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So starten Dresdens Kitas am Montag

Nächste Woche dürfen wieder alle Kinder in den Einrichtungen betreut werden. Welche Regeln dort gelten und wie sich das auf die Öffnungszeiten auswirkt.

Die Dresdner Kitas öffnen am Montag im eingeschränkten Regelbetrieb. Das bedeutet eine gewisse Umstellung für Eltern und Kinder.
Die Dresdner Kitas öffnen am Montag im eingeschränkten Regelbetrieb. Das bedeutet eine gewisse Umstellung für Eltern und Kinder. © Sina Schuldt/dpa

Dresden. Viele Dresdner Eltern haben angesichts dieser Nachricht sicherlich aufgeatmet: Ab kommendem Montag dürfen sie ihre Kinder wieder zur Grundschule und in die Kita bringen. Seit Mitte Dezember sind die Einrichtungen geschlossen, Familien mussten sich daheim um die Betreuung und den Unterricht für ihren Nachwuchs kümmern. Nun übernehmen das wieder Erzieher und Lehrer. Allerdings nicht in gewohnter Form. Noch erfordert der Infektionsschutz viele Regelungen und Einschränkungen im Schul- und Kita-Alltag. Was Eltern zum Start wissen müssen.

Wie funktioniert der Kita-Betrieb ab Montag?

Wie die sächsischen Grundschulen starten auch die Kitas am kommenden Montag im eingeschränkten Regelbetrieb. Damit stehen zwar alle 389 Kitas und Horte in Dresden für die Betreuung der Kita- und Grundschulkinder wieder zur Verfügung. Allerdings gibt es - wie bereits nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 - Vorgaben des Freistaates, wie der Alltag in den Einrichtungen ablaufen soll.

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Eingeschränkter Regelbetrieb bedeutet, dass die verschiedenen Gruppen nicht durchmischt werden dürfen. Dadurch sollen im Falle eines positiven Corona-Tests bei einem Kind oder Erzieher die jeweiligen Kontakte leichter nachvollziehbar sein und Infektionsketten schneller durchbrochen werden.

Sollte es trotz der Hygienemaßnahmen zu neuen Erkrankungsfällen kommen, ist der betroffene Personenkreis begrenzt. "Die Erfahrungen aus dem eingeschränkten Regelbetrieb im vergangenen Jahr haben uns gezeigt, dass die Maßnahmen bei anhaltendem Infektionsgeschehen sehr wirksam sind", sagt Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU).

Bleiben die Gruppen so groß wie vor dem Lockdown?

Um die Gruppengrößen möglichst klein zu halten, hofft das Kultusministerium, dass nicht alle Familien die Kita-Betreuung in Anspruch nehmen. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hat Eltern, die nicht auf die Betreuung in der Kita angewiesen sind, dringend gebeten, darauf auch in den nächsten Wochen zu verzichten. "So können wir dort darauf achten, dass die Zahl der Kontakte niedrig bleibt."

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Werden die Dresdner Erzieher auf Corona getestet?

Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat angekündigt, dass die Öffnung von Grundschulen und Kitas von einem "Testregime" begleiten werde. Erzieher sollen demnach einen Corona-Test vor der Öffnung am Montag machen dürfen. Das sei mit einem Schnelltest freiwillig beim jeweiligen Hausarzt und auf Kosten des Freistaates möglich, teilt der städtische Kita-Eigenbetrieb mit.

Darüber hinaus habe die Stadt für die pädagogischen Fachkräfte weitere Möglichkeiten für freiwillige Corona-Tests geschaffen. So wurden eigene Beschäftigte mit medizinischer Berufsausbildung zu einem Testteam zusammen gestellt, das ab sofort die Corona-Schnelltests in den Einrichtungen und Verwaltungsbereichen vornimmt.

Die Grünen im Stadtrat begrüßen das. "Die Öffnung von Kitas und Grundschulen ist jetzt ganz wichtig", so der gesundheitspolitischer Sprecher, Wolfgang Deppe. "Sie ist angesichts einer ungewissen Entwicklung der Pandemie aufgrund neuer Mutanten aber nur verantwortbar, wenn regelmäßig und engmaschig getestet wird."

Darüber hinaus sei es bei auftretenden Infektionen sinnvoll, so Deppe, neben den Kindern auch deren Eltern zu testen.

Die freien Träger planen ebenso zu testen. "Wir bereiten uns darauf vor, selbst Schnelltests durchführen zu können, bereiten dazu Schulungen vor, sollten die Kitas in die Testverordnung aufgenommen werden", so der Awo-Sprecher. Die Diakonie hat das Angebot eines einmaligen Schnelltests beim Hausarzt an die Mitarbeitenden weitergegeben, sagt Sprecherin Nathalie Fechner.

Bei den Johannitern besteht die Möglichkeit der Testung, aber nicht direkt in der Einrichtung, so der Sprecher. "Seit Herbst 2020 bieten wir allen Mitarbeitern im Haupt- und Ehrenamt wöchentliche und kostenfreie Corona-Schnelltests an."

