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Dresdens Pläne für die Holperpisten

Im Südosten Dresdens sind einige Straßen seit DDR-Zeiten unsaniert, dort ist bisher wenig passiert. Wann und wo sich das ändern soll.

Großbaustelle Caspar-David-Friedrich-Straße: Drei Jahre dauert die Sanierung der wichtigen Verbindung in Richtung Südhöhe. 2023 soll sie fertig sein.
Großbaustelle Caspar-David-Friedrich-Straße: Drei Jahre dauert die Sanierung der wichtigen Verbindung in Richtung Südhöhe. 2023 soll sie fertig sein. © Sven Ellger

Dresden. Schlaglöcher, Bodenwellen, Spurrinnen - zwar wurden in den vergangenen Jahren viele Straßen in Dresden saniert, aber es gibt sie noch: die ewigen Holperpisten. Zum Ärger für viele Autofahrer, die um Reifen und Stoßdämpfer bangen, aber auch für Radfahrer, die an etlichen Stellen völlig ungeschützt unterwegs sind.

Für einige dieser Rumpelstraßen gab es in den vergangenen Jahrzehnten hin und wieder die Hoffnung, es könne sich dort bald etwas tun. SZ-Leser fragen regelmäßig nach, wann bei ihnen nun endlich die Bagger rollen. Das sind die aktuellen Pläne der Stadt für die großen Schlaglochpisten im Dresdner Südosten.

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Caspar-David-Friedrich-Straße: Sanierung geht weiter

Die gute Nachricht zuerst: In Räcknitz lässt das Straßen- und Tiefbauamt derzeit die Caspar-David-Friedrich-Straße ausbauen. Dabei müssen die Anwohner mit langen Einschränkungen leben, die Verbindung wird zudem von vielen Dresdnern genutzt, die auf der Südhöhe wohnen oder von der Teplitzer Straße in Richtung Autobahn 17 unterwegs sind. Zum Teil muss die Caspar-David-Friedrich-Straße komplett in beide Richtungen gesperrt werden.

Die Sanierung der 1,2 Kilometer langen Strecke zwischen der Teplitzer und der Münzmeisterstraße dauert insgesamt drei Jahre, gebaut wird in sechs Abschnitten. Dabei bekommt die Fahrbahn einen neuen Asphaltbelag und wird auf 4,80 bis sieben Meter verbreitert. Zudem werden die Gehwege erneuert, zusätzliche Parkplätze eingerichtet und die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut. Und die Stadt sorgt für etwas mehr Grün in Räcknitz: Entlang der Strecke werden mehr als 40 neue Bäume gepflanzt.

Der erste Abschnitt im unteren Bereich ist bereits seit Ende 2020 fertig und wird wieder vom Verkehr genutzt. Derzeit wird zwischen Schurichtstraße und Räcknitzhöhe gebaut, die Caspar-David-Friedrich-Straße ist komplett gesperrt. Autofahrer müssen auf die Umleitung über Münzmeisterstraße, Räcknitzhöhe, Paradiesstraße, Zellescher Weg und Teplitzer Straße ausweichen.

Weiter geht es ab Ende Juli bis zur Kreuzung Dora-Stock-Straße, bis Ende Dezember soll der Bereich bis zur Hausnummer 47 fertig sein. Anfang 2022 kommt der Abschnitt bis zur Franz-Bänsch-Straße dran, dort dauern die Bauarbeiten bis Oktober kommenden Jahres. Von November 2022 bis August 2023 wird im letzten Abschnitt bis zur Münzmeisterstraße gebaut. Zumindest ist das der vertraglich vereinbarte Termin für die Fertigstellung, teilt das STA mit.

Rund 3,6 Millionen Euro investiert die Stadt in den Ausbau. Weitere 200.000 Euro kosten die Straßenlaternen. Die Arbeiten nutzen auch andere Unternehmen, um ihre Infrastruktur auszubauen. Die SachsenEnergie erneuert Strom- und Wasserleitungen, Vodafone Kabel Deutschland verlegt neue Kabel und baut das Netz aus, die Stadtentwässerung arbeitet an den Kanälen und die Dresdner Verkehrsbetriebe richten Car-Sharing-Plätze ein.

Mügelner Straße: Kopfsteinpflaster und alte Gleise

Oft angekündigt, aber nie umgesetzt: die Sanierung der Mügelner Straße, die Prohlis und Reick miteinander verbindet. Mit Kopfsteinpflaster und längst ausgedienten Straßenbahnschienen ist sie für Autofahrer ein besonders großes Ärgernis. Radkappen, die sich bei der Holperpartie von den Rädern lösen, liegen nicht selten am Straßenrand. Auch für Anwohner ist der schlechte Straßenzustand eine Belastung, denn das Kopfsteinpflaster sorgt für jede Menge Lärm.

Dabei sind auf dieser Strecke viele Linienbusse und vor allem Lkw unterwegs, die die Firmen im Gewerbegebiet Reick beliefern.

