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Rekordpreise bei Eigenheimen in Dresden

Untersuchungen zeigen: Der Markt für Wohnungen ist angespannt – der für Häuser in und um Dresden nicht mehr vorhanden.

Von Michael Rothe
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Einfamilienhäuser im Dresdner Stadtteil Weißig: Im Stadtgebiet stehen so gut wie keine Eigenheime zum Verkauf.
Einfamilienhäuser im Dresdner Stadtteil Weißig: Im Stadtgebiet stehen so gut wie keine Eigenheime zum Verkauf. © Sven Ellger

Dresden. Nirgends in Deutschland sind Eigenheime binnen drei Monaten teurer geworden als in und um Dresden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Finanzdienstleisters Dr. Klein.

Danach verzeichnet Sachsens Landeshauptstadt von Juli bis September mit 6,7 Prozent den höchsten Preisanstieg – noch vor teuren Pflastern wie München, Stuttgart, Hamburg oder Berlin. Gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal betrage die Teuerung sogar fast 20 Prozent, heißt es. In anderen deutschen Metropolregionen verteuerten sich Immobilien in dieser Zeit ebenfalls um mindestens zwölf Prozent.

„Derzeit ein Eigenheim im Dresdner Stadtgebiet kaufen zu können, ist wie ein Sechser im Lotto“, sagt Sebastian Mosch, Spezialist für Baufinanzierung von Dr. Klein in Dresden. Der Markt sei leer gefegt, Neubau von Einfamilienhäusern finde nur noch vereinzelt in Baulücken statt. Größere Bauplätze gebe es keine, so der Experte.

„Die Entwicklung von Baugebieten wurde verschlafen“, kritisiert Mosch. Diesen Mangel könnten auch Bestandsimmobilien nicht auffangen. „Während in Westdeutschland demnächst viele aus der Babyboomer-Generation in das Alter kommen, ihre Immobilie zu verkaufen, hat diese Generation in Ostdeutschland zur Miete gewohnt“, erklärt er. Daher sei die Eigentumsquote dort gering.“ Dementsprechend rasant verteuerten sich Häuser in Dresden. Die jüngste Steigerung sei neuer Rekord.

Mehr als 3.000 Euro pro Quadratmeter

Dresdner Hauskäufer zahlten den Angaben zufolge erstmals im Schnitt über 3.000 Euro je Quadratmeter. Der Wert nähert sich damit dem Medianpreis dortiger Eigentumswohnungen von 3.092 Euro an. Der Median ist jener Wert, der genau in der Mitte einer Datenreihe liegt: Eine Hälfte ist kleiner, die andere größer als der Median.

Auch wenn die Steigerung bei Appartements in Dresden mit 2,8 Prozent im Vergleich zum 2. Quartal geringer ausfälle, sieht Experte Mosch auch keine Entspannung für den Wohnungsmarkt. Infolge der Pandemie seien Baustoffe knapp, die Materialkosten hoch, sagt er. Für die Bauträger sei die Marge daher sehr gering und sinkende Preise nicht denkbar. Projekte würden häufig zurückgehalten, bis wieder mehr Planbarkeit hinsichtlich Kosten und Bauzeiten herrsche. „Das verschärft die Wohnungssituation zusätzlich“, sagt Mosch.

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist mit 250 Büros einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands. Ihre Angaben basieren auf tatsächlich gezahlten Kaufpreisen bei Europace, einem unabhängigen Marktplatz für Immobilien. Rund zwanzig Prozent aller Transaktionen für Privatkunden in Deutschland werden dort finanziert: etwa 35.000 Verkäufe pro Monat mit einem Volumen von rund sechs Milliarden Euro.