merken
Dresden

Chefwechsel im Hygiene-Museum Dresden

Iris Edenheiser übernimmt ab 2020 die Direktion des Museums von Klaus Vogel, der in Ruhestand geht. Mit der sächsischen Museumsszene ist sie gut vertraut.

Das Exponat "Glaeserne Frau" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden.
Das Exponat "Glaeserne Frau" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. © Matthias Rietschel/dapd

Dresden. Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden (DHMD) bekommt ab 2022 eine Direktorin. Die Kulturanthropologin Iris Edenheiser folgt auf Klaus Vogel, der am Jahresende in den Ruhestand geht, wie die Stiftung am Dienstag mitteilte. Mit ihr gewinne man "eine versierte und international erfahrene Museumsexpertin mit sächsischen Wurzeln", sagte Kulturdezernentin Annekatrin Klepsch (Linke) als Vorsitzende des Stiftungsrats. Sie bringe "die besten Voraussetzungen" mit, um eines der bedeutenden deutschen Museen im Kulturland Sachsen zu leiten, sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU).

Edenheiser, 1977 in Torgau geboren, studierte in Leipzig und Granada Ethnologie, Religionswissenschaften und Hispanistik. Sie ist seit 2017 stellvertretende Direktorin am Museum Europäische Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin und arbeitete zuvor am Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, dem Museum für Völkerkunde Dresden und dem Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen.

Anzeige
Geld für Vereine, Projekte, mehr Zuversicht!
Geld für Vereine, Projekte, mehr Zuversicht!

Mit einem Crowdfundingprojekt unterstützt die Volksbank Dresden-Bautzen eG gemeinnützige Projekte.

Das DHMD wurde 1912 von dem Industriellen Karl August Lingner (1861-1916), dem Erfinder des Mundwassers Odol, gegründet. 1930 bekam es mit dem von Architekt Wilhelm Kreis (1873-1955) geschaffenen Ausstellungsgebäude ein Domizil. In der Weimarer Republik trug das Museum mit verständlicher Präsentation von Wissenschaft zur Demokratisierung des Gesundheitswesens bei.

Weiterführende Artikel

Polyamorie und Kondome aus Naturdarm

Polyamorie und Kondome aus Naturdarm

Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden erneuert seine Abteilung über Sexualität. Es scheut keine Tabus und muss zu Lücken stehen.

Dresdner Avantgarde der Weimarer Republik

Dresdner Avantgarde der Weimarer Republik

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden ist ein ungewöhnlich schönes Haus. Vor 75 Jahren eröffnete die erste Schau nach dem Krieg.

Die Mitwirkung an "rassenhygienischer" Propaganda unter den Nazis gilt indes als finsterstes Kapitel in der Geschichte des Hauses. In der DDR war es Hort der Gesundheitserziehung von Kindern und Jugendlichen. Als "Museum vom Menschen" erhielt es 1991 eine Neuausrichtung, seit 1999 wird es von einer Stiftung aus Stadt und Land getragen. (SZ)

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden