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Semper-Club gibt das Palais Oppenheim nicht auf

Der Investor der Lingnerstadt hatte dem Projekt eine Absage erteilt. Doch die Dresdner Stadtgesellschaft würde davon profitieren, sind sich Befürworter einig.

Von Kay Haufe
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So könnte das Palais Oppenheim aussehen, die Visualisierung stammt von Andreas Hummel, der sich mit seinem Büro Arte4D auf Ansichten historischer Architektur spezialisiert hat.
So könnte das Palais Oppenheim aussehen, die Visualisierung stammt von Andreas Hummel, der sich mit seinem Büro Arte4D auf Ansichten historischer Architektur spezialisiert hat. © arte4d/Andreas Hummel

Dresden. Lange schon hat Lucas Müller diesen Traum. Der Vorsitzende des Dresdner Gottfried-Semper-Clubs und frühere Architekt sieht das Palais Oppenheim schon vor sich. Nie war die Chance besser, dass der prächtige Neorenaissancebau von Gottfried Semper wieder aufgebaut werden könnte. Die Firma Gateway Real Etate will die Lingnerstadt bauen. Und dort könnte auch das Palais wieder entstehen, das früher an der Bürgerwiese 5-7 stand. Am 13. Februar 1945 wurde es von Bomben getroffen und brannte aus. Die Außenmauern des Palais standen noch bis 1951. Trotz Bemühungen des Denkmalpflegers Hans Nadler wurden sie gesprengt, um einem Pionierhaus Platz zu machen, das nie gebaut wurde.

Gateway-Vorstand Stefan Witjes hatte bereits vor einiger Zeit deutlich gesagt, dass er nichts von der Rekonstruktion eines verschwundenen Gebäudes hält. Stattdessen könnte man eine Tafel zur Erinnerung anbringen. Diese Haltung bekräftigte der Projektleiter für die Lingnerstadt, Jens Timm, erst vor wenigen Tagen noch einmal in der Gestaltungskommission. Man wolle das Grundstück, auf dem das Palais entstehen könnte, auch nicht verkaufen.

Lukas Müller will sich mit dieser Ablehnung nicht zufriedengeben und erneut das Gespräch mit dem Investor und Dresdens Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) suchen. "Ich bin enttäuscht von der Vorgehensweise der Stadt, die mehrfach die Gelegenheit gehabt hätte, das Vorkaufsrecht für das Grundstück in Anspruch zu nehmen, weil es mal ein städtisches Grundstück war", sagt Müller.

Von seinen Ideen, dass im Palais ein christlich-jüdisches Begegnungszentrum oder sogar ein jüdisches Museum entstehen könnte, musste sich Müller allerdings verabschieden. Dafür hat er keine Unterstützung bei der jüdischen Gemeinde gefunden.

Nach Aussage vom Vorstand der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND), Torsten Kulke, gibt es jedoch einen Investor, der das Grundstück kaufen und das Palais Oppenheim als repräsentativen Firmensitz nutzen möchte. Dieser hätte sein Anliegen an die Gateway Real Estate herangetragen, aber keine Antwort erhalten, so Kulke.

Wie das Palais Oppenheim aussehen könnte, wenn es rekonstruiert wird, hat Andreas Hummel visualisiert. Er hat sich mit seinem Büro auf Ansichten von historischen Gebäuden spezialisiert, auch die vom Palais Oppenheim. Die Sächsische Zeitung und Sächsische.de hatten zuletzt fälschlicherweise die GHND als Urheber der Visualisierung benannt. Sie ist aber nur in deren Auftrag entstanden.