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Weitere Bruchbude in Waldheim verschwindet

In wenigen Tagen wird das nächste leerstehende Gebäude im Stadtbild verschwinden. Der große Bagger auf der Härtelstraße sorgt nun für Aufsehen.

Von Elke Braun
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Ein großer Bagger steht seit Dienstag am Haus an der Härtelstraße 39 in Waldheim. Das Gebäude wird in den nächsten Tagen abgerissen.
Ein großer Bagger steht seit Dienstag am Haus an der Härtelstraße 39 in Waldheim. Das Gebäude wird in den nächsten Tagen abgerissen. © Dietmar Thomas

Waldheim.

Ein Schandfleck weniger

In Waldheim gibt es bald einen Schandfleck weniger. Das Eckgebäude an der Härtelstraße/Bahnhofstraße wird nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden.

Der Landkreis Mittelsachsen lässt das Gebäude im Rahmen einer sogenannten Ersatzvornahme abreißen und übernimmt auch die Kosten dafür. Eine solche Maßnahme kommt immer dann zum Tragen, wenn Eigentümer sich nicht um ihre Immobilien kümmern und von den Gebäuden eine Gefahr ausgeht. Das ist im Fall der Härtelstraße 39 schon lange der Fall. Immer wieder waren Bestandteile von Putz und Dach auf den Fußweg gefallen.

Einbahnstraße wird "gedreht"

Während der Arbeiten, die voraussichtlich bis 18. Februar dauern, wird es zu einigen Verkehrseinschränkungen kommen. Wie Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) informierte, wird die Einbahnstraßenregelung auf der Bahnhofstraße im Bereich zwischen der Einfahrt zur Andreas-Hecht-Straße und dem Abrisshaus gedreht. „Eine Zufahrt von oben ist dann nicht mehr möglich. Die Bahnhofstraße wird Höhe des Abrisshauses komplett gesperrt“, so der Bürgermeister. Anwohner der unteren Bahnhofstraße könnten ihre Häuser aus Richtung des ehemaligen Postgebäudes erreichen. Es bestünde aber keine Wendemöglichkeit.

Für die Härtelstraße liege zum jetzigen Zeitpunkt keine verkehrsrechtliche Anordnung vor. „Dass es während der Arbeiten zu kurzzeitigen Sperrungen kommen kann, möchte ich aber nicht ausschließen“, so Ernst.

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Was nach dem Abriss aus der Fläche wird, konnte das Stadtoberhaupt nicht sagen. „Die Eckbebauung ist sehr besonders. Es gibt dahinter keinen Hof“, so Ernst. Er sei zunächst erst einmal froh, dass die Entkernung jetzt beginnt.

Bruchbude stört die Waldheimer schon lange

Das Dilemma um das Haus währt schon 19 Jahre. Immer wieder brachten die Waldheimer zur Sprache, dass sie der Anblick des maroden Hauses mitten an der Haupteinfahrtsstraße nach Waldheim stört und dass es kein gutes Aushängeschild für die Zschopaustadt ist.

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Früher befand sich im Erdgeschoss einmal ein Milchladen. Doch daran erinnert heute nichts mehr. Aus dem Dach wachsen Bäume, die Dachgaube ist teilweise eingebrochen, es gibt Schäden am Dachtragwerk und an der Fassade, Fenster im Erdgeschoss sind kaputt.

Haus stand unter Beobachtung

Das Gebäude steht schon seit einigen Jahren unter Beobachtung der Bauaufsicht des Landkreises Mittelsachsen. Die Behörde überwacht Immobilien, um die sich die Eigentümer aus verschiedenen Gründen augenscheinlich nicht kümmern. Und die Mitarbeiter handeln, wenn nach ihrer Meinung Gefahr im Verzug ist.

Die Bauaufsicht hatte zunächst die Absperrung des Fußweges veranlasst, damit Passanten, die an dem Haus vorbeigehen, nicht von herabfallenden Materialien verletzt werden. Anfang des Jahres 2020 musste die Absperrung dann sogar noch einmal erweitert werden.

Der Hausbesitzer hat zwischenzeitlich „mit der Angelegenheit abgeschlossen", wie er im Herbst vergangenen Jahres auf Anfrage mitteilte. Eigentlich hatte er vor, das Haus abreißen und einen Neubau mit mehreren Wohneinheiten, Dachterrasse und Fahrstuhl errichten zu lassen. Dazu sei es aber nicht gekommen, unter anderem, weil er keinen Kredit erhielt und es auch kein passendes Förderprogramm gab. Mittlerweile habe er gar keinen Schlüssel mehr für die Immobilie und das Thema abgehakt.

Dieser Beitrag wurde am 11. Januar 2021 um 12.40 Uhr mit neuen Informationen aktualisiert.