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Dresdner Polizei stoppt 82 Radfahrer

Auf der Marienbrücke verstoßen Radfahrer häufig gegen die Verkehrsregeln. Die Polizei rückte deshalb zu einer Kontrolle aus.

Diese Frau ist auf der falschen Seite über die Marienbrücke gefahren. Das kostet 20 Euro Strafe.
Diese Frau ist auf der falschen Seite über die Marienbrücke gefahren. Das kostet 20 Euro Strafe. © Sven Ellger

Update, 7. Mai, 9.50 Uhr: Am Freitagmorgen hat die Polizei die Kontrollzahlen vom Donnerstagnachmittag nachgeliefert. Demnach waren die Beamten zweieinhalb Stunden lang auf beiden Rampen der Marienbrücke im Einsatz. Sie haben in dieser Zeit 107 Fahrzeuge kontrolliert. 82 davon waren Fahrräder. Die häufigsten Regelverstöße: 49 Radfahrer sind nicht auf dem Radweg gefahren, was dort Pflicht ist, sondern auf der Straße. 19 benutzen die Radwege entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung.

Außerdem registrierte die Polizei 20 Rotlichtverstöße. Elf mal ignorierten Radfahrer eine rote Ampel, neun Mal Autofahrer. Fünf Autofahrer hatten den Sicherheitsgurt nicht angelegt, drei telefonierten ohne Freisprecheinrichtung.

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Im Rahmen der knapp zweiwöchigen Aktion „Respekt durch Rücksicht“ hat die Polizeidirektion Dresden am Donnerstagnachmittag an der Marienbrücke kontrolliert. Der Schwerpunkt lag auf dem Thema „Rechtsfahrgebot und Radwegbenutzung durch Radfahrer“.

Der nächste Kontrolleinsatz im Rahmen der Polizeiaktion "Respekt durch Rücksicht", die noch bis zum 16. Mai weitergeht, ist am Montag auf dem Albertplatz geplant.

Dresden. Sie kommen in Schüben, immer dann, wenn unten an der Ecke Könneritzstraße/Ostra-Allee die Radfahrerampel auf "Grün" geschaltet hat. Sie sind in Richtung Neustadt unterwegs, wollen dazu über die Marienbrücke fahren und müssen davor noch die Devrientstraße queren. Dort sorgen zwei Stoppschilder dafür, dass die Autofahrer rechtzeitig anhalten und auch die Radfahrer ungehindert weiter können.

An diesem Donnerstag ist auch ein halbes Dutzend Polizisten an der Ecke, die früher mal ein Unfallschwerpunkt war, weil Autofahrer von der gegenüberliegenden Straßenseite verkehrswidrig nach links abbogen, um in die Devrientstraße zu gelangen. Bei diesem Einsatz geht es nicht um die Autofahrer, die seit Oktober 2018 eine hohe Bordsteinkante zwischen den Schienen an dem Abbiegemanöver hindert. Es geht um die Radfahrer, die Richtung Marienbrücke unterwegs sind.

Unten an der Kreuzung mit der Ostra-Allee steht ein Polizist mit Funkgerät und Kamera. Er filmt die Radfahrer, die Richtung Neustadt unterwegs sind. Fährt einer von ihnen bei Rot, gibt er einen Hinweis an die Kollegen an der nächsten Ecke. Die zeigen dann die rote Kelle.

100 Euro und ein Punkt in Flensburg

Petra ist eine von denen, die angehalten werden. Die Dresdnerin, die ihren Nachnamen lieber nicht nennen möchte, hat es eilig. Sie muss zur Kita, die wegen Corona verkürzt geöffnet hat, und kennt die Strecke bestens. Fast täglich fährt sie sie mit dem Fahrrad. An der Könneritzstraße ist sie bei Rot gefahren, nun geht mehr als die dabei gewonnene Zeit bei der Polizeikontrolle drauf. "Ja, man muss sich an die Regeln halten, aber ich habe auch den Eindruck, dass ich das einschätzen kann", rechtfertigt sie ihren Regelverstoß.

Die Polizisten beeindruckt das nicht, sie notieren sich die Daten der Dresdnerin. Sie wird später Post vom Ordnungsamt bekommen. 60 Euro Strafe sind dann fällig, sollte die Rot-Zeit weniger als eine Sekunde lang gewesen sein, als die junge Frau über die Kreuzung fuhr. War es mehr, dann sind es 100 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Auch der "Klassiker" auf der Marienbrücke ist bei dieser Kontrolle ein Thema: Radfahrer, die auf der falschen Seite unterwegs sind. "Fahrradwege sind grundsätzlich richtungsgebunden", sagt der Einsatzleiter der Polizei. Das bedeutet: sie sind sozusagen Einbahnstraßen. Gefährlich sei diese Ecke vor allem, weil sich Autofahrer, die von der Devrientstraße kommen, auf den Verkehr Richtung Marienbrücke konzentrieren. Auf Radfahrer, die auf der falschen Seite von der Brücke kommen, sehen sie dagegen eher nicht.

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Die Kontrollaktion der Polizei ist Teil der Kampagne "Respekt durch Rücksicht", bei der die Beamten täglich an kritischen Stellen in Dresden im Einsatz sind, um das Miteinander von Auto- und Radfahrern zu überwachen. Dabei geht es unter anderem auch um den richtigen Sicherheitsabstand, wenn ein Auto ein Fahrrad überholt, um Handyverstöße und eben um Ampelschaltungen. Die verstärkten Kontrolleinsätze haben am 4. Mai angefangen und dauern noch bis Ende nächster Woche.

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