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Masken-Happy-End für Dresdner Senior

Ein SZ-Leser hatte sich beschwert, dass er in einer Apotheke keine gratis FFP2-Masken bekam. Nun nimmt das Ganze ein gutes Ende, auch für andere Rentner.

Von Tim Ruben Weimer
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Johannes Meusel war überrascht, als er am Mittwochmorgen plötzlich drei FFP2-Masken in seinem Briefkasten vorfand.
Johannes Meusel war überrascht, als er am Mittwochmorgen plötzlich drei FFP2-Masken in seinem Briefkasten vorfand. © Sven Ellger

Dresden. Die Ausgabe der kostenlosen FFP2-Masken für über 60-Jährige und chronisch Erkrankte hatte in den vergangenen Wochen immer wieder zu Diskussionen zwischen Apothekern und Kunden geführt. Manche Apotheken hatten Masken nur an eigene Kunden abgegeben und fremde Kunden zu deren Stammapotheken geschickt.

So auch den 66-jährigen Johannes Meusel, der bei der Fetscherapotheke abgewiesen worden war. "Mir wurde mitgeteilt, dass diese Masken nur an Kunden mit Kundenkarte abgegeben würden. Da ich jedoch keine Kundenkarte für eine bestimmte Apotheke besitze, kann ich mit dieser Begründung an jeder Apotheke abgewiesen werden", schrieb Meusel an die SZ.

Er schilderte auch dem Gesundheitsministerium und dem Gesundheitsamt Dresden den Vorfall. Letzteres habe die Sächsische Apothekerkammer gebeten, bei den Apotheken darauf hinzuweisen, dass für die Abgabe der Schutzmasken allein die Vorlage des Personalausweis ausreicht.

Der stellvertretende Filialleiter der Fetscherapotheke Holger Kromnik hatte am Freitag vergangene Woche weit mehr Masken als bestellt bekommen - davor musste er aber noch mit den eigenen Masken haushalten.
Der stellvertretende Filialleiter der Fetscherapotheke Holger Kromnik hatte am Freitag vergangene Woche weit mehr Masken als bestellt bekommen - davor musste er aber noch mit den eigenen Masken haushalten. © Marion Doering

Der stellvertretende Leiter der Fetscherapotheker, Holger Kromnik, hatte seine Entscheidung, Masken nur an eigene Kunden abzugeben, damit begründet, dass seine Apotheke auf den Kosten sitzen bliebe, wenn er kostenlose Masken an Kunden fremder Apotheken abgebe, die selbst wegen Lieferschwierigkeiten noch keine Masken erhalten hatten.

Für FFP2-Masken keine Kundenkarte notwendig

Inzwischen hat sich die Lage in den Apotheken entspannt. "Wir haben uns mit der Kammer beraten und entsprechend reagiert", erklärt Kromnik. Als Johannes Meusel seine Masken abholen wollte, habe er nur begrenzt welche auf Lager gehabt, die vorrangig für eigene Kunden bestimmt waren. Inzwischen hat er aber genug Masken und gibt auch an fremde Kunden ab.

"Ich denke, niemand kann es wirklich übelnehmen, dass der Andrang und die Maskenknappheit zu anfänglichen Problemen führte. Wir haben jetzt mehr als genug Masken vorrätig. Auch unsere Kollegen müssten jetzt bevorratet sein oder werden es spätestens nach Weihnachten sein", erklärt Kromnik.

Versöhnungsgeste: FFP2-Masken nach Hause geliefert

Auch den verärgerten Kunden Meusel konnte er kurz vor Weihnachten noch versöhnlich stimmen. "Unglaublich. Heute hat jemand von der Apotheke am Festscherplatz mir drei FFP2-Masken in den Briefkasten gesteckt", schrieb Meusel überrascht an die SZ. "Ich werte das mal als Entschuldigung und freue mich darüber natürlich sehr."

"Diesen Service bieten wir natürlich nicht regulär", sagt Holger Kromnik lachend. Er hatte eine Botenfahrerin damit beauftragt, die Masken an Herrn Meusel in Blasewitz zuzustellen. "Ich hoffe, das entspannt die Lage und man kann mit viel Freude im Herzen Weihnachten genießen."

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