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Trotz Kritik: Helfer setzen mit Blaulicht-Korso Zeichen

Tatütata ist am Samstag in Döbeln einmal nicht wegen eines Alarmes zu hören. Das mit den Martinshörnern erregte Aufsehen war aus anderen Gründen gewollt.

Mit 17 Fahrzeugen sind Helfer von Feuerwehr, THW und Johanniter-Unfall-Hilfe am Sonnabend durch Döbeln gefahren.
Mit 17 Fahrzeugen sind Helfer von Feuerwehr, THW und Johanniter-Unfall-Hilfe am Sonnabend durch Döbeln gefahren. © Dietmar Thomas

Döbeln. Mit insgesamt 17 Fahrzeugen sind die Helfer von Johanniter-Unfall-Hilfe, Technischem Hilfswerk und der Feuerwehr Döbeln am Samstagnachmittag rund zwei Stunden durch das Stadtgebiet von Döbeln gefahren.

Auch viele Ortswehren hatten sich angeschlossen und sich mit Technik und Personal aufgemacht. Mit diesem Korso wollten die Initiatoren und etwa 70 Teilnehmer ursprünglich um neue „Familienmitglieder“ werben: Werde auch Du Teil dieser ehrenamtlichen Familie! Denn Helfer werden mittlerweile nicht nur in vielen kleinen Ortsfeuerwehren, sondern auch in den bislang personell noch relativ gut ausgestatteten Stadtwehren knapp.

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Fahrzeuge mit Trauerflor

Doch dabei ist es aus Anlass der aktuellen Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nicht geblieben. Die Fahrzeuge der Döbelner Retter trugen Trauerflor. „Mit jedem fortbewegtem Meter denken wir an die Flutopfer des derzeitigen Hochwassers“, stellten die Veranstalter schon im Vorfeld klar.

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Trotzdem kam es in den sozialen Netzwerken zu Kritik an dieser Aktion. Unter anderem hieß es, dass die Helfer lieber in die betroffenen Gebiete aufbrechen sollten, statt hier sinnlos durch die Gegend zu fahren.

Andreas Riedel, der zweite stellvertretende Wehrleiter von Döbeln sowie Einsatzleiter an diesem Samstag, hat für die abwartende Haltung der hiesigen und Rettungskräfte in vielen Teilen des Landes eine Erklärung. „Einfach draufloszufahren, wäre überhaupt nicht zielführend“, sagte Riedel. Dies würde das vielerorts vorherrschende Chaos eher noch verstärken.

Helfer in Alarmbereitschaft

Genauso sehen es Medienberichten zufolge auch die Helfer, die in den Katastrophengebieten im Einsatz sind. Sobald sie Unterstützung benötigen, dann sind auch die Döbelner bereit.

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„Wir stehen in Alarmbereitschaft. Sobald unsere Hilfe gebraucht und angefordert wird, setzen wir uns in Bewegung“, versicherte Andreas Riedel. Entsprechende Vorbereitungen seien bereits am Freitag und auch übers Wochenende getroffen worden. Weil die Döbelner aber gar nicht wissen, ob und wann sie in die Flutgebiete fahren, können sie auch keine Lebensmittel oder Hygieneartikel entgegennehmen.

Das hatten einige Döbelner in „Unterhaltungen“ in den sozialen Netzwerken ebenso gefordert. Die Hilfsbereitschaft scheint groß zu sein. Allerdings wissen offenbar die wenigsten, wer in der Region Sach- oder Geldspenden sammelt.

DRK-Ortsgruppe im Krisengebiet

Mittlerweile sind aber auch Helfer aus Mittelsachsen in die Flutgebiete unterwegs. Das weiß der zweite stellvertretende Döbelner Wehrleiter deshalb, weil sich das Team des Kreisverbandes Döbeln-Hainichen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Freitagabend bei ihm wegen des bevorstehenden Hilfseinsatzes abgemeldet hatte.

Vertreter des DRK wollten ursprünglich ebenso am Blaulichtkorso in Döbeln teilnehmen. Die Aktion der regionalen Hilfsorganisationen ist nach Meinung von Andreas Riedel dennoch gut abgelaufen und hat durchaus Aufmerksamkeit erreicht.

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„Statt der vielen Facebook-Kommentare hätten wir uns vielleicht ein paar mehr Neugierige am Straßenrand gewünscht“, sagte Riedel.

Kurz nach Abschluss der Kolonnenfahrt rückte die Döbelner Feuerwehr zu ihrem 106. Einsatz in diesem Jahr aus. Bei diesem wurde die Hilfe der Feuerwehrleute bei einem medizinischen Notfall benötigt.

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