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Erster Brunnen an Dresdens Neustädter Markt wird saniert

Die Initiative Neustädter Freiheit wünscht sich mehr Leben auf dem Platz, vor allem ohne Konsumzwang.

Von Kay Haufe
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Das Archivfoto von 2019 zeigt den Neustädter Markt mit dem Straßenzug Große Meißner und Köpckestraße aus der Vogelperspektive.
Das Archivfoto von 2019 zeigt den Neustädter Markt mit dem Straßenzug Große Meißner und Köpckestraße aus der Vogelperspektive. © Archivfoto: Rene Meinig

Dresden. Nicht nur die Anwohner sind gespannt, wie es künftig am Platz rund um den Goldenen Reiter weitergeht. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte den Neustädter Markt im Sommer unter Denkmalschutz gestellt. Das bedeute aber nicht, dass der Zustand des Platzes genauso konserviert werden muss, wie er ist, hatte Sachsens oberster Denkmalpfleger Alf Furkert schon im Juli im SZ-Interview gesagt. Zu einer Tagung der Initiative Neustädter Freiheit am Freitag bekräftigte er diese Haltung noch einmal. Das heißt, die Vonovia kann ihre Gebäude am Platz durchaus sanieren, neue Häuser wird es dort aber nicht geben, wie es nach den Wettbewerbsergebnissen zum Neustädter Markt möglich gewesen wäre.

Bernhard Sterra von der unteren Denkmalbehörde der Stadt wurde noch konkreter. Statt die Plattenbauten wie in den 90er-Jahren zu individualisieren, sollten sie bei einer künftigen Erneuerung wieder homogener gestaltet werden. Dies habe die Vonovia bereits zugesagt und entsprechende Fassadenlösungen gezeigt, sagte Sterra. Abgerissen werden soll nichts von der vorhandenen Bebauung. Den geplanten Durchbruch zum Barockviertel auf der westlichen Seite halte er aber für sinnvoll, so Dresdens Denkmalschützer weiter.

Um den Platz attraktiver für Bewohner und Gäste zu machen, sind zunächst kleine Schritte geplant. Los geht es im kommenden Jahr mit der Sanierung des östlichen, nicht mehr intakten Brunnens von Friedrich Kracht, wofür jeweils eine halbe Million Euro von der Stadt und dem Denkmalschutz-Topf des Freistaates zu Verfügung gestellt werden, sagte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne). "Für die Brunnensanierung haben auch viele Bürger gespendet, dafür herzlichen Dank."

An einem weiteren wichtigen Projekt, der Umgestaltung des riesigen, trennenden Verkehrsraumes von Großer Meißner und Köpckestraße, plane derzeit ein Büro. "Wir selbst als Stadt pflegen die Platanen auf der Hauptstraße und am Platz, die eine wichtige schattenspendende Wirkung haben." Und auch der Raum vor dem Blockhaus werde demnächst neu gestaltet. Wenn auch der zweite Brunnen saniert ist, sollen die kaputten Platen auf dem Platz ausgetauscht werden.

Die historische Postkarte zeigt den Neustädter Markt um 1900 mit Blick zum Blockhaus.
Die historische Postkarte zeigt den Neustädter Markt um 1900 mit Blick zum Blockhaus. © Sammlung Holger Naumann

Dass die Brunnen wichtige Identifikationspunkte am Neustädter Markt sind, wo sich die Leute treffen, kann Alexander Heber jeden Tag aus dem Fenster seines Architekturbüros beobachten. Er sprach als Mitglied der Initiative gemeinsam mit Stadtbezirksbeirätin Ulla Wacker (Grüne) an, wie wichtig konsumfreie Räume wie dieser in Dresden für Kultur und andere Nutzungen sind.

Dafür müsse es aber auch eine größere Wertschätzung solcher Räume geben, forderte die Umweltbürgermeisterin und sprach den Müll an, der täglich von solchen Räumen in der Innenstadt entfernt werden muss. "Wir fragen uns, wie das noch weitergehen soll." Für sie ist auch Beteiligung der Bürger ein wichtiger Punkt, damit solche Plätze im Ansehen der Bevölkerung gewinnen.