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So war der Gundermann-Theaterabend in Dresden

Mal Musical, mal schlaues Regietheater: Die Inszenierung am Staatsschauspiel in Dresden holt den Mythos Gerhard Gundermann vom Sockel.

Von Johanna Lemke
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© Sebastian Hoppe

Der Abend beginnt mit einem Sonnenallee-Moment. Die Bühne im großen Haus des Staatsschauspiels Dresden sieht aus wie das perfekte DDR-Museum: senfgelbe Samtvorhänge mit langen Troddeln hinter müden Grünpflanzen – die idealtypisch nachempfundene Veranstaltungshalle von damals. Alles stimmt, bis zu den schlecht hinter den Pflanzen versteckten Kabeln für die Musikboxen. Und man möchte fast schon umkehren; wenn eine Inszenierung über den Liedermacher Gerhard Gundermann so stereotyp beginnt, droht ein musealer Theaterabend. Zunächst kommt auch genau so ein klischierter Gundermann auf die Bühne: In der berühmten Kluft aus gestreiftem Hemd und blauer Hose mit Hosenträgern, mit der blonden Vokuhila-Frisur und der zu großen Brille schlurft er auf die Bühne, die Gitarre dabei. Und setzt zum ersten Lied an. Seufz.

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