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Dresden will Ekel-Müll in Innenstadt verhindern

Mitten in Dresdens Altstadt gibt es ein Problem mit Restaurantabfällen und Ungeziefer. Nun schaltete sich das Lebensmittelüberwachungsamt ein.

Im Innenhof an der Wilsdruffer Straße stapelten sich riesige Müllberge mit Essensresten.
Im Innenhof an der Wilsdruffer Straße stapelten sich riesige Müllberge mit Essensresten. ©  privat

Dresden. Mitten in der Dresdner Altstadt sorgte jetzt ein besonders drastischer Fall der Müllentsorgung für Aufregung. In einem Hinterhof an der Wilsdruffer Straße stapelten sich Dutzende blaue Säcke in einer Müllbox, die Tonnen waren überfüllt. Der Anblick alles andere als appetitlich: Fotos und Videos zeigten, wie drastisch sich Ungeziefer in Küchenabfällen vermehrt. Tausende weißer Maden tummelten sich in und auf den Plastiksäcken, es stank. Das ist nicht nur ein Problem für die anderen Ladenbetreiber, sondern auch für die Anwohner.

Da es sich um Gewerbemüll handelt, müssen sich die Laden- und Restaurantbetreiber selbst bei einem Entsorger darum kümmern, dass der Müll abgeholt wird. Dafür haben sie eine eigene Müllbox samt Tonnen. Khaled Al-Abbas, der seit 2018 einen syrischen Lebensmittelladen an der Ringstraße betreibt und seinen Müll von der Stadtreinigung abholen lässt, kämpft gegen den Vorwurf seines Vermieters, dass der Müll mit Essensabfällen von ihm stammt

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Allerdings verkauft er nur abgepackte Lebensmittel, Speisereste fallen bei ihm nicht an. Letztlich endete die Auseinandersetzung sogar damit, dass der Mietvertrag für den Lebensmittelladen Anfang dieses Jahres nicht verlängert wurde. Dabei ist seine Mülltonne, die sich in derselben Müllbox mit den Ekel-Säcken befindet, sauber entleert, wie sich vor Ort ganz einfach feststellen lässt. Der Müllberg mit den Maden direkt neben seiner Tonne stört ihn. "Das ist wirklich ekelhaft." 

Maden sind Fall für Lebensmittelüberwachung

Doch Al-Abbas lässt nicht locker, macht immer wieder auf das Missverständnis aufmerksam. Und schafft es schließlich mithilfe der SZ, dass sich die Stadt mit dem Thema befasst - das hier immerhin das touristische Zentrum Dresdens betrifft. Ende August teilt die Abteilung Abfallwirtschaft der SZ nach dem Hinweis auf die Maden mit, dass ein Vor-Ort-Termin mit dem Vermieter, dem Lebensmittelüberwachungsamt und den beiden im Fokus stehenden Gewerbetreibenden vorbereitet wird.

In den Essensresten vermehrten sich Maden - ein Problem für Anwohner, Gewerbetreibende, und schließlich auch für das Abfallamt.
In den Essensresten vermehrten sich Maden - ein Problem für Anwohner, Gewerbetreibende, und schließlich auch für das Abfallamt. ©  privat

Am 7. September fand dieser Termin schließlich statt. Neben Al-Abbas waren auch die Betreiber des türkischen Restaurants Ocakbasi dabei, die sich die Abfallbox mit ihm teilen. Neben Mitarbeitern des Vermieters Deutsche Wohnen und des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes sollten auch Gewerbeabfallberater aus dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft den Fall beurteilen.

Vor-Ort-Termin bringt Lösung

"Bei der gemeinsamen Begehung wurde angesichts der Missstände eine schnelle Einigung darüber erzielt, dass einige der Unternehmen über zu geringe Behälterkapazitäten verfügen", teilte daraufhin ein Stadtsprecher auf SZ-Anfrage mit. "Dementsprechend werden diese Unternehmen schnellstmöglich zusätzliche Behälter bestellen sowie mit den Entsorgungsbetrieben gegebenenfalls häufigere Leerungen vereinbaren." Problem war zuletzt wohl auch, so Al-Abbas, dass der Entsorger des Restaurants keinen Schlüssel für die gesicherte Müllbox hatte.

Doch auch der Vermieter Deutsche Wohnen wurde in die Pflicht genommen und musste die sofortige Entsorgung der Müllsäcke samt Madenplage in die Wege leiten. "Dies sollte der erste Schritt auf dem Weg zu einem hygienisch und optisch akzeptablen Dauerzustand in der Abfallbehälter-Box sowie im Innenhof sein", so die Stadt. "Wenn sich wieder mal ein Entsorgungsproblem anbahnen sollte, wäre eine schnelle Kommunikation zwischen den Beteiligten wünschenswert - darüber waren sich alle einig."

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Auch Khaled Al-Abbas hofft, dass dieses Problem nun geklärt ist. Seit dem Termin gebe es zumindest keine Müllberge mehr. "Alles ist perfekt jetzt." Und auch der Streit mit der Deutschen Wohnen scheint zunächst beigelegt: Al-Abbas darf vorerst bis 31. März 2021 in seinem Laden bleiben, dann steht ein Verhandlungstermin mit dem Vermieter an. 

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