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Leisnig: Bessere Bedingungen für Johannniter

Der Regionalverband Meißen/Mittelsachsen steckt eine Stange Geld in die Immobilie in Leisnig. Das ist gerechtfertigt, findet Chef Dirk Roscher.

Dass am Leisniger Standort investiert wird, darüber freut sich Leiter Martin Wagner mit seinen ehrenamtlichen Helfern.
Dass am Leisniger Standort investiert wird, darüber freut sich Leiter Martin Wagner mit seinen ehrenamtlichen Helfern. © Lars Halbauer

Leisnig. Ihre Hilfe ist nicht mehr wegzudenken. Im Moment unterstützt Personal der in Leisnig stationierten Johanniter Unfall-Hilfe den Krankentransport in der Region. Der hat so viel zu tun, dass es mit dem geplanten Personal nicht zu schaffen ist. Doch nicht nur in diesem Fall sind die Johanniter ein verlässlicher Partner.

Im vergangenen Jahr wurden die Ehrenamtlichen um Standortleiter Martin Wagner nach vielen Ausbildungs- und Übungsstunden wieder zu Einsätzen gerufen. Insgesamt acht. „Das motiviert die Helfer“, weiß Wagner.

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So haben die Johanniter zum Beispiel Feuerwehrleute bei einem nächtlichen Brandeinsatz beköstigt oder waren mit dem „Speisewagen“ vorgefahren, als Kräfte von Feuerwehr, THW und einer Leipziger Spezialeinheit an der Leisniger Weststraße giftigen Dämpfen auf der Spur waren, kontaminiertes Material ausbaggern und fortbringen lassen mussten.

Aber auch in Döbeln waren die Johanniter zur Stelle, als es nach einem Kellerbrand darum ging, sich um die vorwiegend älteren Bewohner zu kümmern.

Ohne Ehrenamtler geht es nicht

„Das Ehrenamt ist nicht mehr wegzudenken“, behauptet Dirk Roscher. Als Vorstandsmitglied des Regionalverbandes Meißen/Mittelsachsen der Johanniter Unfall-Hilfe ist er Chef von 340 hauptamtlichen, aber auch von 150 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Er wünscht sich, dass auch die Investitionen in den Standort Leisnig eine schöne Motivation für die Helfer sind. „Gerade jetzt, wo sie im Regeldienst aushelfen“, so Roscher.

Mehr als 150.000 Euro fließen nach Leisnig. Wie Dirk Roscher berichtet, wurde ein Teil des Geldes bereits eingesetzt, um die Außenanlagen herzurichten, konkret um die Zuwegung zu pflastern. Das erleichtert die An- und Abfahrt der Rettungs- und Hilfsfahrzeuge. Gerade im Moment wäre dies bei Regen, Schnee und Nässe eine ziemliche Schlammschlacht geworden.

Auch Veränderungen in der Fassade des Hauses hat es schon gegeben. Mit der in Aussicht stehenden Erweiterung des Fuhrparks macht sich unter anderem ein neues Rolltor erforderlich, „damit der neue Gerätewagen des Katastrophenschutzes überhaupt in die Fahrzeughalle passt“, erklärt Martin Wagner.

Die Zwölf-Tonnen-Technik soll aktuellen Planungen zufolge im Frühjahr oder Frühsommer anrollen und dann für Ausbildungen und Einsätze der sogenannten Blaulichtorganisationen zur Verfügung stehen.

Auszubildender Jonny Hoffmann montiert die Waschbecken in den neuen Sanitärräumen.
Auszubildender Jonny Hoffmann montiert die Waschbecken in den neuen Sanitärräumen. © Lars Halbauer
Steffen Ehrlich von Bauservice Ehrlich hat die Fliesen verlegt.
Steffen Ehrlich von Bauservice Ehrlich hat die Fliesen verlegt. © Lars Halbauer
Michael Ehrlich in einem Teil des Dachgeschosses, der gerade als eine Art Werkstatt und Materiallager genutzt wird. So ähnlich haben die frisch sanierten Räume vordem auch ausgesehen..
Michael Ehrlich in einem Teil des Dachgeschosses, der gerade als eine Art Werkstatt und Materiallager genutzt wird. So ähnlich haben die frisch sanierten Räume vordem auch ausgesehen.. © Lars Halbauer
Diese Aufnahme vom ehemaligen Reitstall, der zum Garnisonsstandort Leisnig gehört hat, zeigt das Gebäude vor mehreren Jahrzehnten.
Diese Aufnahme vom ehemaligen Reitstall, der zum Garnisonsstandort Leisnig gehört hat, zeigt das Gebäude vor mehreren Jahrzehnten. © privat
Im Außengelände des Johanniter-Standortes in Leisnig hat sich vor allem die Zuwegung für die Fahrzeuge verbessert.
Im Außengelände des Johanniter-Standortes in Leisnig hat sich vor allem die Zuwegung für die Fahrzeuge verbessert. © Dietmar Thomas

Im Zuge des Baus gab es noch kleinere Änderungen von der Aufteilung her, was die Abläufe optimieren soll. Dazu gehört auch, dass die Feldküche jetzt vor beziehungsweise hinter einem eigenen Rolltor steht und nicht erst dorthin bugsiert werden muss, wo sie an ein Fahrzeug angehangen werden kann.

Große Veränderungen am Standort in Leisnig

Große Veränderungen gab und gibt es aber auch im Dachgeschoss. Dort wurde ein Teil schon vor ein paar Jahren ausgebaut. Unter anderem treffen sich die Johanniter dort zu Aus- und Weiterbildungen.

Nun kann auch bald der westliche Teil des Dachgeschosses von den Ehrenamtlichen genutzt werden. Dort stehen nach Abschluss der Arbeiten Umkleide- und Sanitärräume zur Verfügung. „Das ist schon optimaler als im Moment“, urteilt der Standortleiter.

Er wünscht sich, dass die neuen Bedingungen den einen oder anderen dazu animieren, sich für ein Ehrenamt bei den Johannitern zu interessieren. „Wir haben, glaube ich, eine größere Fangemeinde und auch einen relativ großen Unterstützerkreis“, so Martin Wagner.

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Aber wenn es darum geht, die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, dann kann er lediglich auf rund 30 Helfer zurückgreifen. „Das ist bei dem, was wir abdecken, relativ wenig“, findet der Standortleiter.

Er hofft, dass die neuen Räume auch dazu genutzt werden können, sich mit Mitgliedern anderer Hilfsorganisationen auszutauschen und vielleicht noch enger zusammenzuarbeiten.

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