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Trotz Corona: Denkmäler geöffnet

An über 20 Denkmälern gibt es am Sonntag Veranstaltungen. Im vergangenen Jahr waren es fast 60 im Landkreis.

Der Leisniger Bahnhof wird zum Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sein.
Der Leisniger Bahnhof wird zum Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sein. © Lutz Weidler

Mittelsachsen. Auch der Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von Corona: Anmeldung, Resonanz und Durchführung der Veranstaltungen, die am Sonntag, 13. September, stattfinden werden, sind besonders. Mehr als 20 Objekte werden unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“ zu besichtigen sein. 

Die Anmeldung lief in diesem Jahr über das Landratsamt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, sonst federführend, organisiert 2020 lediglich einen digitalen Aktionstag. Trotz der Umstände hält der Landkreis an der Auszeichnung mit dem Denkmalpreis fest. Verliehen werden sie am Sonntag zur Eröffnungsveranstaltung in Frauenstein. 

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Bahnhof-Betreiber berichten von ihren Plänen

Der Leisniger Bahnhof wird zum Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sein. Erst seit kurzem hat er neue Eigentümer, die mit viel Energie den alten Dreck beseitigen, aufräumen und zum Beispiel die großen vernagelten Fenster im Erdgeschoss neu verglasen. Viele Freunde und auch Fremde helfen dem Besitzer-Quartett aus Tübingen und Berlin dabei. 

Es ist auch dabei, „neu zu denken“, hat Visionen für den Bahnhof entwickelt. Er soll ein Kultur-Bahnhof werden. Dabei muss es aber nicht bleiben. Von ihren Plänen berichten die Eigentümer schon am Sonnabend ab 11 Uhr. Dann gibt es zum Ausblick auch jede Menge Musik.

Erstmals Führung durch das Döbelner Klosterviertel

Erstmals werden in Döbeln Führungen durch das Klosterviertel mit Probstei und ehemaligem Hospital angeboten. Dafür arbeiten Helmut Bunde und Jürgen Dettmer von den Döbelner Heimatfreunden mit Axel Friedrich, dem Eigentümer der Probstei, zusammen. Beginn ist um 10 sowie um 13 Uhr. Maximal 30 Besucher können an einer Führung teilnehmen. Zuletzt habe es eine Führung an der Probstei in den 90-ziger Jahren gegeben, so Dettmer. Damals habe sich das Ensemble noch in einem ruinösen Zustand befunden.

Auch Heimatfreund Helmut Bunde wird am Sonntag bei Führungen im Klosterviertel mit dabei sein.
Auch Heimatfreund Helmut Bunde wird am Sonntag bei Führungen im Klosterviertel mit dabei sein. © Archiv/Jens Hoyer

Ostrauer zeigen restaurierten Ballsaal

Auch die Mitglieder des Vereins Kulturdenkmal Wilder Mann laden am Sonntag ab 14 Uhr Interessierte nach Ostrau ein. „Wir öffnen unsere Räume in der ersten Etage, bieten dort Kaffee und Kuchen an“, sagt Monika Fischer vom Verein. Zudem können sich die Besucher über den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten im Ballsaal informieren.

 „Acht Säulen müssen dort noch restauriert werden. Der originale Spiegel ist von der Wand abgenommen und zu einem Restaurator gebracht worden“, sagt Fischer. Führungen gibt es 15 und 16 Uhr.

Monika Fischer vom Verein Kulturdenkmal Wilder Mann in Ostrau verzichtet mit ihrem Verein in diesem Jahr auf Veranstaltungen vor dem ehemaligen Gasthof. Dafür gibt es im Denkmal einiges zu sehen.
Monika Fischer vom Verein Kulturdenkmal Wilder Mann in Ostrau verzichtet mit ihrem Verein in diesem Jahr auf Veranstaltungen vor dem ehemaligen Gasthof. Dafür gibt es im Denkmal einiges zu sehen. © Archiv/André Braun/Döbelner Anzeiger

Weidenflechten im alten Gasthof in Ziegra

Im Döbelner Ortsteil Ziegra öffnet der ehemalige Landgasthof an der Döbelner Straße 14. Ab 14 Uhr gibt es dort einen Workshop „Flechten mit Weiden“. Entstehen sollen laut Barbara Schwabe vom Alten Gasthof Kränze sowie Gartenschmuck. Um 15 Uhr hält Karlheinz Enzmann einen Vortrag über die Geschichte von Ziegra. Ab 17 Uhr erklingt Musik der Gruppe „Die Malerei“. 

