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Dresden: Demo für neue Radwege

Der Fahrradclub verengt an diesem Donnerstag fünf Straßen. Der Baubürgergermeister sagt, was er von der Aktion hält.

Anna Sarodnik demonstrierte mit dem ADFC für Popup-Radwege in Dresden.
Anna Sarodnik demonstrierte mit dem ADFC für Popup-Radwege in Dresden. © Marion Doering

Update, 3. Juni, 16 Uhr: Einfach Farbe auf die Straße, damit einen Streifen von der Fahrbahn für die Radfahrer abtrennen, fertig ist der Radweg. Damit ist es für Baubürgermeister Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen) nicht getan. Anlässlich des Weltfahrradtages demonstriert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Dresden, wo auf diese Art sogenannte Pop-up-Radwege angelegt werden könnten. Radwege also, die zwar als Provisorium gedacht sind, aber wie in anderen deutschen Städten aus Sicht des ADFC auch richtige Radwege werden könnten. Laut Kühn sind sie in anderen Orten vor allem auf mehrspurigen Straßen ohne Straßenbahnen angelegt worden. In drei jetzt vom ADFC in Dresden vorgeschlagenen Abschnitten fährt aber die Straßenbahn in der Mitte. Wo bisher der ÖPNV zügig fahren konnte, würde er sich dann den Platz mit dem Kfz-Verkehr teilen, gibt die Stadtverwaltung zu bedenken.

Der ADFC demonstriert an diesem Donnerstag, wie Pop-up-Radwege unter anderem auf der Bautzner Straße, der Kesselsdorfer Straße und der Reicker Straße aussehen könnten. Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn: "Wir müssen alle Verkehrsteilnehmer im Auge behalten. Wenn der ÖPNV an Geschwindigkeit verliert, verliert er auch an Attraktivität. Das wäre aber genau das Gegenteil dessen, was wir in unserer Mobilitätsstrategie erreichen wollen."

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Beim "Runden Tisch Radverkehr" der Stadt, an dem auch der ADFC beteiligt sei, seien die Radverkehrsmaßnahmen für dieses und das nächste Jahr vorgestellt worden. Dazu gehören auch ein oder zwei weitere Radwegabschnitte auf der "Bautzner", die noch in diesem Jahr kommen könnten. Für die Reicker Straße seien weiterführende Planungen notwendig, um die Auswirkungen auf den ÖPNV zu reduzieren. Dort könnte es 2022 weitere Radwege geben. Und für den Asubau der Kesselsdorfer Straße zwischen Reisewitzer - und Rudolf-Renner-Straße sollen die Planungsleistungen einschließlich Radwegen in diesem Jahr vergeben werden.

Was der Fahrradclub will

Der Platz reicht für alle. Auch dort, wo Straßenbahnen fahren und auf Strecken, die als Bundesstraßen deklariert sind. Davon ist der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Dresden überzeugt und will das auch zeigen. Am Donnerstag hat er deshalb sogenannte Pop-up-Radwege eingerichtet. Das sind eigene Spuren für Radfahrer, die eigentlich nur vorübergehend markiert werden sollen, aber aus denen auch dauerhafte Angebote werden könnten.

"Städte wie Berlin, Stuttgart und München machen es vor: Die schnelle und auch dauerhafte Schaffung von Radwegen ohne große Straßenumbaumaßnahmen funktioniert, wenn man nur will", meinen die ADFC-Verantwortlichen in Dresden. Allerdings habe die Stadtverwaltung bisher nicht den Willen, solche Angebote einzurichten. Am Weltfahrradtag hat der ADFC deshalb auf fünf Dresdner Straßenabschnitten gezeigt, dass Pop-up-Radwege nach seiner Ansicht auch in der sächsischen Landeshauptstadt möglich sind. Dazu hat er für den Nachmittag Demos unter dem Motto "Machen statt Warten! Pop-Up Radwege für Dresden. Jetzt!“ angemeldet.

Die Demonstrationen sind über die ganze Stadt verteilt und finden an Straßenabschnitten statt, für die der ADFC schon länger die Einrichtung von Radwegen fordert. Jeweils in Richtung Stadtrand auf der Bautzner Straße zwischen Martin-Luther-Straße und Diakonissenweg, der Radeburger Straße zwischen Hammerweg und Stauffenbergallee und der Kesselsdorfer Straße zwischen Wernerstraße und Rudolf-Renner-Straße statt richtete der Fahrradclub vorübergehend Radwege ein. Die vierte und die fünfte Demo fanden auf der Winterbergstraße zwischen Nätherstraße und Gohrischstraße sowie auf der Reicker Straße zwischen Otto-Dix-Ring und der Tiefgaragenausfahrt des Otto-Dix-Centers statt.

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"Die bisherige Verweigerungshaltung des Oberbürgermeisters und der Verwaltung gegen die Schaffung von schnell und unkompliziert einzurichtenden Radfahrstreifen im Straßenbestand ist für uns absolut unverständlich“, sagt Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden. Die jüngste Rechtsprechung habe gezeigt hat, dass man diese Radwege auch dauerhaft etablieren kann. Dresdens Stadtverwaltung und Baubürgermeister Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen) bräuchten da "einmal einen deutlichen Schubs".

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