Dresden
Merken

Dresdner Rallye startet nach Afrika

Die Dresden-Dakar-Banjul-Challenge startet am Freitag mit 32 Teams aus ganz Deutschland von Dresden nach Gambia in Westafrika. Zurück geht's in drei Wochen - dann aber ohne Autos.

Von Nora Domschke
 4 Min.
Teilen
Folgen
Dirk Hülsmann (l.) und Carsten Hillmann waren Freitag beim Start der Dresden-Rallye in der Laubegaster Werft dabei. Sie sind zum ersten Mal auf der Tour nach Afrika dabei.
Dirk Hülsmann (l.) und Carsten Hillmann waren Freitag beim Start der Dresden-Rallye in der Laubegaster Werft dabei. Sie sind zum ersten Mal auf der Tour nach Afrika dabei. © René Meinig

Dresden. Es ist die erste "normale" Rallye nach der entbehrungsreichen Coronazeit. Entbehrung vor allem für jene, die gern in der Weltgeschichte unterwegs sind. So wie Falk Altmann und Holger Leipnitz. Auf ihren Reisen haben die beiden Dresdner gern Gesellschaft - und haben deshalb 2006 die Rallye Dresden-Dakar-Banjul ins Leben gerufen. An diesem Freitag starten sie erneut zu einer Tour in den Süden und nehmen dabei jede Menge Leute mit.

Passend zur mittlerweile 32. Dresden-Rallye sind in diesem Herbst 32 Teams aus ganz Deutschland am Start. In diesem Jahr traf sich der Trupp zum ersten Mal in der Laubegaster Werft. Dort sind am Freitagmittag auch Carsten Hillmann und Dirk Hülsmann aus Gütersloh angekommen, die mit ihrem Geländewagen zum ersten Mal dabei sind.

Über ein anderes Team aus ihrer Gegend, das genau vor einem Jahr bei der Rallye mitgefahren ist, haben die zwei Abenteurer von der Tour erfahren. Dirk Hülsmann hatte einen Reisebericht in der Zeitung gelesen und war begeistert. "Dirk kam zu mir und schilderte in drei Sätzen, was das für eine Rallye ist. Ich hab sofort zugesagt, dass ich dabei bin", erzählt Carsten Hillmann.

Hohe Spritpreise halten Rallyefahrer nicht auf

Eine Firma aus Gütersloh hat ihnen daraufhin den Rallyewagen gesponsert - der allerdings vor zwei Wochen bei einer Probefahrt den Geist aufgab. Der Schreck war groß, die monatelangen Vorbereitungen schienen schon umsonst, ein neues Auto musste her. Das fanden sie: ein Hyundai Galloper, Baujahr "irgendwann Ende der 90er". Mit ihrem Geländefahrzeug werden die beiden Männer im Sahara-Sand sicherlich viel Spaß haben. Und das eine oder andere festgefahrene Team abschleppen. Mit Allrad kein Problem.

Selbst die aktuellen Spritpreise halten den abenteuerhungrigen und hilfsbereiten Tross, der in 20 Tagen 7.200 Kilometer bis nach Gambia in Westafrika zurücklegt, nicht auf. "Wir haben mit etwa 2.000 Euro Spritgeld gerechnet. Das wird wohl nicht hinhauen", sagt Carsten Hillmann lachend. "Auf der Fahrt von Gütersloh nach Dresden hat er 18 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Und da sind wir sehr gemütlich gefahren." Im tiefen Sand wird der Verbrauch dann wohl noch höher sein.

Nur einmal nicht ans Ziel gekommen

Begleitet werden die Teams vom Dresdner Verein Breitengrad. Die Organisatoren Falk Altmann, Holger Leipnitz und Torsten Niemann sind seit über 20 Jahren wüsten- und streckenerfahren und haben seit 2006 rund 3.000 Teilnehmer wohlbehalten nach Gambia geleitet.

Nur einmal ist es ihnen nicht gelungen. "Im März 2020 wurde unser Projekt durch die weltweite Pandemie ausgebremst. Damals mussten wir in einer einzigartigen Rückzugaktion mit 50 Teams von der mauretanischen Grenze nach Deutschland zurückreisen", erinnert sich Falk Altmann.

Das Virus stoppte aber nicht nur für lange Zeit jegliche Rallye-Aktivitäten, sondern auch den bis dahin sicheren Unterhalt der Hilfsprojekte in Gambia. "Erst im November 2021 konnten wir ein winziges Zeitfenster nutzen und das erste Mal nach 18 Monaten wieder nach Gambia reisen." Und selbst der Start im März dieses Jahres musste verlegt werden - bis zum letzten Moment blieb es spannend, da die Fährhäfen in Marokko wegen der Pandemie erst im April öffneten.

Nun also die erste Rallye unter gewohnten Bedingungen. Jetzt geht es vor allem darum, die Hilfsprojekte in Gambia, die zum Teil völlig im Notlauf waren, wieder anzuschieben. Nach der Tour, die durch Frankreich, Spanien, Marokko, die Westsahara und Mauretanien über den Senegal bis nach Gambia führt, werden die Teams ihre Autos versteigern. Mit dem Erlös, der an die NGO "Dresden-Banjul Organisation" gespendet wird, konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte ins Leben gerufen und betrieben werden, darunter eine Armenspeisung, ein Müllentsorgungsprojekt sowie Schulen und Krankenstationen.

Unter www.rallye-dresden-dakar-banjul.com können die Rallyefahrer in den nächsten drei Wochen fast hautnah bei ihrem Abenteuer verfolgt werden.