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Kommt das 365-Euro-Ticket für Dresden?

Nächste Woche will die Stadt eine Untersuchung vorlegen. Dabei sollen auch Kritiker des Günstig-Tickets angehört werden.

Für einen Euro am Tag Bus und Straßenbahn fahren? Derzeit zahlen Fahrgäste für eine Stunde bereits 2,50 Euro.
Für einen Euro am Tag Bus und Straßenbahn fahren? Derzeit zahlen Fahrgäste für eine Stunde bereits 2,50 Euro. © Symbolbild: Rene Meinig

Dresden. Das 365-Euro-Ticket hat mindestens so viele Gegner wie Befürworter. Die Dresdner könnten für einen Euro am Tag in Bus und Bahn steigen, wann und so oft sie wollen. Die Stadt würde dadurch vom Autoverkehr entlastet, so die Hoffnung. Auf der anderen Seite stehen die Befürchtungen, den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) würden Einnahmen in Millionen-Höhe wegbrechen. Gleichzeitig müsste das Angebot erweitert werden, um alle Fahrgäste zu transportieren. Deshalb hatte der Stadtrat im vergangenen Jahr Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt, mit den DVB und dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) schnellstens die notwendigen finanziellen, infrastrukturellen und betrieblichen Voraussetzungen für die Jahreskarte zu prüfen. Inzwischen liegen die Ergebnisse vor. 

Sie sollen am 16. September zwischen 18 und 20 Uhr im Rahmen einer Expertenanhörung im Stadtmuseum öffentlich vorgestellt werden, teilt die Stadtverwaltung mit. Außerdem werden sich werden sich Vertreter aus Leipzig, Potsdam und Wien sowie der betroffenen Verkehrsunternehmen zu den Resultaten äußern. Daran schließt sich eine öffentliche Diskussion mit Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) an.

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Die Stadt hat die Ergebnisse in ihrer Einladung zwar noch nicht vorweggenommen, doch die Position der Verwaltung scheint klar zu sein. Schmidt-Lamontain sagt: „Das 365-Euro Jahresticket für den ÖPNV führt zwangsläufig zu einem deutlichen Einnahmeausfall bei den Verkehrsbetrieben, der von der Stadt ausgeglichen werden müsste. Wir wollen deshalb darüber diskutieren, ob es nicht der bessere Weg für Dresden wäre, zusätzliches Geld in den Ausbau des ÖPNV zu stecken und dessen Attraktivität weiter zu steigern.“

30-Millionen-Euro-Lücke bei den DVB?

In früheren Berechnungen war davon die Rede, dass das 365-Euro-Ticket die DVB etwa 30 bis 35 Millionen Euro pro Jahr kosten würde - den dann notwendigen Ausbau von Strecken und Takt nicht mitgerechnet. Zu den Befürwortern des Prüfantrags gehörten im vergangenen Jahr CDU und Linke. Zu den größten Kritikern gehörte Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi. Denn „das fördert auch Menschen, die das finanziell nicht nötig haben“, findet er und schlägt stattdessen ein 15-Euro-Bildungsticket vor, das die Stadtverwaltung eigentlich auch prüfen sollte.

Auch die Dresdner IHK sieht das Günstig-Ticket kritisch: „Höhere Fahrgastzahlen in den öffentlichen Verkehrsmitteln sorgen jedoch auch für höhere Kosten für den laufenden Betrieb sowie den Erhalt und Ausbau des ÖPNV-Systems“, heißt es in einer Stellungnahme. „Fallen durch günstige 365-Euro-Tickets Fahrgeldeinnahmen weg, müssen die Kosten kompensiert werden - durch Steuermittel.“

Die Stadt hatte mit der Prüfung das Beratungsunternehmen Civity Management Consultants beauftragt, die sich auch mit dem Wiener Weg beschäftigten. Die Hauptstadt Österreichs bietet bereits ein 365-Euro-Ticket an.

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Die Teilnehmerzahl zur Info-Veranstaltung am 16. September ist coronabedingt auf 50 Personen beschränkt. Die Stadt bittet daher um eine Anmeldung mit Namen und Adresse per E-Mail unter [email protected] bis zum 14. September. Der Eintritt ist frei. 

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