba Bau und -verwaltungsgesellschaft mbH gibt es seit dem 1. Januar 1993. Sie hat schon viele Aufträge in der Region, unter anderem bei der Sanierung der Pestalozzi-Oberschule in Hartha, aber auch in ganz Sachsen verwirklicht. Doch nun hat das Familienunternehmen um Geschäftsführer Norbert Voigtländer einen „großen Fisch“ an Land gezogen.

An der Hofer Straße in Leipzig sollen zwei Wohnhäuser inklusive Tiefgarage entstehen. Das Projekt eines privaten Investors hat einen Umfang von 17 Millionen Euro. Allein für den Rohbau sind 4,85 Millionen Euro veranschlagt. „Diesen Auftrag für den Rohbau haben wir bekommen“, sagt Sven Voigtländer, Prokurist bei Haba Bau, nicht ohne Stolz.

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Acht Bewerber gehen ins Rennen

Acht Firmen hatten sich um den Auftrag beworben, darunter auch größere Unternehmen. Doch den Zuschlag erhielt letztendlich das Familienunternehmen aus Hartha. Die Zusage kam am 10. Februar. Die Firma Haba Bau habe sich einen guten Namen gemacht. Dies sowie ein günstiges Angebot hätte in diesem Fall den Ausschlag zu ihren Gunsten gegeben.

Entstehen sollen 118 Wohneinheiten. „Ziel der Bauherren ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, erklärt Lars Voigtländer, der als Kaufmännischer Leiter in dem Familienunternehmen aktiv ist. Geplant sind zwei nebeneinanderstehende Wohnhäuser mit jeweils sechs Stockwerken. Im Frühjahr 2020 wurde die Baugenehmigung durch die Stadt Leipzig erteilt.

Über einen Projektentwickler, mit dem die Firma unter anderem beim Bau einer integrativen Kindertagesstätte in Leipzig zusammengearbeitet hatte, erfuhren die Harthaer von dem Projekt.

Digitales Rüstzeug verschafft

Bei der Erstellung des Angebotes setzten die Harthaer auf die digitale Technik. Sven Voigtländer engagiert sich im Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Er ist unter anderem Landesfachgruppenleiter Hoch- und Massivbau in Sachsen. „Vonseiten des Verbandes wird schon länger darauf hingewiesen, wie wichtig die Digitalisierung ist“, sagt Voigtländer.

Deshalb habe sich auch die Haba Bau in den vergangenen drei Jahren das nötige digitale Rüstzeug verschafft, um mithalten zu können. Das Unternehmen setzt auf das Programm „nextbau“ eines Dresdner Anbieters. Egal, ob Ausschreibungen, Kalkulationen, Materialbestellung, alles laufe mittlerweile digital.

Das bedeutet, dass die Fehlerquote sinkt, dass die Aussagekraft der Angebote höher ist. „Man kann schneller reagieren“, sagt Sven Voigtländer und führt als Beispiel einen Wandplan an. Auf diesem ist vermerkt, wie die Steine einer Mauer gesetzt sind. Anhand dieses Plans werden die Steine bestellt und auch schon zurechtgeschnitten. „Vor Ort werden die Steine dann nur noch wie beim Lego-Baukasten zusammengesetzt“, so Voigtländer. Das sei auch für die Mitarbeiter eine Entlastung, weil die Steine nicht mehr vor Ort zurechtgeschnitten werden müssen.

Corona-Pandemie macht sich bemerkbar

Der Fachbegriff lautet Building Information Modeling (BIM). Wenn während der Bauphase etwas geändert wird, läuft das über die Schnittstelle zwischen Baufirma, Lieferant und Baustoffhändler wesentlich schneller und genauer, als wenn mehrere Telefonate geführt werden müssten. Alle Beteiligten kommen praktisch zeitgleich an die notwendigen Informationen heran.

Trotz aller Digitalisierung spüren die Unternehmen, dass sich die Corona-Pandemie in der Baubranche deutlich bemerkbar macht. „Die öffentliche Hand hat viele Projekte eingestellt, was nicht förderlich ist“, so Sven Voigtländer. Das wirke sich auf die gesamte Branche aus.

Deutliche Preissteigerungen

Es habe Ende des vergangenen, Anfang diesen Jahres wenige Bauaufträge gegeben. Zudem schießen die Baustoffpreise in die Höhe. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. „Durch die Corona-Pandemie sind zum Beispiel Lieferketten unterbrochen“, erklärt Daniel Teichert von der RHG Mittelsachsen, der für die Haba Bau Ansprechpartner bei der Baustoffbestellung ist. Die Preise seien um bis zu 65 Prozent gestiegen, Lieferfristen könnten momentan nicht genannt werden. „Das bedeutet, dass wir von Tag zu Tag schauen müssen, was geht“, so Teichert. Das bereite große Schwierigkeiten bei der Kalkulation von Projekten.

Die Firma Haba Bau hat 20 Mitarbeiter. Da taucht schon die Frage auf, wie sie solche großen Aufträge stemmen kann. Die Lösung liegt auf der Hand. „Wir arbeiten mit Nachunternehmern zusammen, mit denen wir feste Verträge geschlossen haben“, erklärt Sven Voigtländer.

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