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Neue Mensa in Dresden soll 2024 öffnen

Eigentlich sollte die Neue Mensa bereits 2019 wieder geöffnet haben. Doch die Sanierung nimmt jetzt erst an Fahrt auf. Warum das so lange gedauert hat.

So soll die neue Essensausgabe im Obergeschoss aussehen.
So soll die neue Essensausgabe im Obergeschoss aussehen. © Studentenwerk Dresden

Dresden. Sie ist ein Dresdner Dauerbauprojekt geworden: Die Neue Mensa der TU Dresden an der Bergstraße wurde 2014 geschlossen und sollte umfassend saniert werden. Am Mittwoch verkündete das Studentenwerk endlich den offiziellen Start des Rohbaus.

Warum hat man solange mit dem Baustart gewartet?

"Viele vermissen die Neue Mensa", gab auch Martin Richter zu. Er ist Geschäftsführer des Dresdner Studentenwerks, welches seit 2017 als Bauherr agiert. Doch den Eröffnungstermin hat das Studentenwerk über die Jahre immer wieder nach hinten verschoben. 

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Anfangs hieß es, die Sanierung müsse bis spätestens 2019 abgeschlossen sein, später sollte die Mensa zum Wintersemester 2020/21 öffnen. Nun hat auch dieses begonnen.

Über die Jahre seien immer wieder neue Planungsanpassungen nötig gewesen, sagt Christian Schneider, der das Projekt für das Studentenwerk Dresden verantwortet. So hätten beispielsweise unvorhergesehene zusätzliche Sicherungen ins Fundament eingelassen werden müssen. 

Der DDR-Bau habe so manche Überraschungen offenbart, sagt Schneider, da beim Bau der 1981 eröffneten Mensa wegen Materialknappheit an vielen Stellen improvisiert wurde. Hinzu kamen die mit den Jahren immer teurer werdenden Baupreise. "Wir haben uns irgendwann im Kreis gedreht."

Christian Schneider betreut die Sanierung für das Studentenwerk Dresden.
Christian Schneider betreut die Sanierung für das Studentenwerk Dresden. © René Meinig

Hinzu kam die Suche nach Baufirmen, deren Angebote ins Budget des Studentenwerks passten. Inzwischen wurde dieses von 23,6 Millionen Euro noch vor einem Jahr auf nun voraussichtlich etwa 30 Millionen Euro angehoben. Für etwa die Hälfte aller Baumaßnahmen sind nun Ausführende gefunden.

Wann wird die Mensa wieder geöffnet?

Das neue Eröffnungsdatum liegt inzwischen bei 2024. "Jetzt geht's richtig los", meinte Richter bei der offiziellen Baueröffnung am Mittwoch, denn nun seien endlich alle wesentlichen Probleme gelöst. 

Das Gebäude sei vollständig freigelegt und könne eigentlich nicht mehr mit negativen Überraschungen aufwarten. Doch mit einer eindeutigen Festlegung auf das Jahr 2024 hält er sich zurück. "Von der reinen Bauausführung her müsste es funktionieren."

Noch schaut die Neue Mensa so aus.
Noch schaut die Neue Mensa so aus. © René Meinig

Bis September 2021 soll die Fassade des Obergeschosses dicht sein, dann kann mit der Installation der Versorgungseinrichtungen, wie Gas-, Wasser- und Stromleitungen begonnen werden. Bis Juni 2022 soll dann der komplette Rohbau abgeschlossen sein, dann geht es an die Inneneinrichtungen.

Wie wird die Neue Mensa aussehen?

Die Pläne des Architekten Norbert Zimmermann sehen vor, das Aussehen der Mensa nur wenig zu verändern. Das liegt auch daran, dass das DDR-Gebäude unter Denkmalschutz steht. So sollen vor allem die "Moki-Decken", die aus speziell angefertigten Gips-Platten bestehen, erhalten bleiben. 

Ebenso bleiben alle Holzvertäfelungen, Leuchten, die Terazzofußböden (schwarz-weiß gesprenkelte "Fliesen" aus Beton) und die Holztüren. Auch der Charme der integrierten Bierstube in 70er-Jahre-Optik mit Ziegelsteinwänden und schweren Holzmöbeln soll nicht weichen.

So soll die Cafeteria künftig aussehen. Hocker und Tische sind beweglich.
So soll die Cafeteria künftig aussehen. Hocker und Tische sind beweglich. © Studentenwerk Dresden

Zentrale Änderung dagegen ist ein neu errichteter Anbau auf der Nordseite, in dem Küchen-, Technik- und Brandschutzeinrichtungen vereint werden und außerdem Sitzplätze im Freien geschaffen werden sollen. Geändert werden soll auch die Art der Essensausgabe. 

Hier soll im Obergeschoss ein "Free-Flow-System" entstehen, das heißt offenes Buffet anstelle von Bandausgabe. Die Innenräume sollen heller werden, indem Lichtbänder an den Geländern installiert werden und die Essensausgabe besser ausgeleuchtet wird.

Zum Teil kommen auch neue Materialien wie Aluminium zum Einsatz. Außerdem sollen Tische und Stühle nicht mehr im Boden verankert, sondern frei beweglich sein. So könnten die Säle besser für Veranstaltungen genutzt werden.

Was wurde bereits gemacht?

Erste Sanierungsmaßnahmen fanden bereits statt. So wurde bereits 2018 ein Anbau abgerissen und im Außenbereich Lampen und Bänke abgebaut. Auch die Schadstoffsanierung ist bereits abgeschlossen. Verantwortlich für die Sanierung ist das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB).

Genau wie früher soll auch die Bierstube aussehen.
Genau wie früher soll auch die Bierstube aussehen. © Studentenwerk Dresden
Eine neue Außentrasse soll am Anbau entstehen
Eine neue Außentrasse soll am Anbau entstehen © Studentenwerk Dresden
Der Außenbereich der Cafeteria
Der Außenbereich der Cafeteria © Studentenwerk Dresden
So soll das Gebäude von außen aussehen
So soll das Gebäude von außen aussehen © Studentenwerk Dresden
Das Foyer der Neuen Mensa
Das Foyer der Neuen Mensa © Studentenwerk Dresden
Der Ausgabebereich
Der Ausgabebereich © Studentenwerk Dresden
Hier soll künftig das Essen ausgegeben werden
Hier soll künftig das Essen ausgegeben werden © Studentenwerk Dresden
Die neue Cafeteria mit beweglichen Hockern und Tischen
Die neue Cafeteria mit beweglichen Hockern und Tischen © Studentenwerk Dresden

Nach der Schließung 2014 wurde die Mensa während der Flüchtlingskrise zeitweise als Notunterkunft genutzt, bis zu 250 Asylsuchende lebten hier. Dazu mussten übergangsweise neue Brandschutzwände hochgezogen und die Sanitäranlagen umgebaut und anschließend auch wieder zurückgebaut werden.

Warum muss die Neue Mensa saniert werden?

2014 musste die Mensa wegen baulicher Mängel geschlossen werden. Die Lüftungstechnik drohte auszufallen. Bereits Jahre vorher war festgestellt worden, dass die Mensa einer Sanierung bedarf. 

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Gebaut wurde sie bereits zwischen 1974 und 1978 nach den Entwürfen von Ulf Zimmermann, drei Jahre später wurde sie eröffnet. Zwischenzeitlich wurde überlegt, den DDR-Bau abzureißen, doch etliche Unterstützer - darunter auch Professoren der TU - hatten sich für das denkmalgeschützte Gebäude eingesetzt.

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