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Einkaufen nach Ladenschluss in Döbeln

Der Stadtwerbering und die Firma Knobloch wollen Abholstationen errichten. Mit der Idee beteiligen sie sich an einem Wettbewerb.

Von Jens Hoyer
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„Pikno“ hat die Firma Knobloch ihre Abholstation genannt. Vor allem in Süddeutschland und in Österreich sind einige davon in Betrieb. Vor allem Buchhändler nutzen die Schließfächer, aber die Verwendungsmöglichkeiten sind auch für andere Händle
„Pikno“ hat die Firma Knobloch ihre Abholstation genannt. Vor allem in Süddeutschland und in Österreich sind einige davon in Betrieb. Vor allem Buchhändler nutzen die Schließfächer, aber die Verwendungsmöglichkeiten sind auch für andere Händle © PR/Knobloch

Döbeln. Wenn Deutschlands älteste Briefkastenfirma und eine agile Händlervereinigung zusammenfinden, dann kann etwas Besonderes dabei herauskommen. Der Stadtwerbering und die Döbelner Firma Knobloch haben sich mit einer Idee an der City-Initiative „Ab in die Mitte beteiligt“.

Für die besten Konzepte sind 600.000 Euro ausgelobt. Und die Döbelner Händler und Hersteller hoffen, dass für sie davon etwas abfällt.

Abholstation aus Döbeln

Es geht – natürlich – ums Einkaufen. Und zwar in einer Form, wie sie in der Pandemie mit ihren zwangsweise Geschäftsschließungen sehr nützlich wäre. Aber nicht nur dafür, denn mit der Entwicklung der Firma Knobloch ließen sich die Öffnungszeiten erweitern, sagte Grit Neumann, Vorsitzende des Stadtwerberings, die das Projekt den Mitgliedern vorstellte.

„Pikno“ heißt eine Abholstation, die die Döbelner Firma für den Handel entwickelt hat. Mit Fächern, in denen Waren hinterlegt werden können. Thomas Kolbe, der Geschäftsführer von Knobloch, hatte sich an den Stadtwerbering gewandt, sagte die Vorsitzende. Bis Mitte September sollte der Wettbewerbsbeitrag abgegeben werden. „Das war ganz schön sportlich“, so Neumann.

Finanzierung mit dem erhofften Preisgeld

Mit dem erhofften Preisgeld – die Preisträger werden am 11. November bekannt gegeben – soll das Aufstellen der Abholstation finanziert werden. „Die Kunden bestellen telefonisch oder online und können sich die Ware auf dem Nachhauseweg abholen. Wir bieten damit einen Mehrwert und erhöhen die Kundenbindung. Wir wollen, dass das Geld in der Region ausgegeben wird“, beschreibt Grit Neumann die Idee hinter dem Wettbewerbsbeitrag. „Im mittelsächsischen Raum gibt es so eine Anlage noch nicht“, sagte Grit Neumann.

Die Stadt Döbeln unterstützt das Projekt. „Das ist ein interessanter Gedanke“, sagte Baudezernent Thomas Hanns. Die Abholstation soll im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Die Stadtverwaltung hatte mehrere mögliche Standorte in der Innenstadt vorgeschlagen.

Interessant besonders für jüngere Kunden

Die Partner wollen mit drei Abholstationen starten. „Aber wenn wir eine bekommen, wäre das aber auch schon etwas. Wenn wir gewinnen, können wir das finanzieren. Dann kommt es darauf an, was wir daraus machen. Vielleicht können wir noch vor dem Weihnachtsgeschäft damit starten“, sagte Grit Neumann.

Das Angebot ziele vor allem auch auf die jüngere Kundschaft. „Es ist wichtig, den Leuten das Abholen bequem zu machen. Wir schauen, ob das funktioniert“, sagte Matthias Poch, Mitglied des Vorstandes.

Einige Händler äußerten sich positiv zu dem Vorhaben. „Wenn ich überlege, welche Mengen wir an die Leute rausschicken. Das ist ein bewährtes System. DHL hat schon viele Packstationen“, sagte Daniel Heinrich von „Nähweißchen & Fadenrot“.Die Firma Knobloch hat schon einige der Abholstationen verkauft. „Vor allem nach Süddeutschland und Österreich. Das gibt es schon ein Weilchen“, sagte Geschäftsführer Thomas Kolbe.

Sicher durch Zahlenschloss

Das Angebot sei ein kostengünstiger, einfacher und unkomplizierter Weg, den Kunden Ware außerhalb der Öffnungszeiten zukommen zu lassen. „Wir haben uns gedacht, damit könnten wir etwas für die Region und die Stadt tun.“

Die Fächer der Stationen verfügen über ein Zahlenschloss. „Das ist ähnlich wie beim Safe im Hotel. Es wird ein Einmalcode vergeben. Den bekommt der Kunde vom Händler“, sagte Kolbe. Vor allem Buchhändler schafften sich die Stationen an, aber auch der Sporthandel. Auch für Branchen wie Änderungsschneiderei oder Reinigungen seien sie interessant. „Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt“, sagte Kolbe. Zudem bieten die Fronten der Anlagen auch Platz für Werbung. „Die Händler können da Flagge zeigen.“