merken
PLUS Döbeln

Wenn der Bus plötzlich bremst

Für das neue Schuljahr sind 38.000 Schüler für den Öffentlichen Nahverkehr angemeldet. Die Jüngeren besuchen die Busschule.

Fahrer Heiko Blechle hat mit Roßweiner Schulkindern über das richtige Verhalten im Schulbus gesprochen.
Fahrer Heiko Blechle hat mit Roßweiner Schulkindern über das richtige Verhalten im Schulbus gesprochen. © Frank Korn

Mittelsachsen. Der Bus fährt mit etwa 25 Kilometer pro Stunde durch das Roßweiner Gewerbegebiet. Plötzlich bremst Fahrer Heiko Blechle scharf.

Innerhalb weniger Meter kommt der Bus zum Stehen. Ein Papierkorb rollt durch den Gang. Alle Kinder und Erzieher haben das Manöver unbeschadet überstanden.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Was sich nach einem gefährlichen Moment anhört, gehört zum Programm der Busschule, die vom Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) organisiert wird.

Beteiligt sind an der Aktion die Verkehrsunternehmen in den Landkreisen Mittelsachsen und Zwickau, dem Erzgebirgskreis sowie der Stadt Chemnitz, die Gebietsverkehrswachten, die regionalen Polizeireviere sowie die Unfallkasse Sachsen und die Sparkassen Chemnitz und Zwickau. Interessierte Schulen können sich auch noch während des Schuljahres für die Busschule anmelden.

Als Belohnung für die Teilnahme an der Busschule erhalten die Kinder im Anschluss eine Urkunde, ein Memory-Spiel sowie Süßigkeiten vom Verkehrsverbund.

Angeregt wurde die Aktion, die es seit 2001 gibt, durch die Unfallkasse Sachsen. Ziel der Busschule ist es, Unfälle auf dem Schulweg zu vermeiden sowie Sachschäden vorzubeugen. Jährlich nehmen 8.000 Kinder im Gebiet des VMS an der Busschule teil. Im Landkreis Mittelsachsen sind es etwa 2.000 Schüler.

Klare Regeln für Fahrpersonal

„Mit dem Bremsmanöver soll gezeigt werden, wie wichtig es ist, sich gut festzuhalten“, sagt Heiko Blechle. Auch sei es wichtig, das Gepäck wie etwa den Schulranzen sicher zu verstauen. Zuvor hat der Fahrer den Kindern Verhaltensregeln beim Ein- und Aussteigen, für die Zeit des Wartens auf den Bus an der Haltestelle sowie während der Fahrt mit auf den Weg gegeben.

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

Beim Transport der Kinder gibt es auch für das Fahrpersonal klare Regeln. Sollte sich ein Kind im Bus daneben benehmen, werden die Schule sowie die Eltern benachrichtigt, die das Kind dann abholen. „Wenn ein Kind einmal seine Schülerkarte nicht dabei haben sollte, wird es trotzdem mitgenommen“, versichert Heiko Blechle. Auf keinen Fall würden Kinder irgendwo ausgesetzt oder stehengelassen, so der Fahrer.

Im Gebiet des VMS erfolgt die Schulweg-Organisation im Jahr 2021/2022 für insgesamt knapp 43.000 Schüler. Rund 38.000 Schüler sind für den Schulweg im öffentlichen Personennahverkehr angemeldet und nutzen dafür die Schülerverbundkarte (SVK).

Weitere rund 3.500 werden im sogenannten freigestellten Schülerverkehr, also mit extra eingesetzten Schulbussen, befördert. Reichlich 1.000 werden von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht.

  • Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]

„Unser Ziel ist es, möglichst vielen Schülern für ihren Schulweg die Nutzung der regulären Bus- und Bahnlinien zu ermöglichen. Mithilfe des guten Liniennetzes unserer Verkehrsunternehmen und einem dichten Takt gelingt uns das seit Jahren sehr gut“, sagte VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus.

Bildungsticket seit 1. August erhältlich

Seit dem 1. August 2021 ist neben der Schülerverbundkarte auch das sachsenweite Bildungsticket erhältlich. Dieses kostet monatlich 15 Euro und gilt rund um die Uhr im gesamten VMS-Gebiet. „Das Bildungsticket wird durch den Freistaat Sachsen gefördert und ist eine gute Alternative für alle Schüler im VMS, die zum Beispiel aufgrund eines zu kurzen Schulwegs nicht anspruchsberechtigt für die ZVMS-Schülerbeförderung sind“, erläutert Neuhaus das neue Tarifangebot.

Die Aufgabenträgerschaft für die Schülerbeförderung ist am 1. Januar 2011 in die Hände des kommunalen Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) übergegangen.

Im darauffolgenden Schuljahr 2011/2012 wurde auch die verbundweit gültige Schülerverbundkarte (SVK) ins Leben gerufen und erfreut sich seither großer Beliebtheit: „Nach dem Ferienticket war die Schülerverbundkarte unser erstes Flatrate-Angebot und nimmt eine wichtige Vorreiterrolle hin zu einer einfachen und übersichtlichen Tarifgestaltung ein“, so Harald Neuhaus.

Bis heute werden jedes Jahr aufs Neue durch knapp 30 ZVMS-Mitarbeiter mehrere zehntausend Anträge auf Anspruchsberechtigung zur Erstattung der Beförderungskosten geprüft und beschieden. Mit ihr erhalten die Schüler eine SVK und die Eltern müssen nur noch einen festgelegten Eigenanteil der gesamten Kosten tragen, den Rest bezuschusst der ZVMS.

Mehr zum Thema Döbeln