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Nach Brand in Döbeln: Häuser unbewohnbar

Beim Kellerbrand in Döbeln Nord ist die Infrastruktur der Häuser schwer beschädigt worden. Die Bewohner können noch nicht zurück.

Ein Brandursachenermittler der Polizei macht im ausgebrannten Keller des Hauses Straße der Jugend 1 in Döbeln Nord Fotos.
Ein Brandursachenermittler der Polizei macht im ausgebrannten Keller des Hauses Straße der Jugend 1 in Döbeln Nord Fotos. © Jens Hoyer

Döbeln. Der Sonntagabend endete für die Bewohner der Häuser Straße der Jugend 1 und 3 dramatisch. Gegen 17.45 Uhr war im Keller des Wohnblocks ein Feuer ausgebrochen, das sehr rasch die Treppenhäuser verqualmte und unpassierbar machte. Am Morgen danach sind die beiden Eingänge noch mit Flatterband abgesperrt. Jemand hatte einer Katze Futter vor die Haustür gestellt.

Ein Brandursachenermittler der Polizei macht Tatortfotos in dem Chaos aus verbrannten Lattenverschlägen, abgestellten Möbeln, halbverkohlten Plastiksäcken und von der Decke baumelnden geschmolzenen Isolierungen.

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Döbelner flüchtet auf den Balkon

Der Beamte will zwar nicht das Ergebnis vorwegnehmen, aber wenn in der Kellerbox weder ein elektrisches Gerät betrieben wurde, noch sich ein Elektrofahrrad befunden hatte, falle eine technische Ursache schon mal weg. Später kommt von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz die Bestätigung: Es ist Brandstiftung.

Zettel an den Haustüren verkünden noch am Morgen, dass die Häuser gesperrt sind und die Bewohner um 13 Uhr in ihre Wohnungen können. Aber nur, um sich wichtige Dinge zu holen. Heinrich Holley ist schon eher da. Der 68-Jährige holt sich aus seiner Wohnung Medikamente und frische Wäsche.

Von außen ist nicht viel mehr zu sehen als die Rußfahnen über den Kellerfenstern, hinter denen es gebrannt hat. Aber die Treppenhäuser sind total verrußt.
Von außen ist nicht viel mehr zu sehen als die Rußfahnen über den Kellerfenstern, hinter denen es gebrannt hat. Aber die Treppenhäuser sind total verrußt. © xcitepress/Christian Essler
Heinz Holley (68) kehrte am Morgen nach dem Brand in seine Wohnung zurück, um Medikamente und persönliche Sachen zu holen.
Heinz Holley (68) kehrte am Morgen nach dem Brand in seine Wohnung zurück, um Medikamente und persönliche Sachen zu holen. © xcitepress/Christian Essler

Er war am Sonntag in der Wohnung, als es brannte. „Ich dachte erst, mein Essen wäre übergekocht.“ Er habe sich auf den Balkon geflüchtet und sei dann von der Feuerwehr mit einer Haube aus der Wohnung geholt worden. „Ich bin Asthmatiker und habe dann im Krankenhaus Sauerstoff bekommen“, sagte er. Mittlerweile sei er bei seinem Sohn untergekommen.

Erhebliche Schäden an Medienanschlüssen

Eine andere Bewohnerin des Hauses, die schaut, ob sie in ihre Wohnung darf, hat sich vorübergehend bei Bekannten in der Nähe einquartiert. Sie erzählt, dass sie von der Feuerwehr mit der Drehleiter über den Balkon gerettet wurde.

So schnell werden die Mieter nicht ins Haus zurückkönnen. Am Montagvormittag hatten die Handwerker die Schäden im Keller inspiziert. Sie sind beträchtlich. Wasser, Abwasser und Stromleitungen sind beschädigt.

Zumindest die Häuser 1 und 3 sind voraussichtlich bis Ende der Woche unbewohnbar. Im Haus Nr. 5 liegen Strom und Wasser wieder an, sagte Björn Eifler, Teamleiter Immobilienmanagement bei der TAG Wohnen.

Vermieter TAG Wohnen bietet Gästewohnungen an

Am Sonntag waren fünf Bewohner vorübergehend in der Sporthalle in Döbeln Nord untergebracht worden. Alle Mieter seien dann aber bei Bekannten und Verwandten untergekommen, sagte Eifler. Am Montag sollte dann geklärt werden, ob jemand weitergehende Hilfe benötigt. „Wir stellen unsere Gästewohnungen zur Verfügung und bei Bedarf auch Zimmer in Hotels und Pensionen“, so Eifler.

Die Treppenhäuser sind total verqualmt und müssen vor Rückkehr der Bewohner von einer Spezialfirma einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Inwieweit die Wohnungen der Mieter betroffen sind, soll ein Gutachter der Versicherung im Laufe der Woche ermitteln, so Eifler. „Dann haben wir auch eine Schadenshöhe.“

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Die TAG Wohnen hat mit solchen Fällen mittlerweile traurige Routine. Am 10. September 2020 hatte es im Haus Doblinaweg 4 in Döbeln Nord ebenfalls im Keller gebrannt. Das Feuer war an zwei Stellen gleichzeitig gelegt worden. 23 Personen, darunter sehr alte und auch behinderte Menschen, mussten von der Feuerwehr aus dem Haus geholt werden.

Etwa 40 Wohnungen waren danach unbewohnbar. Schaden: um die 350.000 Euro. Erst drei Wochen später waren die Schäden soweit saniert, dass die Bewohner wieder in ihren Wohnungen zurückkonnten.

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