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So werben Dresdens Schulen jetzt um Schüler

Ende Februar müssen sich Familien für eine weiterführende Schule entscheiden. Wo sie sich informieren können und welche digitalen Ideen dafür entwickelt wurden.

Schulleiterin Beatrice Wünsche und ihr Stellvertreter Richard Grunwald haben einen Imagefilm gedreht, um die 36. Oberschule vorzustellen. Ab Montag zeigt er auf der Homepage, was die Schule zu bieten hat.
Schulleiterin Beatrice Wünsche und ihr Stellvertreter Richard Grunwald haben einen Imagefilm gedreht, um die 36. Oberschule vorzustellen. Ab Montag zeigt er auf der Homepage, was die Schule zu bieten hat. © Marion Doering

Dresden. Es ist die Zeit, in der die Dresdner Oberschulen und Gymnasien normalerweise ihre Türen öffnen. Eltern und Kinder haben dabei die Möglichkeit, sich die Schulgebäude, die Ausstattung in den Klassenzimmern und Fachkabinetten und die Turnhallen anzuschauen. Sie können mit Lehrern ins Gespräch kommen, sich vor Ort über das Schulprofil und über Ganztagsangebote informieren. Im Januar und Februar 2021 ist das aufgrund der Corona-Regelungen nicht möglich, die Schultüren bleiben geschlossen.

Da sind Ideen gefragt - immerhin sollen sich Ende Februar die Dresdner Familien entscheiden, welche weiterführende Schule der Nachwuchs in den kommenden Jahren besuchen soll. Wie die Einrichtungen für ihre Vorzüge werben, obliegt den Schulleitern. Gut, wenn sie dabei auf Kollegen zurückgreifen können, die sich mit der digitalen Technik auskennen. So wie Richard Grunwald, 30 Jahre jung, seit 2019 kommissarischer Stellvertreter an der 36. Oberschule in Löbtau.

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Imagefilm als Schulprojekt

Viel Werbung hat die Oberschule in der Emil-Ueberall-Straße eigentlich nicht nötig, gehört sie in den vergangenen Jahren doch zu den beliebtesten Oberschulen der Stadt. Im Schuljahr 2019/20 bewarben sich 124 Schüler auf 84 Plätze in den fünften Klassen. Damit belegte die 36. Oberschule Platz drei hinter der 32. Oberschule in Tolkewitz und der 116. Oberschule in Leubnitz-Neuostra.

Ausruhen will sich das Führungsteam um Schulleiterin Beatrice Wünsche darauf aber nicht. Nach vielen Jahren als Schulreferentin im Landesamt für Schule und Bildung hat sie zu diesem Schuljahr die Leitung der 36. Oberschule übernommen.

Als sie ihren Posten im August antrat, waren die Schulschließungen im Winter noch nicht absehbar. Dennoch startete sie mit ihrem Kollegen Richard Grunwald das Projekt "Imagefilm". Grunwald brachte seine private Filmtechnik - Kamera und Drohne - mit, Schüler und Lehrer arbeiteten ein entsprechendes Filmkonzept aus.

Entstanden ist die Idee aus der Lehrer-Arbeitsgruppe, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Schule kümmert. "Das passierte eigentlich ganz unabhängig von Corona", sagt Richard Grunwald. Nun erweist sich der fertige, siebenminütige Film als Segen. Ab kommendem Montag ist er auf der Schulhomepage abrufbar. Anstatt sich vor Ort ein Bild zu machen, bekommen die Familien auf einer Reise durch das Schulgebäude einen Einblick in die Besonderheiten der 36. Oberschule.

Fokus auf Besonderheiten der Schule

"Wir hätten natürlich gern jeden Fachbereich vorgestellt, aber das sprengt den Zeitrahmen für einen Imagefilm", erklärt Grunwald. Also haben sich die Schüler der Klassen fünf bis zehn überlegt, was ihre Schule ausmacht. Da sind zum Beispiel die Streitschlichter. Ab Klasse sieben werden Schüler darin ausgebildet, wie sie Konflikte lösen können. Gibt es unter den Kindern und Jugendlichen Ärger auf dem Schulhof, sollen die Schlichter zwischen den Streithähnen vermitteln.

Neben den Streitschlichtern werden im Imagefilm verschiedene Ganztagsangebote wie die Schülerband oder die Hausaufgabenhilfe präsentiert, Lehrer und Schulsozialarbeiterin stellen sich vor, Schüler kommen zu Wort. Von der Drohne aus wird der Schulkomplex von oben gefilmt, Musik und Effektschnitte sollen die künftigen Schüler ansprechen, die den Film ab nächste Woche auch in den sozialen Netzwerken finden. "Ein gut gemachter Imagefilm gehört heute zur Außenwirkung eines modernen Unternehmens", sagt Richard Grunwald. Das könne auch Schulen nicht schaden, die ja junge Menschen ansprechen wollen.

Seit vielen Jahren ist Grunwald in seiner Freizeit künstlerisch tätig, kennt sich aus mit Kameraführung und Schnitttechnik. Entstanden ist der Film in kompletter Eigenregie außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit und auf eigene Kosten. Beauftragte man damit ein Profiteam, würde das zwischen 4.000 und 5.000 Euro kosten, so Grunwald. Der Imagefilm soll auch über die Coronazeit hinaus etwas Bleibendes für die 36. Oberschule sein.

Schule stellen sich digital vor

Kreativ ist angesichts abgesagter Schulvorstellungen vor Ort nicht nur die Löbtauer Oberschule. Wenn es darum geht, ihre Konzepte zu präsentieren und die Fragen der Familien zu beantworten, müssen die Einrichtungen auf digitale Formate umstellen. Etliche Dresdner Schulen setzen dabei auf Videokonferenzen, in die sich Interessierte zuschalten können, darunter das Gymnasium Bürgerwiese, das zwei Konferenzen am 2. und 4. Januar anbietet. Das Gymnasium hat übrigens eine Apfelsine auf ihrem "Rundgang" durch das Schulhaus gefilmt - ein kleiner Imagefilm mit Augenzwickern.

Viele Einrichtungen stellen auf Fotos oder in kurzen Videos ihren Schulalltag und die Fachkabinette vor, haben digitale Flyer oder Präsentationen mit wichtigen Informationen zum Profil und zu den Ansprechpartnern gestaltet oder führen in einem virtuellen Rundgang durch das Schulhaus. Fragen beantworten viele Schulleiter - wie Beatrice Wünsche - per Telefon.

Die 35-jährige Schulchefin empfiehlt den Dresdner Eltern, sich spätestens jetzt auf den Homepages der Schulen zu informieren, welche Unterlagen ausgefüllt werden müssen und ob sie per Post geschickt oder persönlich vorbeigebracht werden sollen.

Anmeldungen sind in diesem Schuljahr vom 15. bis 26. Februar möglich. Und Beatrice Wünsche beruhigt Eltern unter Zeitdruck: "Die Reihenfolge bei der Abgabe der Unterlagen spielt keine Rolle beim Auswahlverfahren."

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Alle Informationen zu den Einrichtungen und den Anmeldeformalitäten an den einzelnen Schulen gibt es unter www.dresden.de/schulen.

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