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Elternschichten für ambulante Pflegekräfte in Dresden

Für Pflegekräfte beginnt der Tag oft zeitig. Für viele zu zeitig, um das Kind in den Kindergarten zu bringen. Elternschichten sind eine Lösung. Funktioniert das?

Eva Neugebauer kann dank der Elternschichten ein wenig später zu ihren Klienten aufbrechen. Dadurch hat sie die Zeit, ihre Kinder vor der Arbeit in die Kita zu bringen.
Eva Neugebauer kann dank der Elternschichten ein wenig später zu ihren Klienten aufbrechen. Dadurch hat sie die Zeit, ihre Kinder vor der Arbeit in die Kita zu bringen. © PR/Sophie Koch

Dresden. Wenn Pflegerin Eva Neugebauer früher zu ihren Klienten nach Hause gefahren ist, war es meist noch dunkel. Durch ihre frühen Arbeitszeiten war es der zweifachen Mutter häufig unmöglich, ihre Kinder vor der Arbeit in die Kita zu bringen.

Um ihr und vielen anderen Mitarbeitern mit Kindern bei diesem Problem ein Stück entgegenzukommen, haben die Johanniter Dresden ein spezielles Konzept auf den Weg gebracht: die Elternschichten.

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"Wir sind ein Arbeitgeber, der sich auf jegliche Lebenslagen einstellen möchte. Deshalb haben wir extra Touren geschaffen, die Müttern und Vätern die Möglichkeit geben, ihre Kinder vor der Arbeit für den Kindergarten fertig zu machen und sie dann entsprechend dorthin zu bringen", erklärt die Bereichsleiterin für soziale Dienste der Dresdner Johanniter, Susanne Hentschel.

Kind abholen nach Sieben-Stunden-Schicht

Väter und Mütter, die die Elternschichten in Anspruch nehmen, müssten dann nicht schon 6 Uhr anfangen, sondern könnten je nach Kita-Öffnungszeiten später zu ihren Patienten aufbrechen. Nach einer Schicht von sieben Stunden haben sie dann die Möglichkeit, ihre Kinder wieder abholen.

Das Angebot gilt, bis das Kind in die fünfte Klasse kommt und sich selbständig anziehen und mit dem Bus in die Schule fahren kann. „Ich kann ruhigen Gewissens meine Kinder wegschaffen und dann auf Arbeit fahren“, erklärt Eva Neugebauer. Dadurch würde sie viel gelassener arbeiten können und müsse nicht ständig zwischen den verschiedenen Verpflichtungen hin und her hetzen.

Claudia Viehrig und Hannha Draht nehmen die Elternschichten in Anspruch. Für beide hat sich ihr Alltag mit Kindern dadurch sehr erleichtert.
Claudia Viehrig und Hannha Draht nehmen die Elternschichten in Anspruch. Für beide hat sich ihr Alltag mit Kindern dadurch sehr erleichtert. © PR/Sophie Koch

Ähnlich geht es auch Claudia Viehrig. Die 48-jährige Pflegerin ist seit über einem Jahr bei den Johannitern. „Ich habe Gott sei Dank die Möglichkeit, in der Elternschicht zu arbeiten“, sagt sie. Schon vor der Geburt ihres ersten Kindes habe sie in der Pflege gearbeitet und wollte nach Ende ihres Mutterschutzes wieder in den Beruf einsteigen. Für sie stellte sich also die Frage, bei welchem Arbeitgeber sich das Muttersein mit ihren Dienstzeiten vereinbaren lässt.

Nicht alle Angestellten nehmen das Angebot an

Um die Pflege besser zu organisieren, sind die Mitarbeiter in Teams von jeweils etwa 20 Leuten organisiert. Mittlerweile würden drei bis vier Eltern aus jedem Team auf die Elternschichten zurückgreifen. Aber natürlich könne man nicht allen ein solches Angebot machen, sagt Susanne Hentschel: "Das Verhältnis im Team muss ja auch ein bisschen passen. Wir können nicht nur Muttis in einem Team haben, denn am Ende des Tages muss auch mal noch jemand zum Spätdienst fahren oder die Wochenenden abdecken."

Um zu gewährleisten, dass alle Schichten verlässlich abgearbeitet werden, sei es wichtig, ständig mit allen Mitarbeitern im Austausch zu bleiben. „Wir wissen, dass andere Arbeitnehmer auch ein Privatleben haben und ihren Dienst mit diesem vereinbaren wollen. Es ist uns also wichtig, dass die jetzt nicht als Buhmänner dastehen“, so Susanne Hentschel.

Gleichzeitig würden aber auch nicht alle Mütter das Angebot in Anspruch nehmen, da sie einen Partner haben, der das Kind entspannt zur Schule bringen und es auch entsprechend abholen kann. Die Nachfrage sei jedoch besonders bei Eltern mit kleinen Kindern sehr hoch.

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