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Katzeninitiative braucht weiterhin Unterstützung

Der Hilferuf im Stadtrat hat Wirkung gezeigt. Unmittelbar danach gab es eine größere Spende. Doch für das gesamte Jahr 2021 reicht das Geld nicht.

Die Katzeninitiative kümmert sich um Welpen, die sonst keine Chance hätten. Gerade bei dem Jungtieren bedarf es spezieller Nahrung. Die ist aber nur ein Kostenfaktor.
Die Katzeninitiative kümmert sich um Welpen, die sonst keine Chance hätten. Gerade bei dem Jungtieren bedarf es spezieller Nahrung. Die ist aber nur ein Kostenfaktor. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Katzeninitiative Roßwein ist weder ein Verein noch eine Gruppe, die einem Verein angehört. Das bekommen die Helferinnen um Michaela Filla, die in Roßwein eine Tierheilpraxis betreibt, vor allem dann zu spüren, wenn es um die Finanzierung ihrer Arbeit geht.

Als Initiative können sie keine Spendenquittung ausstellen, haben keine Chancen auf staatliche Zuschüsse oder Fördergeld. „Daher haben wir mitunter wirklich zu tun, das, was wir für das Aufpäppeln der Tiere ausgeben, wieder hereinzubekommen.“ Das schilderte Michaela Filla den Roßweiner Stadträten vor einiger Zeit. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) sagte daraufhin zu, dass der gemeldete Finanzbedarf in der aktuellen Haushaltplanung Berücksichtigung finden könnte – sofern die Stadträte dies als notwendig erachten.

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Ob das passiert ist und ob im Laufe des Jahres noch mit einer Unterstützung der Initiative zu rechnen ist, das kann Michaela Filla gegenwärtig noch nicht sagen. Dafür kommen sie und ihre Helferinnen jetzt erst einmal ein Stück mit der Spende hin, die die Frauen unmittelbar nach der Ratssitzung bekommen haben. Außerdem gab es eine kleine Finanzspritze nach der Einkaufsnacht im November, zu der Roßweiner Händler eingeladen hatten.

Bislang hat die Initiative ihre Arbeit weitgehend über private Spenden finanziert, war auf die Hilfe der Kommune nicht angewiesen. Das hat sich dahingehend geändert, dass immer mehr Tiere bei Michaela Filla abgegeben worden sind. In den meisten Fällen handelte es sich um Streuner beziehungsweise dessen Nachwuchs. Der musste überwiegend mit der Flasche großgezogen und mit Fürsorge vor dem sicheren Tod gerettet werden.

„Im vergangenen Jahr haben wir uns um neun Katzen gekümmert“, so Michaela Filla. Sie geht davon aus, dass es nicht weniger werden. Deshalb hat sie einmal den Jahresfinanzbedarf der Initiative ermittelt und acht Fälle zur Grundlage genommen, in die die Initiative je 50 Euro steckt. 400 Euro wären also rein rechnerisch nötig, damit sich die Initiative auch in den nächsten Monaten um Katzen(babys) kümmern kann, die Hilfe benötigen.

Diesen Betrag hinterfragte der Bürgermeister noch einmal. Immerhin hat die Kommune mit dem Tierheim in Ostrau einen Dienstleistungsvertrag. Nachdem zahlt die Kommune einen Jahresbetrag. Dafür kommen in Ostrau dann Tiere unter, die ausgesetzt oder entlaufen sind. „Streuner zählen in der Regel nicht dazu, deshalb nahmen wir uns dieser Tiere an“, erklärt Michaela Filla.

Nach ihren Worten hatten die zu ihr gebrachten Katzen im vergangenen Jahr in mehreren Fällen den Katzenschnupfen, das heißt, sie mussten dem Tierarzt vorgestellt und behandelt werden. In jedem Fall schwierig war die Trennung kranker und gesunder Tiere. Katzenschnupfen sei hochansteckend, sagt die Tierfreundin. Aufwendungen haben sie und ihre Mitstreiter weiterhin für Heizung, Decken, Reinigung und – wenn es sich um Welpen handelt – für spezielle Nahrung. Normales Futter gibt es häufig von Spendern.

2020 haben alle Vierbeiner, die die Initiative aufgenommen hat, überlebt. Für die meisten fand sich auch ein neues Zuhause.

Kontakt zur Katzeninitiative Roßwein über Michaela Filla unter Tel. 034322 41792 oder 0171 1674112 und Ingrid Szameit unter Tel. 0174 2714163

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