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Aufregung um Radweg am Terrassenufer

Offenbar war gar kein Geld für die Markierung vorgesehen, in der Prioritätenliste stand das Projekt weit hinten. Außerdem fehlt ein Anschluss.

Der neue Radstreifen führt am Terrassenufer von der Albertbrücke in Richtung Innenstadt
Der neue Radstreifen führt am Terrassenufer von der Albertbrücke in Richtung Innenstadt © René Meinig

Dresden. Seit wenigen Tagen können Radfahrer den neu markierten Schutzstreifen auf dem Terrassenufer zwischen Sachsenplatz bis kurz hinter der Einmündung zur Rietschelstraße nutzen. Die Stadt hatte sehr kurzfristig darüber informiert, dass dieses Projekt aus dem Radverkehrsverkehrskonzept umgesetzt wird. Dafür sind 52 Parkplätze entlang der Straße entfallen. 

Doch selbst für Radfahrer war es ungewöhnlich, weshalb gerade dort etwas getan wurde. Immerhin gibt es wenige Meter entfernt den linkselbischen Elberadweg und viele nutzten auch den nördlichen Fußweg entlang des Terrassenufers auf dem besagten Stück, der  bis zur Markierung für den Radverkehr freigegeben war. Dazu kommt, dass der neue Radstreifen nicht durchführend bis zum Terrassenufer ist. Radfahrer müssen sich in Höhe Terrassenufer 16 entweder auf der Fahrbahn einordnen oder den rechts neben der Fahrbahn verlaufenden Gehweg nutzen, der zur Mitbenutzung durch Radfahrer freigegeben ist. Denn auf dem restlichen Stück des Terrassenufers darf wieder stadteinwärts geparkt werden. "Die verfügbaren Breiten im Kreuzungsbereich zwischen Terrassenufer und Steinstraße bieten weder vor noch hinter der Kreuzung ausreichend Platz für die Einrichtung eines Schutzstreifens am nördlichen Fahrbahnrand, in Richtung Innere Altstadt", schreibt Stadtsprecher Karl Schuricht auf SZ-Anfrage.

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Im Bauausschuss, wo in dieser Woche über den neuen Radweg diskutiert wurde, kam jetzt heraus, dass für dessen Einrichtung gar kein Geld eingeplant war. Deshalb soll der Finanzausschuss  1,2 Millionen Euro zusätzlich dafür und sechs weitere Radverkehrsprojekte bewilligen, wie der vorherige Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) beantragt hatte.  Doch eine Mehrheit lehnte das im Bauausschuss ab. Die Stadträte von AfD und Freien Wähler fordern sogar, dass die Markierung wegkommt und die Parkplätze wieder entstehen. Auf der Prioritätenliste des Radwegekonzeptes stand dieser Abschnitt offenbar auch nicht ganz vorn, wurde aber gebaut. 

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