Kopfsteinpflaster, das sich zunehmend auflöst: Auf der Mügelner Straße sind viele Linienbusse und Lkw unterwegs.
Kopfsteinpflaster, das sich zunehmend auflöst: Auf der Mügelner Straße sind viele Linienbusse und Lkw unterwegs. © Archiv: Steffen Unger

Die Stadt kennt das Problem, und auch die Dresdner Verkehrsbetriebe wollten die alten Gleise längst beseitigen. Um Kosten zu sparen, soll das zeitgleich mit der Sanierung der Fahrbahn passieren, doch die lässt seit Jahren auf sich warten. Auch, weil die Planungen in diesem Bereich sehr aufwendig sind. Ein alter Kanal kreuzt die Mügelner Straße in diesem Bereich, was die Sanierung kompliziert macht. Zudem fehlte dafür in den vergangenen Jahren stets das Geld.

Wann die finanziellen Mittel für die Bauarbeiten eingeplant werden, ist noch immer unklar. In der nächsten Haushaltsplanung werde das Vorhaben mit hoher Priorität angemeldet, teilt das STA mit. Wann das Bauprojekt berücksichtigt wird, hänge davon ab, ob andere Vorhaben in Dresden möglicherweise wichtiger sind und ob das Geld dafür reicht.

Immerhin überarbeitet das Stadtplanungsamt derzeit die Vorplanungen, die es dazu bereits gibt. Berücksichtigt werden müssen in diesem Bereich nun auch die Vorgaben des Radverkehrskonzeptes der Stadt, bislang sind Radfahrer dort völlig ungeschützt unterwegs. Das soll sich mit Radwegen ändern.

Kurz vor der Kreuzung zum Moränenende liegen noch alten Straßenbahngleise in der Fahrbahn der Mügelner Straße. Hier ist langsames Fahrtempo ratsam.
Kurz vor der Kreuzung zum Moränenende liegen noch alten Straßenbahngleise in der Fahrbahn der Mügelner Straße. Hier ist langsames Fahrtempo ratsam. © Archiv: Steffen Füssel

Gostritzer Straße: Ausbau soll bald beginnen

Etwas konkreter sind die Ausbaupläne der Stadt für die Gostritzer Straße in Leubnitz-Neuostra. Auch hier prägen Schlaglöcher seit Jahren das Bild, mit Asphalt wurden die größten Löcher zwar immer wieder geflickt, nun soll die Straße zwischen Teplitzer Straße und Technologiezentrum in der Gostritzer Straße 61 komplett neu ausgebaut werden.

Noch in diesem Jahr soll die Entwurfsplanung fertiggestellt werden. Allerdings können die Bauarbeiten erst beginnen, wenn die Caspar-David-Friedrich-Straße, die sich in der Nähe befindet, 2023 fertig ist, so das STA. Demnach sind die Arbeiten in der Gostritzer Straße nun ab 2024 vorgesehen.

In der Gostritzer Straße reißt der Asphalt immer wieder auf, Schlaglöcher werden regelmäßig geflickt. In drei Jahren soll die Fahrbahn komplett saniert werden.
In der Gostritzer Straße reißt der Asphalt immer wieder auf, Schlaglöcher werden regelmäßig geflickt. In drei Jahren soll die Fahrbahn komplett saniert werden. © Marion Doering

Lockwitztalstraße: Auf der Sanierungsliste ganz oben

Wer sein Auto liebt, meidet die Lockwitztalstraße nördlich der Dohnaer Straße am besten. Nicht nur tiefe Schlaglöcher mit harten Kanten setzen den Autos zu, auch der Straßenrand ist in den vergangenen Jahrzehnten samt Schnittgerinne so sehr abgesackt, dass die Fahrbahn in der Mitte viel höher ist als am Rand. Hier ist konzentriertes Fahren angesagt. Als Zufahrt zur beliebten Heidelbeerplantage ist die Lockwitztalstraße in diesem Bereich durchaus stärker befahren.

Das weiß auch die Stadt. "Aufgrund ihres Zustandes wird die Lockwitztalstraße in der nächsten Haushaltsplanung mit hoher Priorität angemeldet." Das heißt, sie steht auf der Liste der nächsten dringenden Sanierungsprojekte - neben einigen anderen Straßen - mit ganz oben. Wie so oft hängt es auch hier am Geld. "Die Einordnung in den Haushalt ist abhängig von den gesamtstädtischen Prioritäten und den Finanzierungsmöglichkeiten", heißt es etwas sperrig aus dem Rathaus. Immerhin: Derzeit beginnen die Planungen mit den beteiligten Ver- und Entsorgungsunternehmen.

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Je nachdem wie lange das dauert, könnten die Bauarbeiten frühestens Ende 2022 starten. Dabei sollen Gehwege und Fahrbahn anders aufgeteilt - zum Teil sind die Fußwege recht breit - und dann komplett erneuert werden. Die Haltestellen der Buslinie werden barrierefrei gestaltet, die alten Straßenlaternen durch modernere ausgetauscht und neue Bäume gepflanzt.

In Höhe der Heidelbeerplantage ist die Lockwitztalstraße in einem besonders schlimmen Zustand.
In Höhe der Heidelbeerplantage ist die Lockwitztalstraße in einem besonders schlimmen Zustand. © Marion Doering

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