merken
PLUS Döbeln

Portugiesin klickt sich nach Hochweitzschen

Stephanie Kogler findet in ihrer Heimat keine Arbeit. Von einer Kampagne der Fachklinik fühlt sie sich sofort angesprochen.

Stephanie Kogler (rechts) will als Pflegefachkraft am Fachkrankenhaus Bethanien in Hochweitzschen arbeiten. Pflegedirektorin Petra Hundrieser freut sich über den Zuwachs.
Stephanie Kogler (rechts) will als Pflegefachkraft am Fachkrankenhaus Bethanien in Hochweitzschen arbeiten. Pflegedirektorin Petra Hundrieser freut sich über den Zuwachs. © Frank Korn

Großweitzschen. Die Heimat ist etwa 2.000 Kilometer weit weg, doch das ist für Stephanie Kogler nicht wichtig. Die 23-Jährige stammt aus der nordportugiesischen Stadt Marco de Canaveses nahe Porto und arbeitet jetzt als Pflegefachkraft im Fachkrankenhaus Bethanien in Hochweitzschen.

Stephanie Kogler ist die erste Pflegekraft, die den Wechsel nach Mitteldeutschland mit Unterstützung einer spezialisierten Arbeitsvermittlungsagentur erfolgreich gemeistert hat. Das Auswahlgespräch konnte coronabedingt nur auf digitalem Wege als Videokonferenz durchgeführt werden.

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Umfassende Einarbeitung

Eine grundlegende sprachliche Qualifizierung war für die 23-Jährige nicht notwendig, da sie aufgrund ihres familiären Hintergrunds bereits gut deutsch spricht. Ihre Mutter stammt aus Österreich, der Vater aus Portugal. Stephanie selbst ist bis zum sechsten Lebensjahr in der Schweiz aufgewachsen.

Mitte November ist die Portugiesin angereist. Vor Ort in Hochweitzschen wird sie nun in den kommenden Wochen eine umfassende Einarbeitung erhalten, in der sie Stück für Stück auf ihre neuen beruflichen Aufgaben vorbereitet wird. Außerdem kann sie ihre Deutschkenntnisse in einem Sprachkurs weiter festigen und vertiefen.

Der enge Draht nach Südwesteuropa wurde in den zurückliegenden Monaten im mitteldeutschen Verbund von Agaplesion geknüpft, dem das Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen angehört. Im Jahr 2019 begann die Abteilung Personalmanagement in Abstimmung mit den Pflegedirektionen der Krankenhäuser damit, neue Ansätze der Fachkräftegewinnung zu entwickeln.

Keine Perspektive in der Heimat

So rückte neben der Ausbildung von Fachkräften die Werbung im Internet verstärkt in den Blickpunkt. Dabei wird auf die Wirkung der eigenen Mitarbeiter gesetzt. In kleinen Filmen erzählen sie, was ihre Arbeit im Fachkrankenhaus für sie bedeutet. Außerdem wurde entschieden, mit einer gezielten Suche im Ausland zu beginnen. „Dabei rückte Portugal ins engere Blickfeld, da in diesem Land seit Längerem eine größere Zahl an Pflegekräften trotz guter Studienabschlüsse von Arbeitslosigkeit betroffen ist“, erklärte Michael Veihelmann, Theologischer Geschäftsführer in Hochweitzschen.

Stephanie Kogler hat ihre Ausbildung in Portugal im Juli abgeschlossen. In ihrer Heimat sah sie keine Perspektive. Da sie gut deutsch spricht, suchte sie nach einem Job in Deutschland. Es sollte eine Arbeit in der Fachrichtung Psychiatrie sein. „Ich habe mir verschiedene Klinikseiten im Internet angeschaut. Die Aufmachung der Hochweitzschener Klinik hat mich sofort überzeugt“, sagt sie.

Kälte ist gewöhnungsbedürftig

Die Agentur kümmert sich um die Einreichung der Unterlagen bei den zuständigen Stellen in Deutschland. Im Januar oder Februar wird Stephanie Kogler den sogenannten B2-Test ablegen, mit dem sie ihre Deutschkenntnisse nachweist. Wenn dann das Anerkennungsverfahren abgeschlossen ist – die Ausbildung in Portugal wird in Deutschland anerkannt – kann sie ihre Arbeit in der Klinik aufnehmen.

Dass ihr die Arbeit Spaß machen wird, daran hat sie keinen Zweifel. „Ich bin hier herzlich aufgenommen worden“, sagt sie. Ihr Zimmer im Wohnheim hat sie sich schon behaglich eingerichtet, später will sie sich eine eigene Wohnung suchen. „Nur an die Kälte im Winter hier in Deutschland muss ich mich noch gewöhnen“, sagt die 23-Jährige.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln