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Döbeln

Leisnigs größte Firma hat einen neuen Chef

Michael Graetz steht jetzt an der Spitze des Unternehmens mit rund 550 Mitarbeitern. Die Belegschaft kennt den neuen Betriebsleiter schon lange.

Michael Graetz (46) ist seit Januar der neue Betriebsleiter von DMI in Leisnig.
Michael Graetz (46) ist seit Januar der neue Betriebsleiter von DMI in Leisnig. © DMI/privat

Leisnig. Der Jahresanfang 2021 ist für den im westfälischen Münster ansässigen Archivdienstleister DMI am Standort in Leisnig mit einem Wechsel verbunden gewesen. Bengt Dölitzscher, seit vielen Jahren Betriebsleiter des Unternehmens, wird dieses zum 31. Januar verlassen. „In beiderseitigem Einvernehmen“, teilt Tilman Strauss auf Anfrage mit. Strauss leitet die Kommunikation der DMI GmbH & Co. KG.

Dölitzschers Nachfolger ist sein bisheriger Stellvertreter Michael Graetz. „Dieser ist seit mehr als 20 Jahren für DMI tätig“, sagt Tilman Strauss. Graetz sei bisher Produktionsleiter gewesen und habe im vergangenen Jahr Prokura erhalten.

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„Michael Graetz verfügt durch seine Praxiserfahrung und betriebswirtschaftliche Qualifikation über die notwendige Kompetenz, den gewachsenen Betrieb in Leisnig ergebnisorientiert zu führen“, sagt DMI-Geschäftsführer Christoph Schmelter.

Dieser freue sich über die gelungene Nachfolge. Zu Graetz sagt Schmelter weiter: „Aufgrund seiner hohen Vertrauensbasis zu dem Mitarbeiterteam und seiner familiären Verbundenheit zur Region ist er zusätzlich die Idealbesetzung im Sinne von Integrität und Nachhaltigkeit.“

Kulturelles Engagement wird fortgesetzt

Diese besondere Verbundenheit zur Region Leisnig werde sich nach Aussage der DMI-Pressestelle auch außerhalb des Firmengeländes widerspiegeln. So hat DMI zum Beispiel über mehrere Jahre hinweg sportliche Wettkämpfe in Leisnig ausgetragen, dazu sogar Sportler aus den Partnerstädten und aus Münster eingeladen.

Daraus hat sich das VfB-Sommerfest mit den örtlichen Sportlern an der Spitze entwickelt. Und dabei soll es auch bleiben. „Das kulturelle Engagement von DMI wird unabhängig von der personellen Besetzung der Betriebsleitung weiter aufrecht erhalten“, teilt der Archivdienstleister mit.

Seit mehr als 25 Jahren werden auf der Muldenwiese in Leisnig Krankenakten digitalisiert. Seitdem ist ein zweistelliger Millionenbetrag in den Ausbau und die Ausstattung des Standortes geflossen.
Seit mehr als 25 Jahren werden auf der Muldenwiese in Leisnig Krankenakten digitalisiert. Seitdem ist ein zweistelliger Millionenbetrag in den Ausbau und die Ausstattung des Standortes geflossen. © Dietmar Thomas

Die souveräne Fortsetzung des Wachstums- und Innovationskurses sei neben der Betriebsführung die Hauptaufgabe von Michael Graetz, so Unternehmenssprecher Tilman Strauss.

Und er soll die Bauprojekte zu Ende bringen, die in den vergangenen Jahren angeschoben worden sind. Die letzte Großbaumaßnahme in der ehemaligen Textilfabrik auf der Muldenwiese hat bereits 2016 begonnen.

Anstelle des alten Heizhauses ist ein viergeschossiger und trotz Muldennähe hochwassersicherer Neubau entstanden. Den hat der Archivdienstleister dann mit modernen Hochleistungsmaschinen wie Scannern ausgestattet. Allein das hat rund 4,5 Millionen Euro gekostet.

An zweitem Standort kaum noch Wachstum möglich

Dadurch sollten allerdings auch die Mitarbeiter im Altbau profitieren. Dort war geplant, die Abteilungen zu entflechten. Auch klimatisch sollte sich einiges verbessern. Denn die alten Fabrikräume hatten sich in den zurückliegenden recht heißen Sommern ziemlich aufgeheizt und das Arbeiten dort anstrengend gemacht.

Außer in die direkte Produktion hat DMI in den zurückliegenden Jahren weitere Millionen Euro in den Bau eines neuen Rechenzentrums sowie eines Blockheizkraftwerkes unterhalb der Friedrich-Bernhardt-Straße gesteckt. Von der Kommune hat der Betrieb einen Teil des früheren Festplatzes auf der Muldenwiese gekauft, um dort ausreichend Parkplätze für die kontinuierlich wachsende Belegschaft vorhalten zu können.

Noch ein kleines Stück wachsen könnte das Aktenlager an der Colditzer Straße. Dann nämlich, wenn der Aldi-Markt an die Umgehungsstraße gezogen ist. Nur auf dessen Grundstück kann sich DMI an diesem Standort noch erweitern. Dann ist das Potenzial dort ausgeschöpft.

Millionen Papierseiten werden jeden Monat bearbeitet

  • Seit 1994 ist der Archivdienstleister DMI auf der Muldenwiese ansässig. Er hat eine ehemalige Textilfabrik, bekannt unter dem Namen „Saxonia“, übernommen und über die Jahre modernisiert und ausgebaut.
  • Einen zweiten Standort gibt es in Leisnig an der Colditzer Straße, wo Hunderte Kilometer Akten lagern – hochwassersicher. Wie wichtig das ist, hat die Flut 2002 gezeigt. Nach der Jahrhundertflut hat DMI mehrere Millionen Euro in den Auf- und Ausbau dieses Standortes investiert.
  • Spezialisiert hat sich DMI auf die Archivierung von Krankenakten. Hunderte Kliniken aus ganz Deutschland lassen ihre Patientenakten in Leisnig digitalisieren und teilweise archivieren. Jeden Monat werden Papierseiten im zweistelligen Millionenbereich bearbeitet.
  • Mit rund 550 Mitarbeitern ist DMI der größte Arbeitgeber in Leisnig. Insgesamt beschäftigt die DMI-Gruppe deutschlandweit etwa 1.000 Männer und Frauen.

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