Wer muss in den Kitas einen Mund-Nasenschutz tragen?

Hierbei gelten dieselben Regeln wie vor der Schließung. Wer nicht in der Kita arbeitet, zum Beispiel Eltern oder externe Handwerker, muss eine Maske tragen. Für die Erzieher und Kinder besteht aber keine Maskenpflicht.

Es gibt allerdings keine Vorschrift, welche Maskenart benutzt werden muss. An alle Einrichtungen des Eigenbetriebes wurden FFP2-Masken ausgegeben. "Sie sollen vorrangig von schutzbedürftigen Beschäftigten der Risikogruppegenutzt werden."

Werden normale Öffnungszeiten angeboten?

Schon nach dem ersten Lockdown hatte sich gezeigt, dass bei der Betreuung in festen Gruppen viele Erzieher benötigt werden, die dann wiederum nicht flexibel in anderen Gruppen eingesetzt werden können. Das heißt, der eingeschränkte Regelbetrieb ist sehr personalaufwändig. Gruppenübergreifende Früh- und Spätdienste lassen diese Vorgaben deshalb nicht zu. Es könne daher in öffentlichen und freien Kitas und Horten zu eingeschränkten Öffnungszeiten kommen, so die Stadt.

"Uns ist bewusst, dass von den Einschränkungen besonders Familien betroffen sein werden, die auf diese Randzeiten angewiesen sind", so Donhauser. "Alle Dresdner Kindertageseinrichtungen werden ihre Öffnungszeiten deshalb sehr verantwortungsvoll überprüfen und nur dort einschränken, wo es unbedingt erforderlich ist."

Die übergreifenden Früh- und Spätdienste für ein gesamtes Haus entfallen, bestätigt Sprecherin Nathalie Fechner für die Einrichtungen der Diakonie. "Durch nun parallel stattfindende Früh- und Spätdienste in den separierten Bereichen müssen wir leider die regulären Öffnungszeiten in den meisten unserer Kitas etwas einschränken."

Wie laufen die Vorbereitungen in den Kitas?

Bildungsbürgermeister Jan Donhauser begrüßt die Entscheidung der Sächsischen Staatsregierung. "Wir wissen, welche Herausforderungen die Dresdner Eltern in den vergangenen Wochen bewältigen mussten", sagt er. Neben den allgemeinen Einschränkungen hätten die meisten Familien enorme Doppelbelastungen bei der gleichzeitigen Bewältigung von Arbeitsalltag und Kinderbetreuung erlebt.

In den städtischen Kitas werden derzeit Konzepte entwickelt, wie die Regeln im Alltag umgesetzt werden können. Ziel sei es, dass die Kinder so viel Zeit wie möglich im Freien verbringen, teilt die Stadt mit. Dadurch könnten die Kinder ihrem Bewegungsdrang nachgehen, zum anderen lasse sich das Infektionsrisiko erheblich einschränken. Eltern sollten daher stets auf wetterfeste Kleidung ihrer Kinder achten, so die Bitte.

Die Johanniter gehen für ihre Kitas von den Regularien wie im Herbst 2020 aus. "Wir finden es sehr ungünstig, dass weitere Details voraussichtlich erst am Freitag bekanntgegeben werden. So ist für uns nicht alles im Detail planbar, da wichtige Angaben zur Gruppengröße, zu feste Gruppen und anderen Details noch offen sind", so Sprecher Danilo Schulz.

"Wir planen aktuell den eingeschränkten Regelbetrieb wie im Frühsommer. Das bedeutet weiterhin feste Gruppen, Änderungen bei Öffnungszeiten und die Umsetzung der Hygienevorschriften", sagt Andreas Szabo, Sprecher der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Diese unterstützt die Aufrufe des Kultusministers, die Kinder - wenn möglich - weiter zu Hause zu betreuen.

Bei der Diakonie sei man auf die Öffnung vorbereitet. "Die Kita-Leitungen haben sich schon seit geraumer Zeit mit der Planung für die Wiederaufnahme des Betriebs beschäftigt. Die Dienstpläne für die Abdeckung von separierten Gruppen stehen, und damit die möglichen Öffnungszeiten", so Fechner. "Für den eingeschränkten Regelbetrieb werden wie vor der Schließung separierte größere Gruppen gebildet, zum Beispiel pro Etage, die von früh bis spät vom gleichen Personal betreut werden."

Wie wird der Elternbeitrag berechnet und bezahlt?

Da die Kitas am Montag wieder öffnen, zieht das Amt für Kindertagesbetreuung im Februar die anteiligen Elternbeiträge von Eltern mit Kindern in kommunalen Kitas automatisch am 15. Februar ein. Eltern, die ein Sepa-Lastschriftmandat erteilt haben, müssen also nichts weiter unternehmen.

Eltern ohne ein solches Lastschriftenmandat müssen den gesamten Elternbeitrag für den Monat Februar eigenständig überweisen. "Zu viel gezahlte Beiträge werden mit den Elternbeiträgen in den kommenden Monaten automatisch verrechnet", teilt die Stadtverwaltung mit.

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