„Wir finden es grundsätzlich wichtig, uns am Tag des offenen Denkmals zu beteiligen“, sagt Schwabe. Zudem sei es möglich, die Veranstaltungen im Freien durchzuführen.

Barbara Schwabe, hier beim Sommerfest auf dem Areal des ehemaligen Gasthofes, hat für Sonntag auch einige Informationen über die Geschichte des Gasthofes vorbereitet.
Barbara Schwabe, hier beim Sommerfest auf dem Areal des ehemaligen Gasthofes, hat für Sonntag auch einige Informationen über die Geschichte des Gasthofes vorbereitet. © Archiv/Dietmar Thomas

Burg Kriebstein lässt Besucher ins Kriebsteinzimmer

Auf der Burg Kriebstein kann im Rahmen von Führungen das Kriebsteinzimmer besichtigt werden. Jener Bereich der Burg, befindet sich im dritten Obergeschoss des Wohnturms und ist nur im Rahmen von Sonderführungen zugänglich. 

Die Besucher erwartet ein drei Mal 4,30 Meter großer Raum mit einer „einzigartig erhaltene farbig gefassten Bohlenstube aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts“, informiert die Burg. Für die Führungen um 11, 12, 13, 14, 15 sowie 16 Uhr wird um Voranmeldung unter Tel.: 034327 9520 gebeten.

Wird Besuchern nur bei Sonderführungen gezeigt: Das Kriebsteinzimmer auf Burg Kriebstein.
Wird Besuchern nur bei Sonderführungen gezeigt: Das Kriebsteinzimmer auf Burg Kriebstein. © Burg Kriebstein/Thomas Schlegel

Abtzimmer im Kloster Buch zu sehen

Einer Deckenmalerei im Abthaus des Klosters Buch hat Diplom-Restauratorin Marie Graubner wieder zu ein wenig altem Glanz verholfen. Mittlerweile sind die Arbeiten und die restauratorischen Untersuchungen unter Leitung von Restaurator Thomas Schmidt so weit vorangeschritten, dass Besuchern das Abtzimmer mit einer beeindruckenden Decken- und Wandgestaltung sowie der ebenfalls interessante Raum nebenan gezeigt werden können. Das übernimmt Fördervereinschef Heiner Stephan am Sonntag, 14 Uhr, bei einer Sonderführung.

Restauratorin Marie Graubner hat der Deckenmalerei im Abthaus des Klosters Buch zu neuem Glanz verholfen.
Restauratorin Marie Graubner hat der Deckenmalerei im Abthaus des Klosters Buch zu neuem Glanz verholfen. © Dietmar Thomas

Maskenpflicht bei der Dampfmaschine

Sowohl Sonnabend als auch Sonntag 10 bis 17 Uhr öffnen die Mitglieder der Interessengemeinschaft der Dampfmaschine in Roßwein. „Natürlich unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen“, sagt Enrico Korth von der IG. So gebe es eine Einbahnstraßenregelung. Die Maschinen würden regelmäßig und abwechselnd betrieben. 

„Im Gebäude gilt die Maskenpflicht“, so Korth. Im Außenbereich würden Sitzmöglichkeiten für die Besucher geschaffen. Das Team vom Roßweiner Bürgerhaus plane Angebot für Kinder, äußerte sich Korth.

Im Februar besuchte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, 2. von links) die Dampfmaschinenfreunde in Roßwein.
Im Februar besuchte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, 2. von links) die Dampfmaschinenfreunde in Roßwein. © DA-Archiv/Lutz Weidler

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